Der niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo will ab Februar 2010 den Einsatz des beliebten Pay-TV-Moduls AlphaCrypt zur Entschlüsselung seiner Pay-TV-Inhalte auf alternativen Empfangsgeräten aushebeln. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, greife die Sperre auf Settop-Boxen und Fernsehern mit integriertem Digital-Tuner, die über den Common-Interface-Nachfolger "CI-Plus" verfügen. Der restriktive Standard erlaubt es, die Verarbeitung der eingehenden Digitalsignale zu blockieren, so dass kein Empfang mehr möglich ist. Ältere CI-Receiver sind von der Maßnahme hingegen nicht betroffen.

Ziggo begründete die unpopuläre Maßnahme mit Vorgaben der Rechteinhaber. Das AlphaCrypt-Modul sei vom Unternehmen nie offiziell unterstützt worden und leiste unzureichende Unterstützung gegen die illegale Nutzung von Programminhalten, hieß es. Konkret wurden RTL, die ProSiebenSat.1-Tochter SBS, Disney und Sony genannt, die auf einem optimalen Schutz ihrer Serien und Filme gepocht hätten.

Ziggo setzt seit September als weltweit erster Kabelnetzbetreiber auf die umstrittenen "CI-Plus"-Schnittstelle. Das Unternehmen verwies auf mehr als 100.000 verkaufte Module. Die Abschaltung von AlphaCrypt sei auf Februar vertagt worden, um betroffenen Kunden genügend Zeit zur Anschaffung eines offiziellen Ziggo-CAMs zu geben, hieß es.