Peter Charissé, Geschäftsführer des Kabelnetzbetreiberverbandes ANGA, hat die „überzogenen Forderungen der Programmveranstalter“ in Hinblick auf Kabeleinspeisung und Verschlüsselung kritisiert. „Jeder Netzbetreiber sollte frei wählen können, ob er sich für ein Geschäftsmodell mit oder ohne Grundverschlüsselung entscheidet“, sagte er dem Branchendienst „Kontakter“ (Ausgabe vom 31. Mai). Sollte das Kartellamt den Privatsendern daher signalisieren, dass sie den Kabelnetzbetreibern eine Verschlüsselung nicht aufzwingen dürfen, würden dies viele der kleineren Netzbetreiber begrüßen, sagte Charissé. Hintergrund: Das Bundeskartellamt hatte am 19. Mai Büros der TV-Konzerne RTL und Pro Sieben Sat 1 in Köln und München durchsucht. Dabei besteht den Wettbewerbshütern zufolge der Verdacht, dass sich die Sendergruppen bei der Verschlüsselung abgesprochen haben sollen.
Bei dem Verhältnis zwischen Kabelanbietern und Programmanbietern habe das Kartellamt bislang eine Übermacht der Netzbetreiber angenommen, erläuterte der ANGA-Chef. „Schon die jüngste Diskussion um die Einspeisung von HDTV hat aber anschaulich gemacht, dass die Verhandlungsmacht der Sender stetig zunimmt“, skizzierte Charissé die aktuelle Situation. „Unsere Mitgliedsunternehmen beklagen vielmehr zunehmend überzogene Forderungen der Programmveranstalter.“ Angesprochen auf die Ermittlungen des Bundeskartellamts zur Grundverschlüsselung digitaler Signale sagte Peter Charissé: „Verfahren, an denen wir nicht beteiligt sind, kann ich nicht kommentieren.“




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