Der taumelnde Österreichische Rundfunk (ORF) liebäugelt auch weiter mit einer Haushaltsabgabe für die Rundfunkgebühr nach Vorbild von ARD und ZDF.
Für 2010 erwartet ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zwar wieder eine schwarze Null - die allerdings kommt nur aufgrund eines größeren Personalabbaus und einer Finanzspitze vom Staat zustande, der auf seinen Anteil an der Rundfunkgebühr verzichtet und diese der Sendergruppe überlässt. Diese sogenannte Refundierung hat einen Wert von 160 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren.
Mit einer Fortsetzung der Ausgleichszahlungen über 2013 hinaus rechnet Wrabetz nach eigenen Angaben nicht: "Ich glaube, dann reden wir eher über die Frage einer Haushaltsabgabe", sagte der Manager der "Financial Times Deutschland" am Mittwoch. Die Grundgedanken des Modells seien "sehr richtig".
Auch der ORF kämpft mit Schwarzsehern, obwohl die Quote in der Alpenrepublik im europäischen Vergleich am niedrigsten liegt. Bei der Haushaltsabgabe werden die monatlichen Entgelte für öffentlich-rechtliche Anbieter nicht gerätebezogen erhoben - das soll Verwaltungs- und Prüfungsaufwendungen erheblich absenken und damit Geld sparen, das beispielsweise ins Programm investiert werden kann.
Der aktuelle Sparkurs beim Österreichischen Rundfunk soll unabhängig von den Planspielen um eine etwaige Haushaltsabgabe weitergeführt werden: "Jetzt müssen wir den Strukturwandel wirklich durchführen", sagte Wrabetz dem Blatt und fügte hinzu: "Das war vor der Krise nicht so leicht, weil beim ORF ja immer viele Interessen involviert waren."




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