Im Sommer 2011 sollen erstmals zwei österreichische Satelliten ins All starten. Eine indische Rakete wird die beiden baugleichen Mini-Satelliten mit den Bezeichnungen „TUGSAT-1“ und „UniBRITE“ ins All bringen, berichtet der „Standard“ in seiner Onlineausgabe. Wissenschaftliches Ziel des Duos ist die Vermessung von Helligkeitsschwankungen von Sternen mit bisher nicht erreichter Genauigkeit. Daraus erhoffen sich die Forscher Verbesserungen der Theorien über den Aufbau von Sternen und im weiteren Sinn auch über die Geschichte des Universums, hieß es weiter.

Die beiden Satelliten haben die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von 20 Zentimetern und eine Masse von je sieben Kilogramm. „TUGSAT-1“ wurde von der Technischen Universität Graz gebaut, der baugleiche „UniBRITE“ im Auftrag der Uni Wien vom Space Flight Laboratory der Universität Toronto (Kanada) entwickelt. Das Pärchen ist Teil der Mission „BRITE“ (Bright Target Explorer). Zu den österreichischen Satelliten werden sich weitere vier, ebenfalls baugleiche Satelliten gesellen – je zwei aus Polen und Kanada, die bis 2012 in das All fliegen sollen.

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) beschloss bereits am 26. Oktober 2005, im Rahmen des Österreichischen Weltraumprogramms ASAP – einem Impulsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) – ein vom Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation (IKS) der TU Graz vorgeschlagenes Projekt für den Bau des ersten österreichischen Satelliten zu fördern, teilte das Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der Technischen Universität Graz mit.

Der Satellit soll laut Angaben der TU Graz Mitte 2011 als sekundäre Nutzlast (huckepack) von Shriharikota in Indien gestartet werden. Es wird eine Trägerrakete vom Typ PSLV der Indischen Weltraum Organisation ISRO verwendet, hieß es weiter.

TUGSAT-1 stellt eine herausfordernde wissenschaftliche und technologische Mission dar. Für diesen ersten österreichischen Satelliten wurde als wissenschaftliche Nutzlast eine Sternenkamera gewählt, die die Helligkeitsschwankungen massiver, sehr heller Sterne mit Hilfe differentieller Photometrie mit bisher nicht erreichter Genauigkeit messen wird. Diese massiven Sterne sind ihrer Natur nach instabil (Partikel können beispielsweise die Gravitationskräfte überwinden). Astronomen erwarten über die Messung der Helligkeitsfluktuationen neue Aufschlüsse über die Rotation und die inneren Vorgänge dieser Sterne in der Helligkeitsklasse +3.5, von denen es ca. 340 gibt (der Großteil davon in der Milchstraße). Dies soll der Verbesserung der Theorien über die Entstehung des Universums dienen.

TUGSAT-1/ BRITE-Austria – Daten und Fakten:

  • Abmessungen: 20 x 20 x 20 cm
  • Masse: 7 kg
  • Datenübertragungsrate: 32 kbit/s (min.), 256 kbit/s (max.)
  • Datenvolumen/Tag: 180 – 2.000 KByte pro Tag
  • Frequenzbereiche: S-Band (downlink), UHF (uplink), VHF (Beacon)
  • Sendeleistung: 0,5 Watt