Die schweizerischen TV-Zuschauer müssen sich im kommenden Jahr auf mehr Werbung bei den Programmen der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe SRG/SSR einstellen.

Um dem Konzern zusätzliche Erträge zu ermöglichen, werde die Werberegelung moderat gelockert, teilte der Bundesrat am Mittwoch mit. Nachrichtensendungen und Sendungen zum politischen Zeitgeschehen dürfen wie bisher nur mit Werbung unterbrochen werden, wenn diese länger als 90 Minuten dauern. Neu dürfen aber ab 1. Januar andere Sendungen außerhalb der Hauptsendezeit alle 30 Minuten mit Werbung unterbrochen werden. Während der Hauptsendezeit von 18.00 bis 23.00 Uhr gilt die bisherige Regelung, wonach alle 90 Minuten eine Werbepause zulässig ist. Weiter wurde die maximal zulässige tägliche Werbezeit von acht auf 15 Prozent erhöht.

Die Einsparungen durch die Umstellung auf die jährliche Rechnungsstellung der Gebühren und die Lockerung der Werberegelung zugunsten der SRG/SSR waren mitentscheidend, dass der Bundesrat im Juni dieses Jahres auf eine Erhöhung der Empfangsgebühren verzichtet hatte. Die Rechnung für die Radio- und Fernsehempfangsgebühren wird künftig nicht mehr vierteljährlich, sondern nur noch einmal pro Jahr versendet. Mit der Umstellung sollen Einsparungen von neun bis zehn Millionen Franken erzielt werden - vor allem bei Druck- und Versandkosten. Wer wie bisher zahlen will, muss die Mehrkosten von zwei Franken pro Rechnung übernehmen. Die Umstellung beginnt im Januar.

Künftig können nach einem weiteren Beschluss des Bundesrates alle analog verbreiteten UKW-Radioprogramme digital terrestrisch im Frequenzband III auch außerhalb des konzessionierten Versorgungsgebiets verbreitet werden, das war den Veranstaltern mit sogenannten Splittinganteilen bisher verwehrt. Diese Öffnung war nötig, um in der Romandie den Aufbau der digitalen Übertragungstechnologie von Radioprogrammen (T-DAB) zu ermöglichen.

In dieser Region wird Ende Jahr zudem der Mittelwellensender Sottens im Waadtland abgeschaltet. Das darüber abgestrahlte Programm Option musique von Radio Suisse Romande kann in der ganzen französischsprachigen Schweiz über das digitale Radio DAB, über Kabel und über Satellit empfangen werden. Die SRG will künftig auf die analoge Mittelwelle verzichten, weil die Technologie als veraltet und ineffizient gilt
Zudem gab der Bundesrat einem geplanten täglichen Kinderprogramm auf SF2 grünes Licht. Es soll am späteren Nachmittag ausgestrahlt werden, falls zum selben Zeitpunkt wichtige Sportereignisse stattfinden sollten, darf die SRG mit der Übertragung dieser Ereignisse auf den Kanal SF info ausweichen.