Bis Ende 2010 wird in den meisten Ländern Europas das Antennenfernsehen von analog auf digital umgestellt sein. In der EU wird es bis auf Rumänien in allen Ländern DVB-T geben, teilten die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle und die Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission am 11. Oktober unter Berufung auf jüngste Daten der TV-Datenbank MAVISE mit.
Die Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens ist in zwölf Ländern Europas bereits erfolgt (Belgien, Schweiz, Deutschland, Dänemark, Estland, Spanien, Finnland, Luxemburg, Lettland, Niederlande, Norwegen und Schweden), teilte die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle mit. Hinzu kommen bis Ende 2010 oder Januar 2011 Österreich, Island, Malta, Slowenien und Kroatien.
Die Zahl der über DVB-T empfangbaren Sender liegt bei etwas unter 1.500. In dieser Zahl enthalten sind sehr viele lokale oder regionale Sender, wobei diese nur in 13 Ländern über eine DVB-T-Plattform ausgestrahlt werden. Besonders viele Lokalsender gibt es in Italien, Spanien und Dänemark.
Die Gesamtanzahl der über DVB-T empfangbaren nationalen und internationalen Sender (über alle Pakete) ist auf über 760 angestiegen (gegenüber 500 im April 2009). Darin enthalten sind allerdings auch knapp 40 Kanäle, die in mehr als einem Land über DVB-T ausgestrahlt werden. So sind paneuropäische Angebote wie beispielsweise Euronews, Discovery, Eurosport, CNN und BBC World in einer Fülle von Ländern verfügbar. Zudem erscheinen einige nationale Sender auch im DVB-T-Netz eines Nachbarlands, so beispielsweise einige der italienischen frei empfangbaren Sender (Free to Air – FTA) als Pay-DVB-T-Angebot in Malta oder der schwedische FTA-Sender „TV4“ auf der Pay-DVB-T-Plattform in Dänemark. Von den 760 Kanälen (über alle Pakete) werden 345 über FTA- und 415 über Pay-DVB-T-Plattformen ausgestrahlt.
Pay-DVB-T-Dienste werden in 14 EU-Staaten – Deutschland (eingeschränkt), Großbritannien, Italien, Dänemark, Estland, Spanien, Finnland, Lettland, Litauen, Malta, Frankreich, Ungarn, Niederlande und Schweden – sowie in zahlreichen Nicht-EU-Staaten angeboten, darunter Island, Albanien, Norwegen, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und die Schweiz.
Der Erfolg von Pay-DVB-T-Angeboten unterscheidet sich von Land zu Land mitunter deutlich, aber generell gilt, dass dieses Geschäftsmodell in kleineren Ländern häufiger Startschwierigkeiten hatte. In einigen Ländern wurde DVB-T verschoben oder komplett gestrichen, darunter Zypern, Portugal und Irland. Die Einführung von DVB-T hat sich wegen der abgesagten DVB-T-Ausschreibungen auch in Rumänien verzögert. Auf der anderen Seite gibt es auch einige kleinere Länder (z. B. Albanien, Estland, Malta), in denen Pay-DVB-T-Dienste noch vor den frei empfangbaren DVB-T-Diensten an den Start gegangen sind.
HD-Kanäle über DVB-T werden in Frankreich, Luxemburg, Italien, Spanien, Großbritannien, Norwegen, Ungarn, Lettland und Litauen angeboten. In Schweden und Finnland sollen die ersten HD-Dienste Ende 2010 bzw. Anfang 2011 an den Start gehen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender spielen nach wie vor eine wichtige Rolle auf den FTA-Plattformen (über ein Drittel der frei empfangbaren Sender sind öffentlich-rechtliche), aber naturgemäß weniger auf den Pay-TV-Plattformen (weniger als zehn Prozent).
Was die Genrevielfalt betrifft, so gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen FTA- und Pay-DVB-T-Plattformen. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da auf den frei empfangbaren Plattformen mehr landesweite Vollprogrammanbieter vertreten sind, während die Pay-TV-Plattformen sehr viel stärker von Spartenkanälen (Film, Sport usw.) geprägt sind.




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