Der für Recht, Regulierung und Distribution zuständige Vorstand des Münchner Pay-TV-Anbieters Sky, Holger Enßlin, hat sich für eine Verschärfung des Urheberrechts ausgesprochen.
In einer Broschüre des Branchenverbandes Bitkom wirbt Enßlin unter anderem dafür, dass Rechteinhaber künftig schneller an die Daten der surfenden Kundschaft bei Internet-Providern gelangen sollen. Wichtig für die Bekämpfung
illegaler Angebote sei eine "angemessene Einbeziehung der Rolle der Zugangsanbieter", schreibt der Manager in einem Gastbeitrag.
Auskunftsansprüche müssten als "wichtiges Element der Rechtsverfolgung" den Ausgleich zwischen Interessen der Rechteinhaber, Provider und mutmaßlichen Verletzern suchen.
Enßlin hofft gleichzeitig auf die Einführung eines "Warnhinweismodelles". Weitere Instrumente wie die gemeinsame Unterbindung des Zugriffs auf illegales Livestreaming würden die Internetpiraterie weiter begrenzen, glaubt Enßlin. Politik und der Gesetzgeber müssten auf die Bedrohungen "angemessen reagieren". Was darunter zu verstehen ist, gibt es unterschiedliche Auffassungen.
So wäre die Sperrung von Live-Streaming-Portalen wie Kino.to nur dann möglich, wenn der Internet-Verkehr insgesamt überwacht und reguliert würde. Eine traumatische Vorstellung nicht nur für Bürgerrechtler. Auch die Idee, Provider künftig zur schnellen Auskunft zu verpflichten, rüttelt an grundlegenden rechtlichen Vorgaben.
Immerhin will Enßlin mit seinen Maßnahmen "nicht ungebührlich in die Privatsphäre eingreifen", außerdem sollen sie sich im "Rahmen datenschutzrechtlicher Bestimmungen bewegen".




Reply With Quote