Eine Haushaltsabgabe nach deutschem Vorbild kommt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich noch nicht in Frage.

Zwar hatte der Chef des Österreichischen Rundfunks (ORF), Alexander Wrabetz, bereits Interesse signalisiert, das österreichische Medienstaatssekretariat lehnt die TV-Abgabe für alle Haushalte aber ab. Gegenüber der Tageszeitung "Der Standard" begründete das Ministerium seine Haltung unter anderdem damit, dass der ORF mehr Gebührengeld aus dem Bundesbudget erhalte und zudem inzwischen mehr Haushalte Entgelte abführen als zunächst angenommen.

Die Gebührentochter GIS hatte Ende Juli nach Angaben der Zeitung 3.470.833 gemeldete Haushalte, 25.538 mehr als zu Jahreswechsel, ein neuer Höchststand. 322.359 davon seien aus sozialen Gründen befreit, weniger als im ORF-Finanzplan befürchtet, hieß es.

28.596 Haushalte zahlen laut "Standard" übrigens gar keine TV-Gebühr mehr - mit höchstrichterlichem Segen. Das Verwaltungsgerichtshof hatte vor zwei Jahren geurteilt, dass Bürger nichts abführen müssen, wenn sie die verschlüsselten digitalen Programme des ORF über Satellit nicht empfangen können. Die Lücke im ORF-Gesetz wurde bis heute nicht geschlossen.