Noch reichen die Netzkapazitäten aus, um die gewaltigen Datenmengen zu transportieren, die täglich übertragen werden. Zu diesem Ergebnis kamen führende Vertreter von Netzwirtschaft, Medienaufsicht und Beratungsunternehmen beim diesjährigen Symposium der Technischen Konferenz der Landesmedienanstalten (TKLM), teilten die Medienanstalten am 14. November mit.
Ausgangspunkt war die Frage, ob es angesichts des wachsenden Umfangs von Bewegtbildangeboten und Abrufdiensten in Zukunft einen verschärften Wettbewerb zwischen Rundfunk und Individualkommunikation um die Datentransportwege geben wird. Auch wenn ein solcher Wettbewerb derzeit nicht absehbar ist, wie Colin Büchner, Chief Network Officer bei der Liberty Global-Tochter UPC Broadband, betonte, muss ein kontinuierlicher Netzausbau refinanziert werden.
Die Kosten dafür werde am Ende der Nutzer zahlen müssen, glaubt Udo Schäfer, Business Leader Data Center and CloudServices bei Alcatel-Lucent: Aktuell würden pro Tag weltweit 56 Millionen Gigabyte verteilt, eine Größe, die sich alle zwölf Monate verdoppele. Diese Datenmengen könnten nur dann bei den Nutzern ankommen, wenn sie entsprechende Zugänge schafften.
Der Zürcher Wissenschaftler und Rechtsanwalt Simon Schlauri vertrat die Auffassung, dass auch angesichts hybrider Nutzungsformen die Netzkapazität schneller steigen werde als die darüber verbreitete Datenmenge. Da es keine Engpässe gebe, sehe er auch keine Gefährdung der Netzneutralität. TKLM-Vorsitzender Martin Deitenbeck betonte, dass spezifische Vorgaben zur Netzneutralität nur solange nicht zwingend notwendig seien, wie die Netzkapazitäten auch tatsächlich weiter wachsen. Falls es absehbar zu Kapazitätsengpässen kommen sollte, müssten Regelungen greifen, die garantieren, dass Rundfunk und andere Dienstleistungen nach dem Best-Effort-Prinzip zum Nutzer durchgeleitet werden. Als Ergebnis des Symposiums hielt Deitenbeck fest: „Aufgrund unterschiedlicher Nutzungsformen, wirtschaftlicher Gegebenheiten und physikalischer Voraussetzungen wird sich auch mittelfristig nicht die Frage nach einem ‚Entweder – Oder‘ bei der Verbreitung von Bewegtbildangeboten über Rundfunk bzw. Internet stellen. Vielmehr werden auch in Zukunft beide Infrastrukturen für die hybride Nutzung zur Verfügung stehen.“




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