Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat sich am Donnerstag für den frühen Start seiner HDTV-Programme ein kräftiges Eigenlob ausgestellt.

Der "große Publikumserfolg" unterstreiche die Richtigkeit der Entscheidung, ORF1 und ORF2 auch hochauflösend anzubieten, sagte Generaldirektor Alexander Wrabetz. Auf welche Zahlen sich diese Einschätzung stützt, blieb im Dunkeln. In diesem Jahr hätten rund 700.000 Zuschauer auf die HD-Programme nicht mehr verzichten wollen, hieß es in einer Mitteilung lediglich.

Es ist unklar, was sich hinter dieser Zahl verbirgt - ob damit der technische Verbreitungsgrad, der Marktanteil oder die Quote über einen bestimmten Zeitraum gemeint ist. Denn dazu machte die Rundfunkanstalt keine Angaben.

Laut ORF sehen derzeit nur etwa zehn Prozent des Publikums regelmäßig HD-Formate, der überwiegende Anteil nutzt also die klassischen SD-Programme. Diese prozentuale Angabe beißt sich mit der genannten Zahl der HD-Zuschauer, denn im Mai erreichten ORF1 und ORF2 täglich etwa 4,8 Millionen Menschen. Zehn Prozent wären 480.000 - und nicht 700.000 wie angegeben.

Auf Anfrage der SAT+KABEL stand der in der Mitteilung genannte zuständige Pressereferent wegen eines längeren Urlaubs nicht zu zur Verfügung, eine Reaktion auf eine weitere Anfrage bei einer Kollegin steht noch aus.

Fest steht nur: Vor drei Jahren startete der Österreichische Rundfunk als einer
der ersten öffentlich-rechtlichen Sender in Europa mit der Ausstrahlung
eines seiner Vollprogramme im HD-Standard. Seit Juni 2008 ist ORF1 empfangbar, ORF2 folgte im Dezember 2009. Der öffentlich-rechtliche Sender verschlüsselt seine Programme, um Geld bei Lizenzeinkäufen von Hollywood-Ware zu sparen.