Google will Buchprojekt auch in Europa angehen
Der amerikanische Internet-Konzern Google will sein umstrittenes Projekt zur umfassenden Digitalisierung von Büchern auch in Europa vorantreiben. „Wir wollen das US-Modell nicht auf Europa übertragen, sondern wollen hier einen eigenen Weg finden“, sagte David Drummond, Vizepräsident und Justiziar von Google, am 15. Oktober in Frankfurt am Rande der Buchmesse. Es gehe darum ein Modell zu finden, „das für Autoren und Verleger in Europa gleichermaßen funktioniert“. Deshalb wolle man alle Beteiligten an einen Tisch bringen. Google hat seit fünf Jahren Millionen Bücher eingescannt und ins Netz gestellt. Der Online-Konzern kooperiert dabei mit renommierten amerikanischen und auch europäischen Bibliotheken. In Europa werden allerdings nur Bücher digitalisiert, die urheberrechtsfrei sind. Ein umstrittenes Abkommen, das Google mit den US-Verleger- und Autorenverbänden zur Digitalisierung auch von urheberrechtsgeschützten Büchern geschlossen hat, muss bis zu einem Gerichtstermin in New York am 9. November überarbeitet werden. Gegen das Abkommen sind vor allem die Politik und die Buchbranche in Deutschland und Frankreich Sturm gelaufen. Aber auch das US-Justizministerium hatte Bedenken angemeldet. Drummond wollte zu den geplanten Änderungen im Abkommen nicht konkret Stellung nehmen. Grundsätzlich hätten jedoch der Richter und auch die amerikanische Regierung den Nutzen des Abkommens nicht in Zweifel gezogen, meinte er.




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