Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen forderte zum Abschluss der IFA 2011 ein auch künftig frei empfangbares, werbefinanziertes digitales Privatfernsehen. „Das derzeitige analoge Free-TV-Angebot muss auch digital ohne Zusatzgebühr in den Kabelnetzen verfügbar bleiben", erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Darüber hinaus bedeutet eine weitreichende zwangsweise Adressierbarkeit das Ende der anonymen Rundfunknutzung und ist auch datenschutzrechtlich bedenklich."
Nur 42,5 Prozent der Kabelhaushalte haben digitale Endgeräte
Nach dem am 6. September auf der IFA von den Landesmedienanstalten vorgestellten Digitalisierungsbericht 2011 empfangen mehr als zwei Drittel der deutschen TV-Haushalte digitales Fernsehen. Das entspricht 25,5 Millionen von insgesamt 37,7 Millionen Haushalten und entspricht einem Zuwachs von 2,4 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Von den 18,9 Millionen Kabelhaushalten verfügen danach aktuell 42,5 Prozent über digitale Endgeräte, obwohl das Kabel zu 100 Prozent digitalisiert ist.
Verschlüsselung der Privatsender hält Kabelkunden vom Digitalumstieg ab
Wesentlicher Grund der Zurückhaltung der Kabelkunden ist laut dem GdW vor allem die bei vielen Netzbetreibern übliche entgeltrelevante Verschlüsselung privater werbefinanzierter TV-Programme. Diese halte viele Kabelkunden von der digitalen Nutzung ab. Der GdW fordert daher von den Sendern und Kabelnetzbetreibern die Abkehr von der Verschlüsselung analog bisher frei empfangbarer TV-Programme, anderenfalls ein gesetzliches Verbot. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass digitale TV-Programme, die via Satellit von jedermann unverschlüsselt frei empfangen werden können, nur im Kabel verschlüsselt angeboten werden“, sagte Gedaschko. Auch sei die Verschlüsselung dieser Programme mit den Grundsätzen des Rundfunkstaatsvertrages nicht vereinbar.
Nur Öffentlich-Rechtliche bei großen Netzbetreibern frei zu empfangen
Besonders bei einigen großen Netzbetreibern sind nur alle digitalen öffentlich-rechtlichen sowie deren hochauflösende Programme wie das Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD mit den entsprechenden Empfangsgeräten digital ohne Zusatzkosten empfangbar. Für den Empfang der verschlüsselten werbefinanzierten Programme privater Anbieter sind – wie bei einem Pay-TV-Empfang – spezielle Geräte oder Module für TV-Flachbildschirme mit einem CI+-Schacht sowie eine Smartcard notwendig. Dies erhöht die Kosten und den Bedienungsaufwand für den digitalen Empfang. Der digitale Empfang mit Zweit- und Drittgeräten wird durch die Verschlüsselung zusätzlich unattraktiv. „Nur eine unverschlüsselte Verbreitung digitaler werbefinanzierter Programme wird die Attraktivität digitaler Programme im Kabel steigern“, ist der GdW-Präsident überzeugt. Außerdem lehnt der GdW für werbefinanzierte Programme den Einsatz restriktiver Kopierschutzmaßnahmen und weit in die Privatsphäre der Zuschauer eingreifende Rechtemanagementsysteme ab.




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