Der Satellitenbetreiber Eutelsat hat am 15. September die wichtigsten Ergebnisse seiner alle zwei Jahre durchgeführten Reichweitenstudie über den TV-Empfang in Satelliten- und Kabelhaushalten veröffentlicht. Diese Studie wird regelmäßig seit 1994 realisiert und erstreckt sich über die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Nordafrika. Ziel der Studie ist es, Trends für drei wichtige Indikatoren für den TV-Übertragungsmarkt zu messen: Art des Empfangs in den TV-Haushalten (Satellit, Kabel, IPTV, terrestrische Antenne), Verhältnis analog zu digital, Marktanteile freier Empfang (FTA) und Pay-TV.
Die Studie untersucht auch die Zahl der auf Eutelsat-Satelliten ausgerichteten Satellitenantennen. Eutelsat verbreitet über seine Satelliten mehr als 3.600 TV-Sender und interaktive Dienste. Die Feldarbeit wurde in 32 Ländern zwischen Januar und April 2010 durchgeführt. Diese erfasste 89 Prozent der TV-Haushalte in den insgesamt 46 berücksichtigten Ländern dieser Studie. Mit einem einheitlichen Fragebogen wurden dabei von den führenden Meinungsforschungsinstituten GFK, TNS und Ipsos and GfK 41.000 persönliche Interviews durchgeführt.
Wesentliche Ergebnisse
- Die Zahl der Satelliten- und Kabelhaushalte hat sich von 193,7 Millionen im Jahr 2008 auf 210,7 Millionen erhöht. Mit einem Wachstum von 8,8 Prozent in zwei Jahren steht diese Zahl inzwischen für 58,4 Prozent der insgesamt 360,5 Millionen TV-Haushalte in den von der Studie erfassten Ländern. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil noch bei 54,6 Prozent.
- Satelliten- und Kabelhaushalte in Mittel- und Osteuropa, in Nordafrika und im Mittleren Osten verzeichneten weiterhin zweistelliges Wachstum mit einem Anstieg von 16,7 Prozent in Mittel- und Osteuropa und 15,3 Prozent in Nordafrika sowie im Mittleren Osten.
- 58,9 Prozent der TV-Haushalte in Westeuropa empfangen TV-Programme via Satellit oder Kabel (gegenüber 2008 stabil). In Mittel- und Osteuropa belief sich diese Zahl auf 50,9 Prozent (gegenüber 43,6 Prozent im Jahr 2008), während die Satelliten- und Kabeldurchdringung in Nordafrika und im Mittleren Osten von 61,9 Prozent im Jahr 2008 auf 69,2 Prozent zulegte.
Satellitenempfang treibt Wachstum weiterhin voran
- Unter den 210,7 Millionen Satelliten- und Kabelhaushalten ist der Satellitenempfang mit 129,3 Millionen Haushalten (entsprechend 61,4 Prozent) der Wachstumstreiber gegenüber den 85,2 Millionen Kabelhaushalten. Der Satellitenempfang erhöhte sich gegenüber 111,5 Millionen Haushalten im Jahr 2008 um 16 Prozent. Die Zahl der Kabelhaushalte sank gegenüber dem Jahr 2008 mit 86,8 Millionen Haushalten um 1,8 Millionen Haushalte auf 85,2 Millionen.
- Während der Satellitenempfang in Westeuropa bereits als fest verankert gilt (5,8 Prozent Wachstum), gab es in anderen Regionen zweistellige Wachstumsraten. In Nordafrika und im Mittleren Osten stieg der Satellitenempfang um 16 Prozent von 42 Millionen auf 48,7 Millionen Haushalte. Speziell in Osteuropa gab es ein 44 Prozent-Wachstum von 18,2 Millionen auf 26,2 Millionen Haushalte.
- Der Rückgang um 1,8 Prozent bei den Kabelhaushalten ist im Wesentlichen ein Resultat der fortschreitenden Entwicklung von IPTV in Westeuropa (vor allem in Frankreich) und auch in Osteuropa.
IPTV
- Die Zahl der IPTV-Haushalte erhöhte sich um 25,5 Prozent auf 11,3 Millionen nach zuvor neun Millionen im Jahr 2008. Dieser Anstieg ging zu Lasten der Kabelhaushalte (Rückgang um 1,8 Prozent) sowie der terrestrisch empfangenden TV-Haushalte (Rückgang um 8,7 Prozent auf 138,5 Millionen nach 151,7 Millionen zwei Jahre zuvor), trotz der Einführung von DVB-T in westeuropäischen Ländern.
- Nach dem rapiden Anstieg zwischen den Jahren 2006 und 2008 verlangsamte sich das Wachstumstempo von IPTV zwischen 2008 und 2010 (11,9 Prozent durchschnittliches jährliches Wachstum).
Von den 210,7 Millionen Satelliten- und Kabelhaushalten innerhalb der von der Studie untersuchten Ausleuchtzone waren noch 31,9 Prozent (67,2 Millionen Haushalte) für den Empfang analoger Programme ausgerüstet. 2008 belief sich deren Zahl noch auf 79,6 Millionen.
- Der analoge Satellitenempfang geht beständig zurück, von 10,8 Millionen im Jahr 2008 auf 6,2 Millionen Haushalte im Jahr 2010. Deutschland, Frankreich und Österreich stehen für die Mehrheit dieses noch bestehenden analogen Empfangs.
- Der Rückgang der analogen Empfangsbasis spiegelt den natürlichen Übergang zu digitalen Plattformen und die Inbetriebnahme von ad-hoc-DVB-T-Plattformen via Satellit wider (z.B. FRANSAT Plattform in Frankreich).
- Obwohl der analoge Empfangsanteil des Kabels weiterhin mit 71,7 Prozent (oder 61 Millionen) von 85,2 Millionen Haushalten in Europa, Mittleren Osten und Nordafrika die Mehrheit stellt, geht dieser Anteil zugunsten des digitalen Kabels (analoger Marktanteil 2008 = 86 Prozent) stetig zurück.
Satelliten-Pay-TV wächst um 22,7 Prozent
- Von den 129,3 Millionen Satellitenhaushalten beziehen inzwischen 51,4 Millionen (39,7 Prozent) digitale Pay-TV-Angebote, nach 41,9 Millionen im Jahr 2008.
- Insbesondere in Osteuropa wuchs der Empfang von Pay-TV um 63,5 Prozent (von 10,7 Millionen Haushalten im Jahr 2008 auf 17,5 Millionen im Jahr 2010). Dies ist das Ergebnis des Starts neuer Plattformen und der zuvor geringen Anzahl von Pay-TV-Haushalten. Dieses Wachstum treiben vor allem die Märkte in Russland und Polen voran.
- Polens Satelliten-Pay-TV-Markt stieg auf 6,1 Millionen Haushalte nach 4,7 Millionen zwei Jahre zuvor. Dies entspricht 34,8 Prozent aller Pay-TV-Haushalte in Mittel- und Osteuropa.
- Der russische Markt wuchs um mehr als das Doppelte von zwei Millionen Haushalten im Jahr 2008 auf 4,7 Millionen im Jahr 2010. Dies entspricht einem Anteil von 26,8 Prozent am Pay-TV-Markt in der Region.
Der Empfang freier, unverschlüsselter digitaler TV-Programme (FTA) stieg um 22,1 Prozent auf 71,7 Millionen Haushalte nach 58,7 Millionen im Jahr 2008.
- In Westeuropa erhöhte sich der freie Digitalempfang um 36,6 Prozent auf 22,4 Millionen Haushalte.
- In Mittel- und Osteuropa stieg der entsprechende Anteil um 29,8 Prozent auf 8,7 Millionen Haushalte.
- In Nordafrika und im Mittleren Osten wuchs der digitale FTA-Empfang um 14 Prozent auf 40,6 Millionen Haushalte. Dies sind 84 Prozent des Satelliten-TV-Empfangs.




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