Die geplante Haushaltsabgabe für ARD und ZDF ab dem Jahr 2013hat erneut scharfe Kritik auf Unternehmensseite hervorgerufen. Erich Sixt, Mehrheitsgesellschafter des größten deutschen Autovermieters, befürchtet zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft von 950 Millionen Euro.
"Durch die Gebührenreform werden ARD und ZDF jährlich geschätzt rund 9,2 Milliarden Euro kassieren. Das ist glatter Wucher", sagte Sixt dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). "Wir vermieten weltweit in 100 Ländern Fahrzeuge, doch nirgendwo müssen wir für jedes einzelne Leihauto eine Rundfunkgebühr zahlen." Geplant ist, das aktuell gerätebezogene Entgelt auf eine allgemeine Pauschale pro Haushalt umzustellen. Für Unternehmen, Freiberufler und Außendienstmitarbeiter gelten besondere Regelungen.
Sixt ärgert sich vor allem über die kommende Gebührenerhöhung für jedes gewerblich genutzte Fahrzeug, denn die Autovermieter tragen mit insgesamt 272.000 Fahrzeugen derzeit schon 4,3 Prozent der gesamten Gebührenlast in Deutschland. Pro Wagen werden laut "Handelsblatt" in drei Jahren 5,99 Euro monatlich berechnet - unabhängig von der Haushaltsgebühr von 17,98 Euro. Bislang sind lediglich 5,76 Euro monatlich fällig. Bei 8,44 Millionen gewerblichen Autos entspricht das Mehreinnahmen von 600 Millionen Euro für ARD und ZDF. Erst vor kurzem hatten auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), vor der neuen Rundfunkgebühr gewarnt.
"Wir haben den Eindruck, dass die Politik inkompetent ist, die Folgen ihrer Reform zu erfassen. Oder sie möchte sie bewusst verschleiern", sagte Sixt dem "Handelsblatt". Die Gebührenordnung sei "verfassungswidrig". Der 66-Jährige will sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen, bis hin zu einer Verfassungsklage, um die neue Rundfunkgebühr zu verhindern. "Wir werden bis zum letzten Blutstropfen gegen diese Art der Wegelagerei kämpfen", sagte der Konzernchef der Zeitung.




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