Der hoch verschuldete Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 hat im vorigen Jahr zwei ehemalige Vorstandsmitglieder mit großzügigen Zahlungen bedacht. Die beiden Ex-Vorstände Patrick Tillieux und Klaus-Peter Schulz haben nach ihrem Ausscheiden Vergütungen von 4,9 Millionen Euro erhalten. Dies berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ, Ausgabe vom 19. Mai) mit Verweis auf den jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht des börsennotierten Unternehmens. „Eine stolze Summe“, schreibt die SZ, „betrug doch die gesamte Vergütung für alle Vorstände nur 5,7 Millionen Euro.“ Zudem habe sich Pro Sieben Sat 1 zuletzt tief in der Werbekrise befunden und auf einen harten Sparkurs gehen müssen – viele Mitarbeiter wurden entlassen.
Tillieux kam als Chef von SBS zur Pro Sieben Sat 1-Gruppe und schied Ende Juni 2009 aus. Schulz ging einen Monat später – nach nur zehn Monaten im Pro Sieben Sat 1-Vorstand. Die Gehälter der aktuellen Vorstände nehmen sich nach Einschätzung der „SZ“ dagegen fast bescheiden aus: Vorstandschef Thomas Ebeling erhielt im Vorjahr für zehn Monate 1,88 Millionen Euro und Finanzvorstand Axel Salzmann 1,25 Millionen Euro. Andreas Bartel, Vorstand German Free-TV, habe sich 2009 mit 911.000 Euro begnügen müssen.
Pro Sieben Sat 1 ist hoch verschuldet: 2008 hatten Abschreibungen auf die 2007 übernommene Sendergruppe SBS den Konzern tief in die roten Zahlen gedrückt. Seit der Übernahme ächzt das Unternehmen unter einer Schuldenlast von mehr als drei Milliarden Euro.




Reply With Quote