Die WKO-Bundesinnung Elektro- und Alarmanlagentechnik sowie Kommunikationselektronik, der WKO-Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen (Berufsgruppe Kabel-TV) und die Österreichische Rundfunksender GmbH (ORS) im Namen aller in Österreich vertretenen Fernsehstationen warnen im Rahmen der diesjährigen "Cable Days" in Salzburg: Die Empfehlung der EU-Kommissarin für Telekommunikation Viviane Reding, das Frequenzband von 790 bis 862 MHz im Rahmen der Digitalen Dividende rasch für Mobilfunksysteme der dritten und vierten Generation für die Nutzung von mobilem Breitbandinternet zu reservieren, ist volkswirtschaftlich sehr bedenklich.

Völlig ungeklärt sind erhebliche Umstellungskosten in der Höhe von mindestens 150 Millionen Euro und das massive Störpotenzial durch den Mobilfunk für das Fernsehen sowie für alle in Verwendung stehenden Funkmikrophone, Funkkopfhörer und drahtlosen Hörhilfen, die in Österreich ebenfalls das Frequenzband von 790 bis 862 MHz nutzen.

Fundierte Studien zur Sinnhaftigkeit einer solchen Entscheidung zugunsten des Mobilfunks fehlen bisher. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH RTR hat eine Studie zur Vergabe der Digitalen Dividende in Österreich gerade erst ausgeschrieben. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer ORS, fordert: "Diese Studie muss auch die möglichen besseren Alternativen für die Mobilfunkbranche analysieren.

Die von einer Umwidmung der Digitalen Dividende betroffenen Branchen sind mit einer volkswirtschaftlichen Studie bereits in Vorleistung getreten. Diese hat ergeben, dass ein volkwirtschaftlicher Nutzen der Vergabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk in Österreich sehr zweifelhaft ist."