Die ARD will auch künftig keine Einspeisegebühren für hochauflösende Sender an die deutschen Kabelnetzbetreiber zahlen.

"ARD und ZDF liefern mit den HDTV-Angeboten einen erheblichen Mehrwert, der letztlich zur Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Kabelplattformen beiträgt. Wir sind der Ansicht, dass diese Werthaltigkeit die Aufwände der Kabelnetzbetreiber für den Signaltransport mindestens kompensiert", sagte ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann dem Branchendienst "Promedia" (aktuelle Ausgabe). Im analogen Kabel in Deutschland existiere eine einmalige Situation. Denn in diesem Bereich kassieren Kabelnetzbetreiber Geld von den Programmanbietern. "Der Umstieg in die digitale Welt ist nun auch der geeignete Zeitpunkt, diesen Anachronismus zu beenden", forderte Wiedmann.

Sie kritisierte gleichzeitig den Wirbel um die SES-Astra-Plattform "HD+": "Wir hoffen, dass die Verunsicherung der Verbraucher bei der Diskussion nicht die Einführung von HDTV in Deutschland beeinträchtigen wird". Man habe mit Astra klare Verabredungen getroffen, dass die neue HD-Plattform für frei empfangbare Programme offen sei. "Wir werden deshalb unseren Zuschauern deutlich machen, dass sie für den Empfang unserer Programme keine Smartcard benötigen. Die Empfangsboxen werden so ausgelegt sein, dass unsere Programme unverschlüsselt durchgeleitet werden", sagte Wiedmann.

Sie sprach sich zudem für einen Erhalten der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) aus. "Solange die Rundfunkgebühr über 42,5 Millionen Teilnehmerkonten eingezogen wird und Befreiungsverfahren im Gegenwert von 800 Millionen Euro durchzuführen sind, benötigt man für das operative Geschäft eine Institution wie die GEZ", betonte Wiedmann. Sie bezeichnete es als Aufgabe von ARD und ZDF, die Zuschauer mit öffentlich-rechtlichen Programmen zu "überzeugen". Die Generalsekretärin kann sich gleichzeitig ein reformiertes Entgeltmodell vorstellen. Wenn dies helfe, dass die Bürger das System als gerecht empfänden, könne sich dies durchaus positiv auf die Gebührenakzeptanz auswirken, erklärte Wiedmann.