Das chinesische IT-Unternehmen Lenovo hat am Dienstagabend die Übernahme des deutschen Multimedia-Herstellers Medion bekannt gegeben. Am heutigen Mittwoch verkündete auch die in Essen ansässige Medion AG das öffentliche Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien des Aldi-Zulieferers gegen Barzahlung von 13 Euro je Aktie. Der Kauf steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.

Medion hat nach eigenen Angaben bereits ein so genanntes Business Combination Agreement mit Lenovo abgeschlossen, welches unter anderem auch die zukünftige geschäftliche Kooperation zwischen zwischen beiden Unternehmen festlegt.

Medion beliefert unter anderem den Discounter Aldi mit PC- und Multimedia-Produkten wie Computern, Notebooks, Monitoren, Scannern, Druckern oder Software, außerdem mit Unterhaltungs- und Haushaltselektronik wie Fernsehern, DVD- und Blu-ray-Playern oder Festplattenrekordern sowie Kommunikationstechnik wie Receivern, Telefonen, Fax-Geräten oder Anrufbeantwortern.

Lenovo bezeichnet sich selbst als das am schnellsten wachsende PC-Unternehmen der Welt und würde mit der Transaktion seinen Marktanteil in Deutschland auf 14 Prozent verdoppeln. Der Konzern mit Sitz in Peking, der 2005 das weltweite Geschäft mit Desktop-PCs und Notebooks von IBM übernommen hatte und dadurch zum weltweit drittgrößten PC-Anbieter wurde, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 rund 21 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht. Die Aktie von Medion stieg an der Börse nach der Bekanntgabe der Übernahme teilweise um über 17 Prozent.