Die gemeinsame Onlinevideoplattform der Privatsender ProSiebenSat.1 und RTL Deutschland steht vor dem Aus. Nach Informationen der Financial Times Deutschland hat das Bundeskartellamt beiden Sendergruppen am Mittwoch signalisiert, dass es die Pläne für eine senderoffene Internetplattform nach dem Vorbild des US-Angebots Hulu nicht genehmigen wird. Beide TV-Unternehmen bestätigten der FTD, dass sie von der Bonner Wettbewerbsbehörde eine vorläufige Einschätzung zu dem Projekt bekommen haben. „Das Bundeskartellamt sieht dabei offenbar kartellrechtliche Probleme“, hieß es.
Das sich abzeichnende Veto der Kartellwächter beschert den beiden führenden deutschen Privatsendern einen herben Rückschlag beim Aufbau eines Geschäftsmodells für digitale Videoinhalte im Internet. Gemeinsam wollten sie eine werbefinanzierte Plattform aufbauen, auf der die Nutzer kostenlos Nachrichtensendungen, Serienfolgen, Filme und Shows abrufen können – bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung im Fernsehen. Andere Sender sollten sich an dem Angebot beteiligen können.
Angesichts der dominanten Position der Mediengruppe RTL Deutschland und von ProSiebenSat.1 im deutschen Privatfernsehen hat das Kartellamt offenbar strenge Auflagen für die Digitalpläne gefordert. Die Prüfungsfrist war bereits einmal verlängert worden. „Ziel der Gespräche war eine Freigabe des Projekts auch unter Auflagen“, sagte ein Sprecher der RTL-Mediengruppe Deutschland. „Am Ende jedoch waren die Vorstellungen des Amtes für uns nicht akzeptabel.“
Das Kartellamt hat den Sendern nun bis zum 10. März Zeit für eine Stellungnahme gegeben. Doch die Chancen, dass die Plattform noch zustande kommt, stehen schlecht. „Wir werden die Möglichkeit nutzen, eingehend Stellung zu beziehen und warten dann die finale Entscheidung des Amtes ab. Wir behalten uns vor, diese anschließend gerichtlich überprüfen zu lassen“, hieß es bei den Sendern.




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