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Strict but fair
RTL verteidigt verschlüsselte HD-Ausstrahlung
RTL verteidigt verschlüsselte HD-Ausstrahlung – Mehrkosten für Herstellung und Verbreitung
Axel Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der RTL-Tochter CBC, hat die geplante verschlüsselte Ausstrahlung der hochauflösenden Programme RTL HD und Vox HD verteidigt. „HD kostet Geld. Sowohl die Verbreitung ist durch die größeren Datenraten teurer als bisher, gleiches gilt für die Herstellung, die Post-Produktion, Playout und Speicherung der Inhalte“, sagte er dem Branchendienst „TV Zukunft“, der von der Deutschen TV-Plattform herausgegeben wird. Mit HD+ habe RTL ein Modell gefunden, das unter anderem auch eine Refinanzierung dieser Mehrkosten sowie einen ausreichenden Signalschutz gewährleiste, betonte Prahl, der zugleich stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TV-Plattform ist.
Hintergrund: Die neuen Sender RTL HD und Vox HD, die im November starten, sollen via HD+ in Nagravision verschlüsselt werden. In den ersten zwölf Monaten ist das Angebot in einer „Schnupperphase“ ohne Zahlung zu empfangen, danach soll es früheren Medienberichten zufolge 50 Euro jährlich kosten. Für den Empfang ist ein HD+-fähiger Receiver inklusive HD+-Smartcard notwendig. „Darüber hinaus haben der Plattformbetreiber Astra sowie einige Hersteller angekündigt, dass für bereits verkaufte HD-Empfänger, die über einen DVB CI-Schacht verfügen, zusätzlich sogenannte Legacy-Module zur Verfügung gestellt werden sollen, mit denen der HD+-Empfang ebenfalls möglich ist“, erklärte der CBC-Manager. Auch mittels CI+-Geräten soll das neue Angebot dargestellt werden können. Prahl zufolge zeige CI+ einige „technische Ansätze“, um Inhalteschutz zu gewährleisten. „Aus unserer Sicht wäre eine Weiterentwicklung des Standards sinnvoll, um die Flexibilität in der Nutzung von Inhalten sowohl für die Konsumenten als auch für den die Sender weiter zu erhöhen“, sagte er.
Die Mediengruppe RTL will zum Weihnachtsgeschäft flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Für Anfang 2010 haben zudem die Sender Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins ihren Start via HD+ angekündigt. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF werden im Februar ihren HDTV-Regelbetrieb starten – im Gegensatz zu den Privaten allerdings unverschlüsselt und daher mit jedem HD-fähigen Endgerät frei empfangbar. Dabei wird es nach dem Willen der Öffentlich-Rechtlichen auch bleiben. „Wir lehnen jede Form der Verschlüsselung ab“, hatte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust während der IFA bekräftigt. CBC-Mann Prahl hält dagegen: „Im Gegensatz zu ARD und ZDF, die alleine für die Einführung von HDTV in der laufenden Gebührenperiode 244 Millionen Euro bekommen haben, müssen wir solche Investitionen aus der eigenen Tasche bezahlen.“ Er hält die „Spaltungs- und Behinderungsvorwürfe“ an die Adresse der kommerziellen Sender für „völlig unverständlich, da wir mit den bislang angekündigten fünf HDTV-Programmen erheblich zur Vielfalt beitragen."
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