Die österreichischen Kabelnetzbetreiber versorgen in Österreich mehr als 1,2 Millionen Kunden. Durch den allfälligen Verlust von Rundfunkfrequenzen im Rahmen der Digitalen Dividende drohen im diskutierten Frequenzbereich ernst zu nehmende TV-Bild-Störungen. Aufgrund der Weiterentwicklung von hochauflösendem Fernsehen (HDTV) brauchen die Kabelnetzbetreiber die Frequenzen weiterhin dringend. Zu Schaden kämen vor allem auch die Endverbraucher durch den notwendigen Austausch von Empfangsgeräten.

Die aktuelle Studie des Telekomexperten Ernst-Olav Ruhle im Auftrag von Rundfunkanbietern, Kabelnetzbetreibern und Sekundärnutzern der professionellen Drahtlostechnologie weist Umstellungskosten in der Höhe von mindestens 150 Millionen Euro für die betroffenen Branchen aus, die das zur Diskussion stehende Frequenzspektrum von 790 bis 862 MHz heute nutzen. Die Kabelnetzbetreiber und ihre Kunden sind dabei mit mindestens 95 Millionen Euro betroffen.

„Wir Kabelnetzbetreiber haben unsere Netze im Vertrauen auf eine aktuelle europäische Norm errichtet, ein Teil dieser geschätzten Investitionen in Höhe von ca. drei Milliarden Euro wäre damit vernichtet. Das Forum Mobilkommunikation als Branchenvertretung der Mobilfunkbranche spricht davon, dass die Probleme der betroffenen Branchen leicht lösbar seien, bietet aber keinerlei Nachweis für diese Behauptung. Als Kabelnetzbetreiber fordere ich, die angeblichen Lösungen für meine Branche auf den Tisch zu legen", sagte Alois Ecker, Mitglied des Vorstands Kabelsignal AG. „Bevor nicht geklärt ist, wie die Zukunft der Kabelkunden aussieht, sehen wir in einer möglichen Vergabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk ein ernstes Gefahrenpotenzial mit exorbitanten Kosten."