Das war nichts: Der Dienstleister Arianespace hat in der Nacht auf Samstag beim Start einer Ariane5-Rakete gepatzt. Der neue Satellit Astra 1N wurde nicht vom Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) ins All befördert.
Technische Probleme verhinderten den Anschuss. Der Countdown für die europäische Trägerrakete musste weniger als zwei Minuten vor dem Ende abgebrochen werden. Grund war eine Fehlermeldung von der Startrampe. Demnach hatte sich ein Ventil nicht richtig geschlossen.
Ein neues Flugdatum wurde vom europäischen Raumfahrtzentrum Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana zunächst nicht genannt. Man müsse zunächst die Ursache des Problems finden, teilte das Raumfahrtunternehmen Arianespace lediglich mit. Die Startbemühungen waren im Internet live übertragen worden. Auch die "Bild"-Zeitung blieb am Boden: Deren Chefredakteur Kai Diekmann hatte in dieser Woche vollmundig eine Werbeaktion mit SES Astra verkündet.
An Bord der Rakete befindet sich neben Astra 1N auch BSAT-3c/JCSAT-110R und damit traditionell ein weiterer Himmelskörper - insgesamt beträgt die Nutzlast 8,2 Tonnen. BSAT-3c/JCSAT-110R soll TV-Signale an japanische Haushalte mit Parabolantenne übertragen.
Astra 1N wird nach seiner endgültigen Positionierung hauptsächlich den deutschen, französischen und spanischen Markt bedienen. Zunächst wird der Erdtrabant auf 28,2 Grad Ost zum Einsatz kommen, erst danach auf der in Deutschland beliebten Position 19,2 Grad Ost. Das Modell ist mit 62 Transpondern des Ku-Frequenzbandes und einer Ausgangsleistung von 13kW ausgerüstet, bringt ein Startgewicht von 5,3 Tonnen mit und soll für rund 15 Jahre seinen Dienst im Orbit verrichten.
Der Hersteller Astrium konstruiert für den Astra-Mutterkonzern SES derzeit fünf weitere Satelliten auf Basis seiner Eurostar E3000-Plattform. Die ersten vier - Astra 2E, Astra 2F, Astra 2G und Astra 5B - sind in mehreren Schritten für Starts zwischen 2012 und 2014 vorgesehen. SES betreibt zahlreiche Satelliten in Europa und erreicht damit nach eigenen Angaben rund 135 Millionen Menschen.
Quelle:satundkabel




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