Die Konsolidierung des Schweizer Telekommunikationsmarkts läutet mit der am 25. November bekannt gegebenen Fusion zwischen Orange und Sunrise eine neue Runde ein. Mit dem neuen Unternehmen strebt die französische Orange-Mutter France Télécom danach, den Anschluss zum früheren Swisscom-Rivalen im Schweizer Telekommarkt zu schaffen. Dazu wollen die Franzosen der dänischen Sunrise-Besitzerin TDC rund anderthalb Milliarden Euro für eine 75-prozentige Mehrheit am neuen Unternehmen zahlen. Der Vertrag soll ab Februar 2010 gelten. „Dass es auf eine Fusion hinauslaufen würde, hatte man bereits zuvor vermutet. Die Transaktion wird auf die Swisscom wohl keinen großen Einfluss haben. Jedoch können Orange und Sunrise die großen anstehenden Investitionen in die Netzwerke zusammen deutlich besser stemmen als alleine“, sagt Michael Inauen von der Zürcher Kantonalbank. Durch die Fusion und Integration erwarten sich die beiden Unternehmen Synergien und Einsparungseffekte im Umfang von rund 2,1 Milliarden Euro.
Die, wie es heißt, „Aufnahme von entsprechenden exklusiven Verhandlungen“ sind ein Paukenschlag für die Schweizer Telekommunikationsbranche. Einigen sich die Parteien wie beabsichtigt, dann umfasst die Fusion ab dem kommenden Jahr nicht nur 3,4 Millionen Mobilfunk-, sondern auch rund 1,1 Millionen Festnetz- und Breitbandinternetkunden. Obwohl vor der finalen Vertragsunterzeichnung noch eine Due Dilligence durchgeführt werden soll sowie auch noch die Wettbewerbskommission grünes Licht geben muss, zeigt man sich vom Erfolg überzeugt. Unterdessen werden immer mehr Details zur neuen Struktur sowie personellen Besetzung des Fusionsriesen bekannt. Wie Schweizer Medien berichten, soll der Verwaltungsrat sowohl aus TDC- als auch aus France-Télécom-Vertretern bestehen. Geschäftsführer des neuen Konzerns wird der bisherige Orange-Schweiz-CEO Thomas Sieber. Bis zum Transaktionsabschluss soll Christoph Brand Sunrise-Chef bleiben. Danach werde er den Beginn des Integrationsprojektes überwachen und sich anschließend neuen beruflichen Zielen außerhalb der Gruppe widmen.
Durchgedrungen ist, dass der neue Konzern über ein Aktienrückkaufprogramm für die durch TDC gehaltenen 25 Prozent verfügen wird. Demnach kann TDC seinen Anteil frühestens zwei Jahre nach Vertragsabschluss an einen Dritten verkaufen. Auch kann das neue Unternehmen frühestens nach drei Jahren an die Börse gehen. „Ob das neue Unternehmen frühestens in drei Jahren tatsächlich an die Börse geht, ist derzeit schwer zu prognostizieren und hängt entscheidend vom künftigen Marktumfeld ab“, sagt Inauen. Dem Schweizer Branchenkenner nach müsse zuerst einmal der Abschluss der Verhandlungen abgewartet werden. Zudem seien auch mit Blick auf das künftige Branding noch viele Fragen offen.




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