Das krisengeschüttelte mobile Handy-Fernsehen auf DVB-H-Basis bleibt in Europa ein echtes Sorgenkind: Am Donnerstag wurde bekannt, dass nun auch der österreichische Telekommunikationskonzern 3 die Ausstrahlung einstellt.

Richtig erfolgreich war DVB-H in der Alpenrepublik nie, die meisten Handy-User werden vom Stopp kaum etwas mitbekommen. Branchenexperten schätzen die Zahl der Abonnenten auf maximal 15.000.

Aufgrund des mäßigen Erfolgs und der im Vergleich dazu hohen Kosten sei der Schritt in der Branche zudem schon lange erwartet worden, meldete die Zeitung "Österreich" am Donnerstagabend.

Gemeinsam mit den Partnern, dem Infrastruktur-Anbieter Media Broadcast, Orange und der A1-Mutter Telekom Austria, will 3 den Dienst spätestens zum Ende des Jahres ausknipsen.

Für die Kunden ändert sich fast nichts, denn die meisten mobilen TV-Zuschauer erhalten ihr Programm ohnehin per UMTS-Streaming - Smartphones mit DVB-H-Empfängern sind kaum im Umlauf.

Der Branchendienst "Heise" zitierte 3-Chef Jan Trionow, wonach per UMTS die Auflösung höher sei als es bei DVB-H der Fall war. Also ein Vorteil für die Kundschaft? Wie auch immer: Media Broadcast, Betreiber der DVB-H-Infrastruktur, muss den Angaben zufolge einen Millionenverlust verschmerzen. Das Unternehmen hatte den Vertrag mit den drei Netzpartnern A1 Telekom Austria, Orange Austria und 3 Ende 2009 gekündigt. Der Plan, innerhalb der einjährigen Kündigungsfrist ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, ging nicht auf. Die Mobilfunker wollten sich nicht in dem geforderten Ausmaß finanziell beteiligen, hieß es.

In Deutschland war eine vom Betreiber Mobile 3.0 forcierte DVB-H-Plattform zur Fußball-Europameisterschaft trotz Widerbelebungsversuchen im vorvergangenen Jahr endgültig gestorben. Auch der DMB-Rivale "Watcha" wurde gestoppt, weil sich zu wenig zahlende Kunden fanden. Das ist auch kein Wunder: Erstens versuchten die Betreiber für kostenfreie Programme monatliche Entgelte zu kassieren, zudem hielt sich die Bildqualität in engen Grenzen und auch die Anzahl der Handys mit DVB-H- und DMB-Empfängern kam über eine Handvoll Modelle nicht hinaus.