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Thread: Facebook

  1. #11
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    Datenschutzbeauftragter leitet Bußgeldverfahren gegen Facebook ein

    Der Hamburger Datenschutzbeauftragte hat ein förmliches Bußgeldverfahren gegen Facebook eingeleitet. Hintergrund ist die Praxis des weltweit größten sozialen Netzwerks, für bestimmte Anwendungen die E-Mail- und Handy-Adressbücher seiner Nutzer auszuwerten, wie der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am 7. Juli in Hamburg mitteilte. Dabei würden auch Daten von Nichtnutzern ohne deren Einwilligung erhoben, langfristig gespeichert und zu Vermarktungszwecken genutzt. „Wir halten das Speichern von Daten Dritter in diesem Zusammenhang für datenschutzrechtlich unzulässig“, sagte Caspar.

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  3. #12
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    Aigner wirft Facebook Gesetzesbruch vor

    Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) attackiert das Internet-Netzwerk Facebook weiter wegen Verstößen gegen den Datenschutz. Das Unternehmen besorge sich Daten von Menschen, die das Netzwerk gar nicht nutzten, kritisierte Aigner im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Facebook ist zu einem Einwohnermeldeamt für die ganze Welt geworden“, sagte die CSU-Politikerin. Sie habe ein Problem damit, wenn ein Teil der Gewinne des Unternehmens „auf der Verletzung bestehender Gesetze beruht“.

    Nach Angaben von Aigner ließ die Firma eine Software entwickeln, um Kontaktdaten von iPhones-Mobiltelefonen direkt auf Facebook zu übertragen. „Wenn meine engsten Mitarbeiter beispielsweise ihr iPhone synchronisieren würden, landet meine geheime Handynummer samt Mail-Adresse bei Facebook, ohne dass ich es erfahre.“ In ihrem Ministerium hätten sich Ärzte, Psychologen und Anwälte gemeldet, die bestürzt seien über diesen Datenabgleich.

    So sei ein Psychotherapeut besorgt gewesen, weil seine Patienten Listen von Freundschaftsvorschlägen bekamen, auf denen auch die Namen weiterer Patienten auftauchten. „Wer bei wem in Therapie ist, ist doch keine Information für die Öffentlichkeit“, sagte Aigner. Die Ministerin erwartet von dem sozialen Netzwerk, dass keine Telefondaten von Personen gespeichert werden, die Facebook selbst nicht nutzen. Wegen der Datenschutz-Verstöße hat Aigner vor kurzem ihre Mitgliedschaft bei Facebook beendet.

  4. #13
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    Datenschützer besorgt über Sammlung von Facebook-Profilen

    Eine riesige Datensammlung mit Angaben zu 100 Millionen Facebook-Mitgliedern hat erneut eine Debatte über die Öffentlichkeit von Internet-Profilen ausgelöst. Ein auf Netzsicherheit spezialisierter Blogger in den USA machte die Sammlung öffentlich verfügbar. Facebook betonte, dass es sich um frei zugängliche Profile handle. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sagte jedoch am 29. Juli, eine solch massenhafte Zusammenstellung berge „erhebliche Missbrauchspotenziale für alle möglichen Zwecke“.

    Der Blogger Ron Bowes erklärte, er habe ein „beängstigendes Datenschutz-Problem“ gefunden. Die Profile könnten mit einem einfachen „Spider“ oder „Crawler“ eingesammelt werden, also mit einer Software, die automatisiert das Web durchsucht und die dort gefundenen Daten analysiert. Die so erstellte Datei mit einem Umfang von 2,8 Gigabyte enthält unter anderem die Namen und Internet-Adressen der Facebook-Profile. Dort finden sich das Foto des Nutzers und seine Kontakte. Bowes kündigte an, dass es auch möglich sei, diese „Freunde“ der Facebook-Mitglieder zu erfassen.

    Die Datei mit den Facebook-Daten kann sich jedermann über Plattformen wie „Pirate Bay“ auf den eigenen Computer holen und nach Belieben auswerten. Innerhalb weniger Stunden haben mehrere tausend Nutzer dieses „Facebook directory“ heruntergeladen. Das Blog von Bowes, SkullSecurity.com, brach unter dem großen Interesse zusammen.

    Auf Twitter schrieb Bowes: „Die Reaktion auf meine Facebook-Daten ist unglaublich.“
    Eine Sprecherin des Unternehmens sagte zu der Datensammlung: „In diesem Fall hat ein einzelner Rechercheur Informationen gesammelt, bei denen die Leute zugestimmt haben, dass sie öffentlich zugänglich sind.“ Die Informationen existierten bereits in Suchmaschinen. Es seien keine persönlichen Daten gefährdet worden, versicherte sie. Die Liste sei wie ein Telefonbuch. Wenn jemand nicht gefunden werden wolle, könne er sein Profil entsprechend einstellen.

    Der Facebook-Fall erinnert an die Datenpanne beim SchülerVZ im Oktober vergangenen Jahres. Damals wurden 1,6 Millionen Daten aus diesem vor allem von Minderjährigen genutzten Netzwerk zusammengestellt. Im Mai dieses Jahres wurden erneut massenhaft Daten von SchülerVZ kopiert und dem Blog netzpolitik.org zugespielt.

    „Das ist äußerst kritisch zu sehen“, sagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Caspar zur Datensammlung bei Facebook. Die massenhafte Zusammenstellung solcher Daten ermögliche eine automatisierte Auswertung. Denkbar sei der Missbrauch für Werbezwecke oder durch staatliche Stellen. Die Datenschützer hätten die Netzwerkbetreiber immer wieder darauf hingewiesen, dass es erforderlich sei, eine solche Erhebung von Daten zu verhindern.

    Facebook ist in der Vergangenheit wiederholt wegen seines Umgangs mit dem Datenschutz kritisiert worden. Kritiker warfen Facebook vor, das Unternehmen mache es seinen Nutzern unnötig schwer, ihre Privatsphäre zu schützen. Bowes selbst machte sich in seinem Weblog über Facebooks Ratschlag lustig, die persönlichen Daten zu verstecken: „Ich habe sie schon alle.“

  5. #14
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    Neue Diskussionen über Datenschutzlücken bei Facebook

    Neuer Ärger um Datenschutz bei Facebook: Nach einem Bericht über die Möglichkeit, E-Mail-Kontakte auszuforschen, hat sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) eingeschaltet. Zudem sperrte das Online-Netzwerk selbst am Wochenende einen Spiele-Entwickler aus, der Identifikationsnummern von Facebook-Profilen an Werbefirmen weitergab. Wer die Nummer hat, kann den echten Namen des Nutzers erfahren. Die Games des Anbieters wurden von Millionen Menschen gespielt. In beiden Fällen geht es um nur wenige Informationen, sie tragen jedoch zu Misstrauen gegenüber Online-Netzwerken bei.

    Das im Prinzip bekannte Problem mit den E-Mail-Kontakten von Nichtmitgliedern brachte am 18. Oktober die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ins Gespräch. Die Zeitung legte testweise ein Facebook-Profil an – mit falschem Namen und Geburtsdatum, aber mit der echten E-Mail-Adresse einer Frau, die im Bericht der Zeitung „Barbara L.“ genannt wird.

    Das Netzwerk schlug von sich aus umgehend 20 Facebook-Mitglieder vor, die „Barbara L.“ kennen könnte. 18 davon erkannte die Frau tatsächlich sofort. Solche Vorschläge können erstellt werden, da zahlreiche Facebook-Nutzer dem Netzwerk den Zugriff auf ihre Kontaktlisten erlauben. Dass auf diese Weise auch E-Mail-Adressen von Nichtmitgliedern in die Hand von Facebook gelangen, ist seit längerem ein Kritikpunkt auch deutscher Datenschützer. Zudem offenbarte der Test erneut das Problem, dass Facebook neuen Nutzern bereits einiges erlaubt, noch bevor diese die Echtheit ihrer E-Mail-Adresse bestätigt haben. Sie können zum Beispiel Freunde suchen und bestätigen und Nachrichten verschicken.

    Vor einer Woche sorgte US-Blogger Michael Arrington bereits für Aufsehen, als er sich bei Facebook für Google-Chef Eric Schmidt ausgeben konnte und auch dessen echte Bekannte wie Youtube-Gründer Chad Hurley als „Freunde“ gewann. Arrington brauchte dafür nur eine echte E-Mail-Adresse von Schmidt. Die Lücke wäre leicht zu schließen, wenn Facebook von einem neuen Nutzer grundsätzlich als Allererstes die Bestätigung der E-Mail-Adresse verlangen würde.

    Aigner nutzte die Gelegenheit, um von der Internetbranche sichtbare Konsequenzen aus Datenschutzmängeln zu fordern. Nur wenn in der Branche ein Umdenken einsetze und die richtigen Konsequenzen aus den Datenskandalen der Vergangenheit gezogen würden, könne sie das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen, sagte Aigner am 18. Oktober beim Verbrauchertag in Stuttgart.

    Das „Wall Street Journal“ berichtete am 18. Oktober, dass zahlreiche populäre Spiele ID-Nummern von Facebook-Profilen an Werbefirmen oder Datensammler weitergaben. Jedes Facebook-Konto hat eine eindeutige Identifizierungsnummer. Wer sie eingibt, erfährt zwar meistens nur den echten Namen eines Nutzers oder sieht Informationen, die er für alle zugänglich gemacht hat. Allerdings könnten Werbeagenturen oder deren Dienstleister damit auch Nutzer-Profile anlegen, weil sie wüssten, wer welche Spiele spielt oder sich für welche Werbung interessiert. Deshalb verbietet Facebook die Weitergabe der ID-Nummern grundsätzlich.

    Das Verbot ist jedoch offenbar schwer flächendeckend durchzusetzen, wie das „Wall Street Journal“ feststellte. So hätten Spiele des Anbieters LOLapps systematisch die ID-Nummern an einen Werbedienstleister weitergeleitet. Facebook sperrte nach einem Hinweis der Zeitung auf den Verstoß am Wochenende den Spielentwickler von seiner Plattform aus. Auch das populäre Spiel „Farmville“ des Entwicklers Zynga mit 59 Millionen Nutzern habe ID-Nummern an Dritte übermittelt, schrieb die Zeitung.

    Facebook betonte in einem Blogeintrag: „Die Kenntnis einer User-ID erlaubt niemandem den Zugang zu privaten Informationen ohne ausdrückliche Erlaubnis eines Nutzers.“ Die Weitergabe der Nummern sei in den meisten Fällen nicht bewusst geplant gewesen. Die Probleme hätten sich daraus ergeben, wie Internet-Browser funktionieren. Facebook arbeite an Lösungen.

  6. #15
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    Brüssel erhöht Druck auf Facebook & Co. – Internet-Nutzer sollen Daten löschen können

    Kein rechtsfreier Raum im Internet: Die EU-Kommission macht Druck auf Internet-Unternehmen wie Facebook und Google. Sie sollen die Daten von Nutzern auf deren Wunsch schnell im Netz löschen. Experten zweifeln aber, ob diese Pläne in der Praxis helfen werden.

    Internet-Nutzer sollen mehr Kontrolle über ihre privaten Daten im Netz bekommen und sie auch einfach löschen können. Die EU-Kommission macht Druck auf Online-Netzwerke wie Facebook oder den Google-Konzern mit seinem Straßenatlas Street View.

    Brüssel will die Unternehmen dazu verpflichten, persönliche Informationen wie Freundeslisten oder Fotos auf Wunsch der Bürger schnell und unkompliziert zu entfernen. Den Anbietern sollen dafür Fristen vorgeschrieben werden. Entsprechende Pläne stellte die EU-Kommission am 4. November in Brüssel vor.

    Computerexperten zweifeln allerdings daran, dass die EU diese Vorgaben durchsetzen kann, weil sie nur für europäische Anbieter gelten, nicht aber für US-Unternehmen. Sie fordern daher bilaterale Abkommen mit nicht-europäischen Staaten und schärfere Sanktionen.

    Die EU-Kommission reagiert mit ihrem Vorstoß auf die Flut an Beschwerden von Verbrauchern und Datenschutzbeauftragten. Die zuständige EU-Justizkommissarin Viviane Reding hält die bestehende, 15 Jahre alte Datenschutzrichtlinie nicht mehr für zeitgemäß. „Privatsphäre muss auch das Recht einschließen, wieder vergessen zu werden“, sagte Reding in Brüssel. „Ich trete für das Recht jedes Einzelnen ein, jederzeit auf seine Daten zuzugreifen und sie auch löschen zu können.“ Verstößt ein Unternehmen gegen die Persönlichkeitsrechte von Bürgern, soll der Gang vor die Gerichte und ein Strafverfahren erleichtert werden.

    Konkrete Gesetzesvorschläge will die EU im kommenden Frühjahr vorlegen. Diese bedürften der Zustimmung der Mitgliedsstaaten und des Europaparlaments. In der nun laufenden Konsultationsphase haben die Unternehmen, aber auch Verbraucher, bis Mitte Januar Zeit, ihre Meinung bei der EU-Kommission kundzutun.

    Computer-Experten haben Zweifel daran, dass die Kommission ihre Pläne in die Tat umsetzen kann. „In der Praxis wird es scheitern“, sagte der Redakteur der Computerzeitschrift „c't“, Holger Bleich, der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit hielten sich nur deutsche soziale Netzwerke wie die VZ-Gruppe an Nutzer-Wünsche, ihre Accounts zu deaktivieren und damit Profile und Fotos zu löschen. Bei US-Anbietern wie Facebook gebe es hingegen zig Datenverstöße. „Dort verschwinden die Bilder zwar physisch, weil die Links fehlen, aber auf den Servern bleiben sie trotzdem“, sagte Bleich.

    Auch „Computerwoche“-Redakteur Thomas Cloer bezweifelte den Kooperationswillen der großen Anbieter, besonders in den USA. „Es bleibt die Frage, ob die sich wirklich darum scheren.“ Die Idee, die Daten mit einer Art Verfallsdatum zu versehen, hält Cloer für schwer umsetzbar. „Es ist technisch nur möglich, wenn alle Daten ein Verfallsdatum mit auf den Weg bekommen. Dazu fehlt es aber an jeglicher Standardisierung.“

    Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) fordert deshalb, auch US-Firmen einzubeziehen: „Wir brauchen daneben aber auch auf internationaler Ebene verlässliche Verpflichtungen, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern von Unternehmen wie Facebook und Google auch eingehalten werden.“ Die Ministerin rief die Verbraucher zur Vorsicht auf. Jeder Nutzer solle sparsam mit seinen persönlichen Daten im Netz umgehen.

    Der Bundes-Datenschutzbeauftragte Peter Schaar begrüßte die EU-Initiative, forderte allerdings, auch das Grundrecht der Bürger im Datenschutz gegenüber staatlichen Behörden zu stärken. „Die Skepsis der Bürger gegenüber der Übermittlung etwa ihrer Flug- oder Kontodaten durch Sicherheitsbehörden anderer Staaten muss ernst genommen werden“, sagte Schaar.

    Kommissarin Reding will sich dafür einsetzen, dass der Staat nur Daten abrufen darf, die unbedingt notwendig sind, etwa im Kampf gegen den Terrorismus oder die organisierte Kriminalität. Das Recht auf Datenschutz ist seit fast einem Jahr auch in der Grundrechte-Charta des Vertrags von Lissabon verankert.

  7. #16
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    Verbraucherzentrale verklagt Facebook

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) will das Online-Netzwerk Facebook gerichtlich zu einem sensibleren Umgang mit privaten Informationen zwingen. Die Organisation sieht den Datenschutz und die Verbraucherrechte durch Facebook-Funktionen wie die Suche nach Freunden verletzt, wie der VZBV am 29. November in Berlin mitteilte. Das Internet-Netzwerk sei „beratungsresistent“ und habe eine Abmahnung ignoriert.

    Die Verbraucherschützer prangern vor allem den „Freundefinder“ auf Facebook an. Diese Funktion verleite Nutzer dazu, Facebook sämtliche E-Mail-Kontakte preiszugeben. So wird es einerseits leichter, eigene Bekannte in dem Netzwerk zu finden. Doch der Import des E-Mail-Adressbuches macht es auch möglich, diejenigen Kontakte zu Facebook einzuladen, die dort noch nicht registriert sind – und das vielleicht auch nicht wollen.

    Die E-Mail-Adressen würden dann dazu genutzt, die Freunde auf Facebook einzuladen, damit sie sich dort registrieren. „Dies erfolgt ohne die erforderliche Einwilligung der Eingeladenen“, schreibt der VZBV. Dies verstoße gegen Bestimmungen aus dem Paragrafen 4 im Bundesdatenschutzgesetz und dem Paragrafen 13 im Telemediengesetz. Auf die Aufforderung zur Nachbesserung – gestellt per Abmahnung – habe die Internet-Plattform nicht reagiert. „Wir sehen uns daher gezwungen, die Einhaltung von Verbraucher- und Datenschutzstandards gerichtlich zu erzwingen“, erklärte VZBV-Vorstand Gerd Billen.

    Facebook konnte zunächst keine detaillierte Stellungnahme abgeben, da die Klage nicht vorliege. Gleichzeitig verwies eine Sprecherin auf Gespräche mit dem für Facebook zuständigen Datenschutzbeauftragten in Hamburg, Johannes Caspar. Dabei gehe es auch um den „Freundefinder“.

    Neben dem „Freundefinder“ kritisiert der VZBV auch, dass Facebook Drittanbietern den Zugriff auf Kontaktdaten erlaube. Das sei etwa bei Spielen auf Facebook möglich, die dort von anderen Firmen angeboten werden. Außerdem informiere Facebook unzureichend über Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen – für diese Benachrichtigungen müsse sich der Nutzer erst auf einer entsprechenden Seite registrieren.

    Der VZBV hatte die Klage schon vor einigen Tagen eingereicht. „Das war bereits am 11. November“, sagte die zuständige Referentin im Bundesverband, Carola Elbrecht. Da Facebook nun erst Stellung nehmen müsse, gehe sie nicht davon aus, dass sich vor Gericht noch dieses Jahr etwas tue. Nach Elbrechts Worten hatte der VZBV vor der Klage Kontakt mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Caspar. „Wir hatten da auf Arbeitsebene einen Austausch“, sagte sie. Caspar war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

    Facebook hat nach eigenen Angaben gut zehn Millionen Mitglieder in Deutschland – rechnerisch ist das etwa jeder achte Einwohner. Weltweit gibt es eine halbe Milliarde Facebook-Nutzer.

    Die Auseinandersetzung um den „Freundefinder“ ist nicht neu. So blockieren sich der Online-Gigant Google und Facebook gegenseitig bei dem Adressimport. Mit Plänen für einen eigenen Kommunikationsdienst hatte Facebook jüngst für Furore gesorgt – die Ankündigung war auch als Angriff auf Googles E-Mail-Dienst Gmail gewertet worden.

  8. #17
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    Facebook ist 50 Milliarden Dollar wert

    In nur sechs Jahren ist Facebook zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt geworden. Die Online-Plattform wird laut einem Bericht der „New York Times“ nun auf 50 Milliarden Dollar taxiert. Damit ist sie auf Augenhöhe mit global agierenden Konzernen wie Walt Disney oder Honda.

    Die Bewertung beruht auf einer neuen Investitionsrunde in das nicht börsennotierte Unternehmen. Die US-Bank Goldman Sachs bringe 450 Millionen Dollar ein, die russische Investmentfirma Mail.ru (früher Digital Sky Technologies) weitere 50 Millionen, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Firmen äußerten sich nicht zu dem Bericht. Auch die Schnäppchen-Plattform Groupon hat wieder Geld eingesammelt.

    Bei Facebook ausgestiegen ist der deutsche Investor Thomas Heilmann, einer der Gründer der Werbeagentur Scholz & Friends und heute stellvertretender Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Berlin. „Ich habe vor Weihnachten verkauft“, sagte Heilmann dem „Tagesspiegel“ (Ausgabe vom 4. Januar). Als reiner Finanzinvestor habe er Anfang 2009 – wie früher schon bei Internetfirmen wie Pixelpark oder Xing – Anteile „im Promillebereich“ an Facebook erworben. Das Unternehmen sei damals mit rund vier Milliarden Dollar bewertet worden. „Die aktuelle Bewertung von Facebook ist irre, auch wenn etwa Goldman Sachs immer noch damit Geld verdienen könnte“, betonte Heilmann.

    Als Teil der Abmachung werde Goldman Sachs weitere 1,5 Milliarden Dollar von verschiedenen Geldgebern einsammeln, hieß es in der „New York Times“. Damit habe sich das Unternehmen eine starke Position für den Facebook-Börsengang verschafft – für Banken ein lukratives Geschäft. Von den eigenen Facebook-Anteilen kann Goldman Sachs bis zu 75 Millionen Dollar an Mail.ru weiterverkaufen. Die Russen haben bereits rund 400 Millionen Dollar investiert und gehören damit zu den wichtigen Anteilseignern.
    Die Bewertung zeigt, welche Erwartungen die Investoren in das Netzwerk stecken. Zum Vergleich: Der Suchmaschinen-Riese Google brachte es nach seinem Börsengang im August 2004 auf 27 Milliarden Dollar. Heute ist er laut einem aktuellen Ranking des „Handelsblatts“ knapp 150 Milliarden Dollar wert.

    Facebook hat sich zu einer der beliebtesten Websites weltweit aufgeschwungen. Mehr als 500 Millionen Mitglieder sind dort aktiv, die US-Nutzer rufen die Plattform mittlerweile häufiger auf als die jahrelange Nummer eins, Google. Angesichts dieser immensen Reichweite verlagern immer mehr Konsumgüterhersteller einen Teil ihres Werbebudgets zu Facebook, darunter Coca-Cola und Adidas.

    Auch die Schnäppchen-Website Groupon hat weitere 500 Millionen Dollar Kapital eingesammelt. Ziel der Finanzierungsrunde seien 950 Millionen Dollar, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen Bericht der Finanzmarkt-Regulierungsbehörde SEC. Die Investoren seien nicht bekannt. Groupon verkauft Rabattgutscheine und ist auch in Deutschland aktiv. Kürzlich hatte das zwei Jahre alte Unternehmen ein Übernahmeangebot von Google in Höhe von sechs Milliarden Dollar abgelehnt.

    Lange Zeit galt Werbung in Online-Netzwerken als schwieriges Geschäft; unter anderem weil Nutzer dort nicht gezielt nach etwas suchen – wie bei Google – sondern ihre Kontakte pflegen wollen. Die Vorbehalte schwinden jedoch, zumindest gegenüber Facebook als größtem sozialen Netzwerk.

    Facebook muss Umsatz und Gewinn nicht veröffentlichen, weil es in Privatbesitz ist. US-Medien spekulieren, dass der Erlös 2010 bei zwei Milliarden Dollar lag. Mit der neuen Finanzspritze hat das Netzwerk seit seiner Gründung im Februar 2004 mehr als 1,2 Milliarden Dollar Kapital erhalten.

  9. #18
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    Datenkrake oder geschützter Raum? – Kritik an Facebook

    Das „soziale Netzwerk“ Facebook wächst rasant, ebenso wie sein virtueller Marktwert. Weltweit nutzten rund 600 Millionen Menschen das Online-Netzwerk, teilt Facebook mit. In Deutschland seien es immerhin mehr als 16 Millionen. Über Umsätze sagt das Privatunternehmen nichts. Der Marktwert des im Februar 2004 von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmens wird auf weit über 50 Milliarden Dollar geschätzt.

    Immer wieder muss sich das Unternehmen aber mit Datenschützern herumschlagen, besonders in Deutschland. Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) als oberste Verbraucherschützerin kündigte dem Netzwerk die Freundschaft. Der Bundesverband Verbraucherzentralen reichte Klage ein. Facebook verstoße gegen Verbraucherrechte.

    Vor allem der „Freunde-Finder“ ist den Experten der Verbraucherschutzorganisation ein Dorn im Auge. Er verleite die oft sehr jungen Nutzer, ihren gesamten Datenbestand – also E-Mail-Adressen und Namen ihrer Freunde – Facebook zur Verfügung zu stellen. Und Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer, Thilo Weichert, kritisierte vor kurzem: „Die großen Player im Internet wie Google oder Facebook verdienen Milliarden mit systematischen Datenschutzverletzungen.“

    Die Datenschützer vom Verein FoeBuD verliehen dem Netzwerk nun einen der wenig beliebten Big Brother Awards, und zwar „für die gezielte Ausforschung von Menschen und ihrer persönlichen Beziehungen hinter der netten Fassade eines vorgeblichen Gratisangebots“, wie es in der Begründung heißt.

    Die gesammelten Daten würden in den USA gespeichert. Der Zugriff für Geheimdienste sei möglich, Löschen sei nicht vorgesehen, meint FoeBuD. Und der „Gefällt mir“-Button auf fremden Webangeboten verrate, auch ohne angeklickt zu werden, alle Besucher der Seite an Facebook. „Hier herrscht Willkür eines Konzerns, und der verdient mit systematischen Datenschutzverstößen Milliarden.“

    Das möchte eine Facebook-Sprecherin natürlich so nicht stehen lassen. „Facebook nimmt den Datenschutz seiner Nutzer sehr ernst“, versichert sie auf Anfrage. Man sei ständig mit Datenschützern in Kontakt. „Facebook verdient Geld mit Werbung, verkauft aber keine Nutzerdaten an Werbetreibende.“

    Die Sprecherin versichert auch, dass Facebook hochgeladene Daten wie Adressen nicht nutzt, außer der Nutzer werde aktiv und veranlasse das. „Und wir geben jedem Nutzer die volle Kontrolle über seine Daten. Der Nutzer kann die Daten auf seinem Profil löschen, dann sind sie weg. Sie werden nicht gespeichert.“ Und die Annahmen über den „Gefällt mir“-Button seien falsch.

    Sicher gebe es noch manche Verbesserungsmöglichkeiten, aber eins sei jetzt schon sicher: „Da ist ein absolut geschützter Raum. Facebook ist kein Überwachungstool.“

    Das sieht Datenschützerin Rena Tangens von FoeBuD anders. Selbstverständlich würden die Daten dauerhaft gespeichert. „Oft scheinen die einzelnen Informationen harmlos zu sein.“ Die mit entsprechender Software allerdings problemlos mögliche Verknüpfung und Auswertung der Datenmasse sei aber hochgefährlich. Hier sei viel möglich, etwa Bewegungsprofile zu erstellen oder politische und sexuelle Orientierung zu ergründen. Solche Möglichkeiten würden zweifellos Begehrlichkeiten bei Geheimdiensten wecken.

  10. #19
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    Facebook gibt Nutzerdaten an Werbeindustrie weiter – Kooperation mit Nielsen

    Das Marktforschungsunternehmen Nielsen, das in den USA unter anderem TV-Reichweiten erhebt, will den Werbemarkt im Internet revolutionieren. Mit der Einführung von „Online Campaign Ratings“ soll das Internet als Werbemarkt durch genauere Daten zur Reichweite und Wirksamkeit genauso attraktiv werden wie das Fernsehen. Der erste Partner des Projekts ist das soziale Netzwerk Facebook.

    Obwohl das Internet als Medium immer populärer wird, fließt ein Großteil der Werbebudgets in den USA und Europa noch immer in den TV-Sektor. Das hängt auch damit zusammen, dass Werbetreibende im Fernsehen genau wissen, was sie für ihr Geld bekommen. Die Firma Nielsen erhebt seit den 60er-Jahren genaue Daten über Reichweite, Frequenz und Zielgruppengenauigkeit von Sendungen. Das Verfahren ist ähnlich wie die im deutschsprachigen Raum gebräuchlichen Tests. Nielsen ist ein weltweit tätiges Marketing- und Werbeforschungsunternehmen. Einige Haushalte, die repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind, bekommen eine Box auf ihren Fernseher, die das TV-Verhalten jedes Mitglieds der Wohngemeinschaft dokumentiert. Zusätzlich erhebt Nielsen auch Daten mittels telefonischen Interviews. Die Werbewirtschaft hat an solchen Daten ein besonderes Interesse.

    Im Internet, wo die Erhebung von Zahlen zur Wirksamkeit von Werbung theoretisch einfach zu bewerkstelligen ist, sind genaue Informationen für werbende Unternehmen bislang Mangelware. Da eine direkte Erhebung schwierig ist, hat sich Nielsen in einem Exklusivabkommen Zugang zu einem reichhaltigen Informationsreservoir gesichert. Facebook wird das Unternehmen mit aktuellen Zahlen zum Online-Verhalten der Nutzer versorgen.

    Facebook verfügt über einen riesigen Informationspool der Aktivitäten seiner Nutzer im Netz, auch abseits des Facebook-Portals. Mit den Daten können Werbekampagnen mit bisher unerhörter Präzision auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten und auch auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Das neue Nielsen-Produkt feierte in der 33. Kalenderwoche, nach einer längeren Testphase, seine Premiere. Online-Portale können sich schon einmal die Hände reiben. Mit gesteigerter Zielgenauigkeit wird ein größeres Stück vom Kuchen für den Online-Werbemarkt abfallen. Private Internetnutzer müssen sich darauf einstellen, dass Unternehmen sie immer genauer ins Visier nehmen. Die Privatsphäre im Netz wird so wieder ein Stück kleiner, auch wenn Nielsen betont, dass die Daten nur anonymisiert verwendet werden.

  11. #20
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    Datenschützer erhebt schwere Vorwürfe gegen Facebook

    Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert wirft Facebook Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor und fordert die Anbieter von Webseiten auf, den „Gefällt-mir“-Button des Netzwerks zu entfernen. Über diese Schaltfläche würden rechtswidrige Nutzerprofile erstellt, erklärte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) am 19. August in Kiel. Facebook wies die Vorwürfe zurück: Das Unternehmen halte sich bei der Verwendung dieser „Social Plugins“ vollständig an die Datenschutzbestimmungen in Europa.

    Wer den „Gefällt-mir“-Button anklickt oder eine Facebook-Fanseite aufruft, gibt nach Darstellung Weicherts automatisch seine Verkehrsdaten in die USA weiter – auch dann, wenn er oder sie nicht Mitglied bei Facebook ist. „Jeder Klick auf einer Seite, wie lange ich darauf bin, für was ich mich interessiere, kann Facebook nachvollziehen“, sagte Weichert. Den Nutzern bleibe dies verborgen. Facebook verwende die gesammelten Daten wahrscheinlich für Werbezwecke. Die Website-Betreiber wiederum erhielten von Facebook eine Analyse zur Nutzung ihres Angebots.

    Das ULD sieht bei den Betreibern eine rechtliche Verantwortung und setzte den Anbietern in Schleswig-Holstein eine Frist bis Ende September, um die Datenweitergabe zu stoppen. Das Datenschutzzentrum drohte behördlichen wie privaten Anbietern mit Bußgeldverfahren – die maximale Bußgeldhöhe liege bei 50.000 Euro.

    Facebook erklärte in einer Mitteilung zu den Vorwürfen, dass Facebook bei der Verwendung des „Gefällt-mir“-Buttons zwar technische Daten wie die IP-Adresse sehen könne – unabhängig davon, ob ein Nutzer bei Facebook eingeloggt sei oder nicht. Aber „wir löschen diese technischen Daten innerhalb von 90 Tagen.“ Dies entspreche den üblichen Branchenstandards. Die Nutzer hätten „die volle Kontrolle über ihre Daten“, versicherte Facebook und verwies auf die veröffentlichten Informationen zur Verwendung von „sozialen Plugins“. Facebook ist das weltgrößte soziale Netzwerk mit rund 750 Millionen Mitgliedern, darunter 20 Millionen in Deutschland. Bei Datenschützern sorgte das Unternehmen immer wieder für Kritik, zuletzt wegen einer Funktion zur Gesichtserkennung.

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