Drei Tage vor dem Start der Satelliten-Plattform "HD+" von SES Astra hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen noch einmal vor Nutzungseinschränkungen und zusätzlichen Kosten für den hochauflösenden Empfang deutscher Privatsender gewarnt.
Ab dem 1. November verbreitet der Satellitenbetreiber zunächst die HDTV-Kanäle von RTL und Vox, im Januar 2010 folgen Sat.1, ProSieben und Kabel1. Anders als bei den einen Monat später avisierten HD-Programmangeboten von ARD und ZDF erfolgt die Verbreitung verschlüsselt, für den Empfang sind spezielle "HD+"-zertifizierte Receiver oder Module notwendig. Zudem erhebt SES Astra nach zwölf Monaten eine jährliche Technikpauschale in Höhe von 50 Euro.
Die Verbraucherschützer kritisierten, die am Donnerstag auf den Medientagen München gemachten Äußerungen von ProSiebenSat.1 nährten die Befürchtung, dass hochauflösende Programme und digitale Angebote die Wende hin zum Pay-TV vorbereiten. ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hatte den freien Empfang von ProSiebenSat.1-Programmen über Kabel und das Überallfernsehen DVB-T nur bis 2014 zugesichert.
Der Verband warf den Privatsendern Versteckspiel und eine Verunsicherung der Zuschauer vor und forderte sie auf, die Interessen der Nutzer im Blick zu behalten. Nur dies sichere die Zukunft des Dualen Rundfunksystems. Technikreferent Michael Bobrowski kritiserte den Umstand, dass wenige Tage vor der Einführung der Plattform nach wie vor keine genauen Kosten für Nachrüst-Lösungen wie die angekündigten "Legacy-Module" für ältere Receiver oder "HD+"-CAMs zur Nachrüstung von Fernsehern mit CI-Plus-Einschub bekannt seien.
Auch ist mit wesentlichen Nutzungseinschränkungen sei zu rechnen, sagte Bobrowski. Nach seinen Informationen will RTL die Aufzeichnungen seiner "HD+"-Programme generell ausschließen. Auch wollten die Privatsender dafür sorgen, dass die Verbraucher aufgezeichnete HD-Sendungen nicht vorspulen können, um Werbeblöcke zu überspringen. "Der Zuschauer würde also zum Werbekonsum verdammt", befürchtete Bobrowski. Auch ginge es nicht mehr, einen aufgezeichneten Film in Etappen zu schauen, der Zuschauer müsse immer wieder von vorne beginnen.




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