Der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber Kabel BW will die Programme der beiden großen deutschen Privatsendergruppen Mediengruppe RTL Deutschland und Pro Sieben Sat 1 auch weiterhin unterverschlüsselt in seine Netze einspeisen. „Unsere Haltung bleibt unverändert: Wir haben kein Interesse an der Einführung einer Grundverschlüsselung, weil dies dem Kunden aus unserer Sicht nur Nachteile bringen würde“, sagte Klaus Wolf, Leiter Produktmanagement TV & Content von Kabel BW, in einem Interview mit dem „Medienboten“ (Ausgabe vom 21. Januar). Trotz des Verzichts auf die Verschlüsselung beteiligten sich alle Sender in Form von Einspeiseentgelten an den Verbreitungskosten. „Es gibt keine Ausnahmeregelung, nur weil wir auf die Grundverschlüsselung verzichten. Alle Sender werden von uns gleich behandelt – egal ob klein oder groß, unabhängig oder Teil einer der beiden großen TV-Gruppen“, so Wolf gegenüber dem Branchendienst.
Mit dem Beginn der Winterolympiade am 12. Februar werde der Kabelnetzbetreiber auch „Das Erste HD“ und „ZDF HD“ in seine Netze einspeisen, bestätigte Wolf dem „Medienboten“. ARD und ZDF beginnen an diesem Tag mit der HDTV-Regelausstrahlung. Zudem plant Kabel BW, sein hochauflösendes Angebot um einen weiteren öffentlich-rechtlichen HD-Kanal zu erweitern: „Wir würden auch Arte HD gerne aufnehmen, allerdings ist das Programm nicht in den Kabelmultiplexen der öffentlich-rechtlichen Sender enthalten, daher ist ein gesonderter Einspeisevertrag notwendig“, erklärte Wolf. Die Verhandlungen liefen derzeit, das Ergebnis sei noch offen.
Im Hinblick auf die Einspeisung der hochauflösenden Kanäle der RTL-Gruppe und Pro Sieben Sat 1 sagte Wolf dem Branchendienst, dass Kabel BW seinen Kunden die Privatsender in HDTV zur Verfügung stellen wolle, zunächst einmal aber unterschiedliche Interessen abgewogen werden müssten. Hierbei gehe es vor allem um die „sehr weitreichenden Signalschutzforderungen“, die das Unternehmen von den Sendern erhalten habe. „Viele dieser Forderungen, etwa die umfassende Beschränkung beim Aufzeichnen, Archivieren und Kopieren von TV-Programmen sind aus unserer Sicht nicht im Interesse der Kunden“, verdeutlichte der Manager im Interview. Er sei jedoch zuversichtlich, dass sich hier ein „vernünftiger Kompromiss“ finden lasse, der sowohl die Interessen der Sender als auch der Zuschauer berücksichtige, so Wolf. „Wir könnten dann umgehend mit der Einspeisung beginnen. Kapazität wäre ausreichend vorhanden.“
Neben der Erweiterung des HDTV-Angebots will der Kabelnetzbetreiber in diesem Sommer seine Videothek starten. Darüber hinaus sei ein Pay-TV-Paket für Frauen geplant, kündigte Wolf im Gespräch mit dem „Medienboten“ an.




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