Der deutsche Fernsehmarkt hat ein Wachstumspotenzial von jährlich 4,8 Prozent, prognostiziert die am 24. Februar veröffentlichte Analyse „TV-Markt im Umbruch“ der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag von Liberty Global. Allerdings habe das TV-Kerngeschäft in den vergangenen fünf Jahren weitgehend stagniert. Die fortschreitende Digitalisierung sowie die Konvergenz des TV- und Video-Marktes biete den Infrastruktur- und Content-Anbietern nun die Chance, mit neuen Inhalten und Diensten wieder substanzielles Wachstum zu generieren. Bis 2015 sei somit ein Anstieg des TV- und Video-Umsatzvolumens von heute 15 Milliarden Euro auf dann 20,1 Milliarden Euro möglich. Dazu müssten allerdings sowohl die Infrastruktur- als auch die Content-Anbieter ihre bisherigen Geschäftsmodelle an die Verschiebung von einem Analog-TV-geprägten Umfeld hin zu einem konvergenten „Digital Home-Ecosystem“ anpassen.

„Künftig kann kein Marktteilnehmer den Kunden bzw. Zuschauer mehr alleine bedienen. Vor diesem Hintergrund müssen dringend neue Geschäfts- und Kooperationsmodelle entstehen, die von der Lizenzierung und Programmierung attraktiver Inhalte bis zur Vermarktung und Distribution zum Zuschauer optimal auf die Bedürfnisse der Endkunden zugeschnitten sind“, erklärt Thomas Künstner, Partner und Medienexperte von Booz & Company. „Um echte Innovationen erfolgreich im Markt zu platzieren, müssen die relevanten Player ihre Kräfte bündeln und verstärkt in neue digitale Dienste investieren.“ Auf der Contentseite sind neue interaktive Formate, Pay-TV-Pakete, Video on Demand-Angebote und HD-Inhalte gefragt. Bei der Distribution geht es eher darum, strategische Allianzen bei der Konstruktion intelligenter und interaktiver Plattformen einzugehen.