Die Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) wird ab Januar 2010 in Österreich auch die zeitversetzte Fernsehnutzung messen. Dies teilte die AGTT am 4. November mit. Die Auftraggeber-Gemeinschaft besteht aus ATV, IP Österreich, ORF/ORF-Enterprise und Seven One Media Austria. Die zeitversetzte Fernsehnutzung über HDD („Hard disk drive“, also Festplatten-Recorder) werde zu Jahresbeginn in die Messung und in die Quoten-Auswertung einbezogen. (Bisher wird die Videorecorder- und DVD-Nutzung erfasst, diese ist aber nur in Sonder-Auswertungen zugänglich und nicht den Quoten zurechenbar.)
Ab 1. Januar enthalten die am Tag nach der Ausstrahlung zur Verfügung stehenden Reichweiten sowohl die lineare Fernsehnutzung als auch die geringfügig zeitversetzte Nutzung (VOSDAL = video on same day as live). Die endgültigen Quoten enthalten die Daten der linearen TV-Nutzung (in „Echt-Zeit“) plus VOSDAL plus die Nutzung von Aufzeichnungen von weiteren sechs Tagen. Diese Festlegung erfolgte auf Basis der internationalen Erfahrungen, z. B. in Großbritannien oder den Niederlanden, wo sich zeigte, dass fast die gesamte zeitversetzte Nutzung innerhalb der ersten Woche nach Ausstrahlung stattfindet.
Voraussetzung dafür waren die Installation einer neuen Messtechnik (Umrüstung auf TC-Score) und die Einführung einer neuen Auswertungssoftware (Evogenius Reporting und Evogenius Advertising), die derzeit im Parallelbetrieb mit der bisherigen Software erprobt und weiter optimiert wird. Dazu resümiert Walter Zinggl, Geschäftsführer der ORF-Enterprise: „TV hat damit seine Position als das am transparentesten einsetzbare Medium weiter ausgebaut. Während andere Mediengattungen über die Inhalte von Halbjahresberichten diskutieren, findet der Werbetreibende künftig hin nicht nur die lineare Nutzung am nächsten Tag ausgewiesen, sondern auch die non-lineare Nutzung am 8. Tag. TV benötigt eben keine 'Mitlese-Faktoren', sondern misst künftig noch tiefer und besser.“




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