Der amerikanische Kabelkonzern Liberty Global, der von John Malone kontrolliert wird, hat einen Bericht über weitere Zukaufpläne im deutschen Kabelmarkt dementiert. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete entsprechende Informationen des „Handelsblatt“ als „reine Spekulation“. „Es gibt derzeit keine Pläne für weitere Akquisitionen in Deutschland“, sagte er am 11. Januar der Nachrichtenagentur Reuters.
Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, der US-Medienunternehmer John Malone wolle langfristig alle großen deutschen Kabelanbieter übernehmen. Als nächsten Schritt nehme er Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) ins Visier, schreibt die Zeitung am 11. Januar unter Berufung auf das Umfeld von Malones Konzern Liberty Global. Im vergangenen November hatte Malone 3,5 Milliarden Euro für den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia geboten, dem Deal muss noch die Europäische Kommission zustimmen.
Die Unity-Übernahme sei nur der erste Schritt in Malones Deutschland-Plan, heißt es im „Handelsblatt“. Unitymedia ist nur in Nordrhein-Westfalen und Hessen vertreten. Es mache für Malone keinen Sinn, nur in zwei Bundesländern aktiv zu sein, heiße es in der Branche. Die Eigentümer von Kabel Deutschland (KDG) und Kabel BW wollten ohnehin verkaufen. Kabel Baden-Württemberg gehört dem schwedischen Finanzinvestor EQT, KDG dem amerikanischen Private- Equity-Unternehmen Providence. In der Branche werde ein Kaufpreis von rund 1,5 Milliarden Euro genannt. Malone wollte bereits Anfang des Jahrzehnts die Kabelnetze von der Deutschen Telekom übernehmen, die später an verschiedene Anbieter gingen. Er war jedoch Anfang 2002 vom Bundeskartellamt gestoppt worden.




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