Der Chef des Österreichischen Rundfunks (ORF), Alexander Wrabetz, hat sich gegen einen Werbeverzicht ausgesprochen und trotz der aktuellen finanziellen Krise des öffentlich-rechtlichen Senders betriebsbedingten Kündigungen ausgeschlossen.
"Der Großteil der in Betracht kommenden rund 400 Personen hat das Unternehmen auch schon verlassen. Es wird uns durch eine Reduktion von bestimmten vertraglichen Leistungen sowie durch eine Nulllohnrunde gelingen, den Personalaufwand im Zeitraum 2008 bis 2010 von über 400 Millionen auf circa 330 Millionen Euro zu senken", sagte Wrabetz dem Evangelischen Pressedienst (aktuelle Ausgabe "epd Mediendienst").
Er verteidigte gleichzeitig die zuletzt gesunkenen Quoten seiner Kanäle: "Wir gehören im Fernsehen zu den Top fünf in Europa, was die Marktanteile betrifft. Wir haben mit ungefähr 40 Prozent nationalem Marktanteil, wenn man alle unsere Sender zusammenrechnet, immer noch eine Position, wie es sie in Europa kaum noch gibt", sagte der ORF-Chef.
Schuld an den abnehmenden Quoten habe die Digitalisierung, wodurch über 90 Programme in den österreichischen Haushalte empfangen werden können. "Wir haben ein sehr prononciertes öffentlich-rechtliches Profil. Wir gehen nicht auf Quotenmaximierung um jeden Preis", betonte Wrabetz gegenüber dem epd.
Werbeverzicht beim ORF kein Thema
Einen Werbeverzicht lehnt er in diesem Zusammenhang ab. Der Österreichische Rundfunk erlöst rund 30 Prozent seiner Umsätze in diesem Segment, der Rest kommt von den Gebührenzahlern. Vonseiten der Politik werde anerkannt, dass der ORF "ohnehin ein so großes Sparprogramm zu bewältigen hat. Und dann nochmals 30 Prozent der Erlösstruktur infrage zu stellen - das weiß jeder, der es realistisch sieht - das geht nicht", erklärte Wrabetz. Eine Erhöhung der Gebühren sei auch "kein Thema", um die Finanzprobleme zu lösen.
Wrabetz will den ORF dennoch breit aufgestellt wissen - und auch in Zukunft in allen Medien, auf verschiedenen, auch auf Zielgruppen ausgerichteten Kanälen mit Information und Unterhaltung präsent und relevant sein.




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