Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Europa haben ein Bekenntnis zum neuen Hybrid-Standard HbbTV abgegeben. Die Generalversammlung der European Broadcasting Union (EBU), der auch ARD und ZDF angehören, bezeichnete die Technologie in einer am Dienstag verbreiteten Stellungnahme als eine der spannendesten Entwicklungen der aktuellen Medienlandschaft.

Der Standard, der auf kompatiblen Receivern und TV-Geräten mit Netzwerk-Anschluss klassisches Fernsehen und interaktive Anwendungen aus dem Internet kombiniert, wurde Anfang Dezember zur offiziellen Spezifizierung beim European Telecommunications Standards Institute (ETSI) eingereicht.

Die EBU will nach eigenen Angaben die konkurrierenden Standards HbbTV, MHP und das in Großbritannien von der BBC und ihren Partnern vorangetriebene "Project Canvas" (SAT+KABEL berichtete) in einem "gemeinsamen Kern" zusammenführen. HbbTV werden dabei die größten Durchsetzungschancen eingeräumt. Bereits auf der Internationalen Funkausstellung und den Medientagen München waren zahlreiche Prototyp-Anwendungen für den Hybridstandard zu sehen. Dazu gehörten erweiterte Videotext-Angebote von ARD, RTL und Sat.1 sowie interaktive Dienste von Anixe-HD und Kabelkiosk.

Technisch basiert HbbTV weitgehend auf CE-HTML, also der Version der Internet-Sprache, die ohne Tastatur und Maus bedienbar ist. Gesteuert wird stattdessen überwiegend per Farbcode-Tasten auf der Fernbedienung. Die Angebote funktionieren bereits mit den aktuellen NetTV-Fernsehern von Philips sowie dem für Dezember angekündigten iCord HD+ von Humax und dem Hybrid-Receiver Videoweb S600.