Dass der Netzbetreiber Unitymedia mit unverschlüsselt ausgestrahlten digitalen Free-TV-Sendern die Fusion mit Kabel-BW retten will, ist beim mittelständischen Kabelverband FRK auf scharfe Kritik gestoßen.
Die Organisation bezeichnete die angebotenen Zugeständnisse am Donnerstagnachmittag als "reine Augenwischerei". Ein echtes Zugeständnis wäre die Technologieneutralität der verschlüsselten HD-Programme anstatt der verborgenen Hoffnung, die Marktteilnehmer würden schon nicht bemerken, dass die nächste Runde proprietärer Technik spätestens bei Abschaltung der SD-Verbreitung bei dann vermehrter Marktmacht anstehe, hieß es.
Solange die Bundesregierung ein Entflechtungsgesetz weiterhin verzögerte und verwässere, müsse eine weitere Konzentration im Kabel- und Telekommunikationsbereich entgegengewirkt werden, erklärte der FRK. Die Zugeständnisse zielten einseitig auf die Deutsche Telekom ab, um sie "heimzuholen in das Kartell der heuschrecklichen Infrastrukturbetreiber", was wiederum den Verzicht auf ein Entflechtungsgesetz erkläre.
Der FRK vertritt nach eigenen Angaben 8.000 kleine und mittelständische Netzbetreiber und Anbieter, die angeblich bis zu 16 Millionen Kabelanschlüsse technisch verwalten. Der Verband fürchtet bei einer stärkeren Konzentration im Kabelnetz unter anderem eine weitere Anhebung der Transportgebühren durch die großen Netzanbieter. Unitymedia, das zum US-Konzern Liberty Global gehört, will mit Kabel-BW verschmelzen. Das Bundeskartellamt hat allerdings Einwände. Eine finale Entscheidung soll erst Mitte Dezember getroffen werden.




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