Der Österreichische Rundfunk (ORF) investiert die ihm durch das neue ORF-Gesetz zufließenden finanziellen Mittel in sein TV-Programm - das Kontrollgremium Stiftungsrat genehmigte am Mittwoch die vorgelegte Änderung des Finanzplans für das laufende Jahr.
Generaldirektor Alexander Wrabetz informierte am Mittwoch das Plenum über seine Planungen. Diese werden nur möglich, weil dem schwer angeschlagenen öffentlich-rechtlichen Sender Gelder zufließen, die bislang dem Staatssäckel gutgeschrieben wurden.

Bereits 2010 kann der ORF nun etwa acht Folgen der neuen Comedy-Serie "Vitasek" realisieren, zehn neue Episoden von "Die Lottosieger", neue Folgen von "Oben ohne" und ein Weihnachts-Special sowie sechs 90-minütige TV-Filme zeigen. Produziert bzw. vorbereitet werden neue Staffeln von "Schnell ermittelt" und "Oben ohne", "Steintaler", eine neue Komödienserie, die vor 5.000 Jahren spielt, der Event-Zweiteiler "Vermisst" und die Familienserie "Das Glück der Erde".

Der Anteil der österreichspezifischen Produktionen soll massiv ausgebaut und das Vergabevolumen des ORF auf 95 Millionen erhöht werden. Auch der Fortbestand des Radio-Symphonieorchesters (RSO) ist gesichert, die barrierefreien Programme sollen ausgebaut werden, darunter die Untertitelung von 36 auf 40 Prozent im Jahr 2010 gesteigert werden, auch Sport Plus darf weitermachen, ein Informations- und Kultur-Spartenkanal ist in Planung.

Wrabetz zeigte sich mit dem neuen ORF-Gesetz zufrieden: "Es ist ein ganz wichtiger Schritt zur langfristigen Zukunftssicherung des ORF und damit zur Stärkung des Medienstandorts Österreich. Mit den Mitteln der Gebührenrefundierung werden wir vor allem in die Eigenproduktion investieren und somit für den heimischen Produktionsstandort wichtige Impulse setzen." Die Privatsender halten das ORF-Gesetz für ungerecht und haben Klagen unter anderem bei der EU-Kommission angekündigt.

Die in der vergangenen Woche beschlossene Regelung sieht auch eine Reduktion der Managerposten vor, eine Frauenquote, mehr Online-Werbung, Product Placements, ein Verbot des Internet-Portals "FutureZone", mehr Kontrolle bei User Generated Content (Anmeldung nur mit Realnamen), eingeschränkte Online-Regionalberichterstattung und Erleichterungen beim unverschlüsselt über Satellit ausgestrahlten ORF2.