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Thread: Kleine Kabelnetzer fordern Verzicht auf Zwangsverschlüsselung

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    Kleine Kabelnetzer fordern Verzicht auf Zwangsverschlüsselung

    Der Kabelkongress des Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) ist mit Kritik an der Re-Analogisierung im Kabelnetz und Forderungen nach einem Anteil der Rundfunkgebühren für lokale TV-Sender am Dienstagabend in Leipzig zu Ende gegangen.
    In einer Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass im Gegensatz zu den regionalen Großkabelnetzbetreibern die kleinen Anbieter für eine schnelle Ausrüstung der Haushalte ihrer Kabelkunden mit einfachen, nicht proprietären digitalen Empfangsgeräten eintreten. Dort haben die Zuschauer also die freie Wahl der genutzten Receiver, die Entschlüsselung wird über klassische CICAM-Schnittstellen sichergestellt.

    Eine Reanalogisierung der per Satellit in Zukunft nach dem 30. April 2012 nur noch digital verbreiteten Programme lehnte FRK-Präsident Heinz-Peter Labonte als "teures Verharren von Kabel Deutschland und ihrer Kartellbrüder und -schwestern in der Goldgräbermentalität ihrer meist internationalen Finanzinvestoren vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise" ab. Viel wichtiger sei es jetzt, unter Verzicht auf "Zwangsverschlüsselung" von SD-Programmen den Markt für die Zukunft der HD-Programme zu gestalten.

    Labonte zeigte sich überzeugt davon, dass kleine Netzbetreiber ausreichend große Chancen haben, gegen die großen Kabelnetzer mit intelligen Lösungen zu bestehen. Davon zeuge schon der Verlust von inzwischen weit über 3,7 Millionen der seit 2003 erworbenen rund 12,5 Millionen Kabelhaushalte bei Kabel Deutschland, erklärte der Verbandsvertreter.

    Initiative für Rundfunkgebühr lokaler TV-Sender

    Labonte kündigte gleichzeitig eine Initiative an, nach der Umstellung der bisherigen gerätebezogenen Rundfunkgebühr auf eine Haushaltsabgabe im Jahr 2013 lokale und regionale TV-Sender einen Anteil der Mittel zu sichern. Gemeinsam mit den Verbänden der Sender solle eine "Aufklärungskampagne" der Politik über die Parlamente in Kommunen und Ländern gestartet werden. Man wolle damit die Bedeutung der rund 260 lokalen TV-Kanäle mit ihrer technischen Reichweite von über 18 Millionen Haushalten verdeutlichen.

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    RTL signalisiert Gesprächbereitschaft zu unverschlüsselter Kabeleinspeisung

    Es kommt Bewegung in die Diskussion um die heftig kritisierte, so genannte „Grundverschlüsselung“ der privaten Sender im Kabel. Die Mediengruppe RTL Deutschland hat ihre Bereitschaft erklärt, mit den unabhängigen Kabelnetzbetreibern über eine unverschlüsselte Einspeisung digitaler SD-Kanäle zu verhandeln. „Wir wollen den Digitalisierungsprozess gemeinsam vorantreiben“, betonte Andre Prahl, verantwortlich für die RTL-Programmverbreitung, am 5. Oktober auf der Podiumsdiskussion des Leipziger Kabelkongresses. Er verstehe den Wunsch, die digitalen SD-Programme unverschlüsselt einspeisen zu wollen. „Dies wird nicht ungehört sein“, signalisierte er Gesprächsbereitschaft. Die Frage der unverschlüsselten Verbreitung werde in noch anstehenden Verhandlungen zu diskutieren sein. „Wir wollen das konstruktiv angehen.“

    Kabelnetzbetreiber fordern Gleichstellung mit Satelliten

    Damit traf er in Leipzig auf offene Ohren. „Wir wollen einfach nur mit dem Satelliten gleichgestellt werden“, sagte Heinz-Peter Labonte, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK). Via Satellit werden die privaten Sender im herkömmlichen Bildformat (SD) unverschlüsselt und die HD-Ableger verschlüsselt ausgestrahlt – ein Modell ganz nach dem Geschmack der unabhängigen Kabelnetzbetreiber. Mit der neuen Kabelkiosk-Einzelvermarktung des „HD Basis“-Pakets, die auf dem Kabelkongress angekündigt wurde, rückt ein solches Szenario nun näher. Aber auch bei Astra ist man an einer Vermarktung des HD+-Pakets im Kabel interessiert. Noch sei HD+ zwar ein reines Satellitenangebot, konstruktive Gespräche mit den Kabelnetzbetreibern würden aber geführt, deutete Astra-Vertreter Joachim Knör an.

    Beispielgebendes Modell

    Die unabhängigen Kabelnetzbetreiber könnten mit einem solchen Modell – SD unverschlüsselt, HD verschlüsselt – beispielgebend für die Kabelverbreitung insgesamt werden. Noch immer werden bei großen Kabelgesellschaften wie Kabel Deutschland, Unitymedia oder Tele Columbus die privaten Digital-Sender nur verschlüsselt eingespeist. Dieser Umstand, der auch Gegenstand von Ermittlungen des Bundeskartellamts ist, wird bereits seit geraumer Zeit heftig kritisiert.

    Kritik an „Grundverschlüsselung“

    So sieht denn auch Verbraucherschützer Michael Gundall bei den Kabelnutzern eine „zunehmende Verunsicherung“. Die Verbraucher hätten Probleme mit der Verschlüsselung und den dadurch entstehenden Mehrkosten von 2,90 Euro im Monat. „Passen Sie Ihre Geschäftsmodelle dem Verbraucher an und nicht umgekehrt“, forderte Gundall die großen Kabelnetzbetreiber und Privatsender auf.

    Unverschlüsselte SD-Einspeisung gefordert

    Auch auf Herstellerseite wird das Thema „Grundverschlüsselung“ sehr kritisch gesehen. „Ich kann nicht verstehen, dass die Kabelnetzbetreiber die SD-Signale nicht unverschlüsselt einspeisen dürfen“, kritisierte TechniSat-Geschäftsführer Peter Lepper den Status quo. Es mache keinen Sinn, dass das Kabel anders als der Satellitendirektempfang behandelt werde. Seine Forderung, dass jeder Kabelnetzbetreiber die SD-Signale von RTL und Pro Sieben Sat 1 unverschlüsselt einspeisen können muss, wurde vom Auditorium denn auch mit Applaus quittiert. „Bei HD habe ich Verständnis für eine Verschlüsselung“, sagte Lepper vor dem Hintergrund des Mehrwerts für den Zuschauer und der Mehraufwendungen, die das hochauflösende Fernsehen auf Senderseite mit sich bringt. Gleichzeitig betonte er, dass eine Reanalogisierung, also die Konvertierung von digitalen Sat-Signalen in analoge Kabelsignale, nicht notwendig sei – „wenn man direkt digitalisiert“. Sein Unternehmen fertigt bereits seit Jahren ausschließlich digitale Set-Top-Boxen, seit 2005 ergänzt um die Produktion von Flachbildfernsehern mit integriertem Multituner für den Empfang von Satelliten-, Antennen- und Kabelfernsehen. „Es wäre schön, wenn wir die analoge Welt im Kabel durch die digitale ersetzen könnten“, warb Lepper für einen schnellen Umstieg auf Digitalempfang.

    Lösung mit Wahlfreiheit

    In dieser Hinsicht haben die Netzbetreiber noch einige Hausaufgaben zu erledigen – angesichts der aktuellen Kabel-Digitalisierungsquote von nur 38 Prozent. Klaus Hofmann, Leiter des Projektbüros „Klardigital“, wies darauf hin, dass die Digitalisierung der Kabelhaushalte ungleich schwieriger sei als beim Satelliten. Er machte dies auch an den unterschiedlichen Ansichten der Kabelnetzbetreiber fest. „Eine Lösung mit Wahlfreiheit ist die richtige Entscheidung“, warb er für eine verbraucherfreundliche Vorgehensweise.

    Ende April 2012 endgültig Schluss mit analogem Sat-TV

    Hofmann hatte die Kabelnetzbetreiber mit Blick auf die Sat-Analogabschaltung aufgefordert, bereits jetzt mit der Umrüstung ihrer Kopfstellen zu beginnen. Er verdeutlichte, dass eine dreifache Sat-Verbreitung – analog, digital SD und digital HD – betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll sei. Als „großes Abenteuer“ bezeichnete indes Astra-Mann Joachim Knör die Herausforderung, bis Ende April 2012 3,6 Millionen analoge Sat-Haushalte zum Umstieg zu bewegen. Er warb dafür, rechtzeitig mit der Umrüstung anzufangen. Denn allen Zuschauern sollte klar sein: Ende April 2012 ist endgültig Schluss mit dem analogen Satellitenfernsehen. „Die analogen Transponder sind gekündigt“, berichtete TechniSat-Chef Peter Lepper. Die Frequenzen sollen dann für HD und nicht-deutsche Anbieter genutzt werden.

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