Der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ORF geht es zwar mittlerweile wieder besser, allerdings will man im Jahr 2012 noch ein weiteres Sparpaket angehen. So sollen dann noch einmal 150 Stellen über natürliche Abgänge sowie Handshakes abgebaut werden. Und das obwohl man bereits in den vergangenen zwei Jahren die Mitarbeiterzahl von 4.000 auf 3.500 gesenkt hat. "Wir dürfen die Zügel jetzt aber nicht schleifen lassen, sonst stehen wir in drei Jahren wieder dort, wo wir schon einmal waren", so der ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im Interview mit der Tageszeitung "Die Presse".

Außerdem muss man vermutlich weiterhin im Bereich der Sportrechte einsparen, da man bei den Einnahmen keine großen Sprünge mehr erwarten könnte. Wrabetz: "Wir können uns im Millionen-Wettstreit um die Rechte nicht mehr alles leisten und wir wollen es auch nicht. Die wahren Profiteure sind ohnehin nicht die Fernsehanstalten oder das breite Publikum, sondern internationale Rechtehändler." Die Spiele der UEFA Europa League sind so mittlerweile beim ProSiebenSat.1-Sender PULS 4 zu sehen.

Die Zuschauer von ORF 1 können unterdessen ein paar neue Formate erwarten. So arbeitet man derzeit an einem Reportage-Magazin sowie eine daran angeschlossene Talkshow, in der es allerdings nicht nur um Politik gehen soll. Den Dienstagabend will man mit diesen beiden Sendungen zukünftig österreichischer machen. Immerhin sei das Programm des Kanals laut Alexander Wrabetz in der Vergangenheit bereits anspruchsvoller geworden. So habe man während der Programmreform u.a. die Informationsleiste bei ORF 1 ausgebaut. Und auch die jungen Zuschauer sehen den Sender mittlerweile wieder verstärkt. "Auch auf die neue Kinderleiste "okidoki" mit eigenständigem Programm bin ich stolz. Damit konnten wir viele von Super RTL wieder zurückgewinnen", so der ORF-Generaldirektor weiter.