Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat die Einführung von CI+-Modulen beim größten Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom als „äußerst kosumentenfeindlich“ kritisiert. Cablecom bietet ab 1. Juni CI+-Module zum Preis von 99 Schweizer Franken als Alternative zur Kauf- oder Mietbox für seine Abonnenten an (DM berichtete). In einer Mitteilung der SKS vom 4. Mai heißt es, mit CI+ werde Fernsehen in Zukunft nur noch im Zwangskorsett möglich sein: Die Verbraucherschützer bemängeln, dass bestimmte Sendungen nicht aufgenommen werden können und das Spulen, z. B. bei Werbepausen, unterbunden wird.
Der Set-Top-Boxen-Zwang in der Schweiz soll nun fallen. So will es eine Gesetzesvorlage des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM). Und mit diesem Wortlaut hat Cablecom die Einführung der CI+-Module zum 1. Juni angekündigt. Doch die Konsumentenschützer kritisieren, dass die Vorhaben von BAKOM und Cablecom in der Praxis kaum zur Aufhebung des Boxenzwangs führen werden. Denn Cablecom setze nicht auf den international anerkannten Standard CI, der heute in praktisch allen neu hergestellten Fernsehgeräten verwendet wird. Cablecom propagiere hingegen CI+, zu dem noch derzeit fast keine Geräte auf dem Markt seien, heißt es. Der BAKOM-Gesetzesentwurf lasse dennoch CI+ zu.
Die SKS hat nach den Ankündigungen von Cablecom und BAKOM zahlreiche Beschwerden erhalten, da sich viele Verbrauche in den letzten Jahren einen CI-Fernseher gekauft. Daher fordert die SKS Fernsehzuschauer auf, beim BAKOM zu protestieren. Auf www.konsumentenschutz.ch ist eine Musterstellungnahme downloadbar, die ans BAKOM geschickt werden kann. Bis 10. Mai laufe die Vernehmlassung zum BAKOM-Entwurf.
„Dass das BAKOM mit seinem Entwurf all diese Ideen von Cablecom gutheißt, enttäuscht uns nach den Diskussionen der letzten zwei Jahre sehr“, hält Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS, fest. „Nun müssen die Fernsehfreunde ihren Unmut beim BAKOM kundtun. Wir fordern sie auf, beim BAKOM zu intervenieren.“




Reply With Quote