Österreich hält in der DVB-T2-Entwicklung mit Deutschland, Italien, Spanien und Finnland Schritt. Wie die Österreichische Rundfunksender GmbH & Co KG (ORS) mitteilte, startete die ORF-Techniktochter am 12. April einen einjährigen technischen Pilotversuch. Im Rahmen der Fußball-WM im Juni und Juli werde die nächste TV-Generation getestet, hieß es. „Neue TV-Technologien werden getestet, die Fußball-WM wird in High Definition gesendet und die Weiterentwicklung von DVB-T wird vorangetrieben. Unser Ziel ist es, die Nachfrage der Konsumenten nach der nächsten TV-Generation zu stillen“, berichtet Norbert Grill, Geschäftsführer der ORS.

DVB-T2-Trial zur Fußball-WM

Das DVB-T2-Signal wird vom Sender Kahlenberg auf den UHF-Kanal 65 für diesen Test gesendet, teilte die ORS weiter mit. Mit dem DVB-T2-Signal werden High Definition- (HD) und Standard-Definition- (SD) TV-Programme von ORF 1 HD und ORF 2 HD sowie das Radioprogramm von Ö1 übertragen. Weitere private TV-Programme sollen ab Herbst zu den Testversuchen dazu stoßen. Die ORS wird bis zur Fußball-WM zahlreiche und umfangreiche Messfahrten in Wien durchführen sowie die unterschiedlichsten Parameter (Signalstärke, Bild- und Tonqualität) testen und die dabei erzielte Versorgung messen.

HD-Qualität mit neuem Antennenfernsehen


Die TV-Technologie DVB-T2 ermöglicht grundsätzlich eine wesentlich höhere Übertragungs- und Bildqualität bei mehr Programmauswahl und einer verbesserten Empfangbarkeit. Die Attraktivität des Antennenfernsehens wird deutlich erhöht, und es werden neue Zielgruppen für hochauflösendes Qualitätsfernsehen erschlossen. Mit DVB-T2 ist eine Übertragung von HD-Qualität beim digitalen Antennenfernsehen möglich. Derzeit empfangen nur Satellit- und Kabelhaushalte in Österreich Programme in HD-Qualität. Die Konsumenten benötigen bei der Verwendung dieser neuen Technologie – wie die Satellit- und Kabelhaushalte – einen Decoder. Durch den technischen Pilotversuch werden die neuen TV-Technologien den digitalen Antennenhaushalten mehr Programm und eine verbesserte Qualität bieten.

„Der zusätzliche TV-Nutzen wird die TV-Gewohnheiten verändern. Um diese TV-Zukunft auf Basis der nächsten Generation von digitalem Antennenfernsehen weiterzuentwickeln, darf die Digitale Dividende nicht zur Gänze dem Mobilfunk zugesprochen werden. Denn ohne die – teilweise – Nutzung der freiwerdenden Rundfunkfrequenzen wird die TV-Zukunft in Österreich nicht stattfinden“, erklärte Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS.