Die RTL Group geht in Europa auf Expansionskurs: Die ungarische Regulierungsbehörde NMHH hat am Donnerstag die Fusion des Privatsenders RTL Klub mit dem Spartensender-Veranstalter IKO durchgewunken.

Der zuvor bereits von der zuständigen Wettbewerbsbehörde genehmigte Deal verschafft der RTL-Tochter einen deutlich größeren Einfluss im osteuropäischen TV-Markt. Neben dem landesweiten Musiksender Muszika TV steuert die IKO-Gruppe die in Rumänien lizensierten Kabelsender Cool (Jugend), Reflektor (Prominenten-Nachrichten), Prizma, DoQ, F&H und Sorozat+ sowie zwei Spielfilmkanäle unter dem Label Film+ bei.

RTL Klub wird über die Bezahlplattformen von UPC, RCS und Boom verbreitet und ist der größte ungarische Privatsender. Die luxemburgische RTL Group ist mit 49 Prozent größter Anteilsinhaber. Weitere Beteiligungen halten das Telekommunikationsunternehmen Magyar (25 Prozent), der TV-Produzent Grundy (20 Prozent) über seine internationale Holding sowie die Raiffeisen-Unic-Bank (6 Prozent).

Nach Angaben der Regulierungsbehörde wird der Zusammenschluss aufgrund der entstehenden marktbeherrschenden Stellung im ungarischen TV-Markt unter besondere Auflagen gestellt. Unter anderem muss die RTL-Gruppe sich zu einem Ausbau der Nachrichtenberichterstattung verpflichten. Über die finanziellen Rahmenbedingungen wurde nach Angaben der beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.