Die Digitalisierung der terrestrischen Rundfunkübertragung ist in Österreich so gut wie abgeschlossen. Am 7. Juni werden die letzten Arbeiten erledigt, wie die Österreichische Rundfunksender GmbH (ORS) am Freitag mitteilte, die für Aufbau und Betrieb der technischen Infrastruktur für DVB-T in Österreich verantwortlich zeichnet.

Nächstes Ziel sei die zügige Einführung des DVB-T2 Standards. Sie soll Marktanteile der Terrestrik erhöhen, hieß es. Mittels DVB-T2 könne das Programmangebot wettbewerbsfähig ausgebaut werden. Die neue Technologie wird während des Jahres 2012 in den Ballungsräumen eingeführt. Der Marktanteil der Terrestrik soll auf 12 bis 15 Prozent gesteigert werden.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Österreich eine Frequenzausschreibung zur Übertragung von digitalem Antennenfernsehen im neuen Standard DVB-T2 noch in diesem Sommer plant. Das ging aus dem "Digitalisierungskonzept 2011" der Medienbehörde KommAustria hervor, das am 1. Mai für eine Dauer von zwei Jahren in Kraft getreten ist.

DVB-T2 ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Übertragungsstandards DVB-T und ermöglicht einerseits den Transport von erheblich mehr TV-Programmen in einem Fernsehkanal andererseits die Verbreitung hochauflösender Programme. Dazu wird ein verbessertes Kompressionsverfahren genutzt.

Im Geschäftsfeld Satellit peilt die ORS Umsatzzuwächse durch neue Dienstleistungen rund um die Verschlüsselungsplattform ORF Digital an. Marktprognosen, zum Beispiel für Westeuropa, sagten für die kommenden fünf Jahre einen deutlichen Trend der Haushaltsausgaben für den Fernsehempfang voraus. Aktuell werde die ORS die steigende Nachfrage nach Pay-TV oder HDTV-Programmen deutscher Privatsender in Österreich unterstützen.

Weitere große Marktchancen sieht das Management der Pressemitteilung zufolge im
steigenden Bandbreitenbedarf durch HDTV und 3D-TV. Dem Trend in Deutschland folgend soll noch in diesem Jahr die Radio-Digitalisierung mit DAB+ vorangetrieben werden. Der Testbetrieb in Wien startet noch 2011.

Die Technologie erlaubt die Übertragung von etwa 15 Radioprogrammen in einem Hörfunkkanal - wesentlich mehr als bisher. Für den Betrieb sind insgesamt fünf Multiplexe in der Alpenrepublik vorgesehen. Eine Ausschreibung erfolgt jedoch erst, wenn es "ausreichende Nachfrage aus dem Markt" gebe, hieß es kürzlich.