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Thread: Primacom / Tele Columbus / PŸUR

  1. #81
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    Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und PrimaCom schließen sich zusammen

    Die Tele Columbus AG, der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber, hat heute eine Vereinbarung zum Erwerb des viertgrößten deutschen Anbieters, der PrimaCom Holding GmbH, unterzeichnet. Der Kaufpreis liegt bei 711 Millionen Euro vor Berücksichtigung von Barbeständen und Verbindlichkeiten. Durch den geplanten Zusammenschluss von zwei der führenden Anbieter entsteht eine starke Nummer Drei im deutschen Kabelmarkt mit insgesamt rund 2,8 Millionen angeschlossenen Haushalten und enger Orientierung an den Bedürfnissen der Wohnungswirtschaft. Der Vollzug der Transaktion wird für den 31. Juli 2015 erwartet.

    Mit dem Erwerb von PrimaCom treibt Tele Columbus die Konsolidierung im deutschen Kabelmarkt weiter voran und unterstreicht damit seine führende Rolle in diesem Prozess. Der Zusammenschluss der beiden größten mittelständischen Netzbetreiber stärkt den Wettbewerb mit Breitband-Internet, Telefonie und digitalen Fernsehangeboten in Deutschland. Die neue Größe verspricht ein attraktives Wachstumspotenzial für die Dienste Internet, Telefonie und Premium TV und erlaubt es, Skaleneffekte über die gesamte Kundenbasis und den gesamten Kabelnetzbestand zu realisieren. Die Verbindung beider Unternehmen ermöglicht es künftig, die Einführung neuer Produkte und technologischer Innovationen im Interesse der Partner und Kunden noch schneller voranzutreiben.

    “Dies ist eine zukunftsweisende Transaktion für Tele Columbus, mit der wir unsere Position als Nummer 3 im deutschen Kabelmarkt weiter ausbauen und einen starken Marktakteur schaffen“, so Ronny Verhelst, Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus AG. „Da sich die Netze von Tele Columbus und PrimaCom hervorragend ergänzen und die Ausrichtung der Unternehmen auf die wohnungswirtschaftliche Kundenbasis vergleichbar ist, besitzt diese Zusammenführung eine große strategische und wirtschaftliche Logik. PrimaCom hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende finanzielle und operative Leistung gezeigt – und wir freuen uns auf weitere gemeinsame Erfolge in der Zukunft.“

    Joachim Grendel, CEO und Sprecher der Geschäftsführung von PrimaCom ergänzt: „Die Kombination von PrimaCom und Tele Columbus bildet eine hervorragende Ausgangslage für den zukünftigen Wettbewerb mit den globalen Medien- und Telekommunikationskonzernen. Von dieser neuen Kabel-Ehe profitiert der Verbraucher, die Wohnungswirtschaft und der Medien- und Technologiestandort Deutschland insgesamt.“

    PrimaCom besitzt und betreibt ein eigenes, hochleistungsstarkes hybrides Glasfaser-Coax-Netz (HFC), über das rund 1,2 Millionen angeschlossene Haushalte mit Kabelfernsehen und Telekommunikationsdiensten versorgt werden. Als bundesweiter Anbieter mit regionalem Fokus ist das Unternehmen ein erfolgreich etablierter Anbieter im deutschen Telekommunikations*markt. Im Jahr 2014 erwarb PrimaCom den Kabelnetzbetreiber Deutsche Telekabel GmbH mit rund 270.000 angeschlossenen Haushalten und wies zum Jahresende einen Gesamtumsatz von 132 Millionen Euro sowie ein Normalisiertes EBITDA in Höhe von 55 Millionen Euro aus, was eine EBITDA Marge von 42 Prozent bedeutete. PrimaCom beschäftigt derzeit rund 450 Mitarbeiter und hat seine Unternehmenszentrale in Leipzig.

    Der Zusammenschluss mit Tele Columbus wird rund 2,8 Millionen angeschlossene Haushalte auf einer Plattform zusammenführen – mit einem gesteigerten Fokus auf die ostdeutschen Kernregionen sowie einige westdeutsche Schwerpunktgebiete wie Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Bei Tele Columbus und PrimaCom sind jeweils 56% beziehungsweise 57% der angeschlossenen Haushalte voll rückkanalfähig aufgerüstet und werden mit eigenen Signalen über ein unabhängiges Netz versorgt. Beide Unternehmen haben Investitionsprogramme aufgelegt, um die Anbindung weiterer Haushalte an die eigene Signalversorgung voranzutreiben und die Zahl der rückkanalfähigen Haushalte zu steigern.

    Die Finanzierung des Erwerbs von PrimaCom durch Tele Columbus erfolgt aus frei vorhander Liquidität, einer bereits fest zugesagten Bankenfinanzierung – bestehend aus einer besicherten und einer nachrangigen Tranche – sowie einer Brückenfinanzierung von 125 Millionen Euro. Die Transaktion bedarf keiner aufsichtsbehördlichen Genehmigung und unterliegt nicht der Fusionskontrolle. Der Vollzug der Transaktion wird für den 31. Juli 2015 erwartet.

    Aufgrund des Erwerbs von PrimaCom verschiebt Tele Columbus die Veröffentlichung der Ergebnisse für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2015 vom 7. August 2015 auf den 14. August 2015.

    Kennzahlen im Überblick
    Mio. €, für 2014 Tele Columbus PrimaCom
    Umsatz 213 132
    Normalisiertes EBITDA 99 55
    % Marge 46% 42%

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  3. #82
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    primacom startet Technologie-Offensive für mehr Digital-TV

    Baustellen im Sommer sind ein vertrautes Bild auf deutschen Autobahnen – aber auch auf den Datenautobahnen für Internet, Telefon und Fernsehen wird jetzt gearbeitet, wenn die meisten Verbraucher Urlaub machen: primacom, der viertgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland, nutzt die Sommermonate für eine umfassende technologische Aufrüstung seiner Netze. Dabei werden in den Sommermonaten neue „Fahrspuren“ für noch mehr digitale Fernsehprogramme, mehr HD-Sender und noch schnelleres Internet eingebaut. An rund 500 zentralen Knotenpunkten des gesamten primacom-Kabelnetzes in ganz Deutschland bauen speziell geschulte Technikspezialisten neue, hochmoderne Sende- und Empfangskomponenten ein – ein technisch und logistisch anspruchsvolles Projekt, bei dem eine ganze Armada an Technikern zwischen Zittau und Zingst, von Hamburg bis zum Bodensee ausschwärmen wird. Das macht sich auch für den Verbraucher bemerkbar: Den Austausch der Technik-Komponenten erkennt der Zuschauer an einer Sendepause, bei der das Fernsehbild zeitweise wegbleibt. Dies findet regional unterschiedlich grundsätzlich entweder nur in den sehr frühen Morgenstunden ab ca. 3:00 Uhr oder tagsüber und außerhalb der Hauptsendezeiten statt; während wichtiger weltpolitischer Ereignisse oder Sportübertragungen ruhen die Arbeiten am Netz.

    Sender wechseln ihre „Fahrspur“ im Kabelnetz –Bahn frei für bis zu 500 Mbit/s im Zentralnetz von primacom
    Danach wechseln einige Sender ihre Frequenz – sozusagen die „Fahrspur“ im Kabel: Sie werden dabei so neu arrangiert, dass künftig zusätzliche digitale Programme und neue HD-Sender die Datenautobahn befahren können. Außerdem baut primacom eine Überholspur für Internet-Kunden: Sie sollen zukünftig auf bis zu atemberaubende 500 Mbit/s beschleunigen können. Die erste Rennstrecke für diese Geschwindigkeiten wird derzeit bereits im Nordosten des primacom-Netzes entlang der ringförmigen Glasfaserleitung um Berlin, Schwerin, Anklam und Eisenhüttenstadt ausgebaut; die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren.

    Das größte Verkehrshindernis auf diesem Weg sind jedoch die analogen TV-Sender, die nur noch von einem kleinen Teil der Zuschauer genutzt werden – sie „verstopfen“ regelrecht das Frequenzband. primacom hat durch eine große Verbraucherstudie untersucht, welche Verbraucher noch weiter analog fernsehen möchten – warum und mit welchem Gerät. (Die Studie steht im Newsroom unter http://news.primacom.de zum Download zur Verfügung). Dabei wurde auch untersucht, welche TV-Sender Analog-Zuschauer (typischerweise ältere Generation, weiblich, mit geringem Interesse am TV) kaum sehen.

    Für einen Teil der digitalen Zuschauer kann sich die Programmsortierung der TV-Sender ändern; dabei stellen sich die von primacom bereit gestellten Receiver vollautomatisch auf die neue Kanalbelegung ein. Bei allen anderen Geräten ist die Umstellung in der Regel sehr einfach und selbsterklärend über interaktive Menüs möglich und in den jeweiligen Bedienungsanleitungen beschrieben.

    Umfassende Verbraucher-Information und Unterstützung der Wohnungswirtschaft
    primacom begleitet die Technologie-Offensive durch umfassende Verbraucherinformation und leistet umfangreiche Aufklärungsarbeit: Dabei informiert primacom die Lokalredaktionen der Tagespresse und Radiosender über den jeweiligen Zeitpunkt der technischen Umstellung vor Ort. Vermieter und Wohnungsunternehmen werden über die genauen Umstellungstermine schriftlich informiert. Und die Kunden werden per Post angeschrieben und über Hausaushänge informiert. Persönliche Beratung erhalten Kunden in den primacom-Shops und bei Medienberatern vor Ort – und auch die Verbraucher, die die Programmumstellung nicht selbst vornehmen wollen, werden nicht allein gelassen: primacom hat mit seinen Partnern aus dem Fachhandel Sonderkonditionen vereinbart, die die Umstellung zum günstigen Pauschalpreis (max. 30 Euro/Gerät) vornehmen.

    primacom-Technikchef Ludwig Modra: „Schon heute bevorzugen über 70% der Fernsehhaushalte in unseren Netzen den digitalen Fernsehempfang; die Nachfrage nimmt durch die große Verbreitung von Flachbild-Fernsehern massiv zu. Wir freuen uns deshalb, unser digitales Angebot demnächst deutlich erweitern zu können. Unsere Techniker und Planer haben sich monatelang auf die kommende Technologie-Offensive vorbereitet, die wir über den Sommer für die Fernsehzuschauer so unauffällig wie möglich gestalten wollen.“

  4. #83
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    primacom richtet kostenloses WLAN in Aschersleben ein

    Künftig können alle Ascherslebener hohe Bandbreiten auch außerhalb der eigenen vier Wände nutzen, denn primacom stellt ab sofort kostenloses WLAN in der Stadt zur Verfügung. In den vergangenen Wochen wurden hierfür gleich mehrere Sender direkt in der Innenstadt installiert, die dort jetzt drahtloses Internet verfügbar machen. Insgesamt wurden fünf Standorte in der Aschersleben mit dieser Technik ausgestattet: Vorderbreite 24, Markt 9, Neue Straße 2, Herrenbreite 3 und Breite Straße 34. Nach dem symbolischen Start des Netzes am 17.7.2015 können dann alle Ascherslebener und Besucher kostenfrei (30 Minuten täglich) und mit Hochgeschwindigkeit ins Netz können, wenn sie in Reichweite der Hot-Spots unterwegs sind. Sobald man in den Bereich eines HotSpots kommt, wird dieser vom Smartphone, Tablet oder Laptop als verfügbares WLAN-Netzwerk angezeigt und kann dann ausgewählt werden. Beim Aufrufen einer beliebigen Internetseite über den bevorzugt genutzten Browser erscheint automatisch die Portalseite für primacom-HotSpots. Die Anmeldung erfolgt nach kurzer Registrierung mit Angabe der Mobilfunknummer, an die dann die Zugangsdaten per SMS verschickt werden. Ab dem Einloggen mit diesen Daten ist der Internetzugang für 30 Minuten pro Tag kostenfrei verfügbar. Der Wechsel zwischen den einzelnen Senderstandorten ist dabei problemlos möglich.

    primacom-Internetkunden können dieses kostenlose Angebot übrigens immer kostenfrei und zeitlich unbegrenzt nutzen, sobald sie in Reichweite des HotSpots sind. Hierzu ist lediglich eine einmalige Registrierung mit den von primacom zur Verfügung gestellten Email-Zugangsdaten notwendig.

  5. #84
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    Tele Columbus plant Kapitalerhöhung zur Finanzierung weiterer Zukäufe

    Die Tele Columbus AG, der drittgrößte deutsche Kabelnetz*betreiber, verfolgt auch nach dem mittlerweile vollzogenen Erwerb der PrimaCom Holding GmbH aktiv die Absicht, weitere Zukäufe zu tätigen. Dazu plant die Gesellschaft die Durchführung einer Barkapitalerhöhung. Über diese soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 14. September 2015 beschließen. Angestrebt wird ein Bruttoemissionserlös von 240 Millionen Euro.

    „Die Kapitalerhöhung schafft für die Gesellschaft die Möglichkeiten, ihr qualitatives Wachstum in Europas attraktivstem Kabelmarkt weiter erfolgreich fortzusetzen und ihre Position als
    Nummer 3 im deutschen Kabelmarkt noch weiter auszubauen“, so Ronny Verhelst, Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus AG. „Wir sind zuversichtlich, diese zusätzlichen Möglichkeiten wertsteigernd für das Unternehmen und seine Aktionäre nutzen zu können.“

    Eine Finanzierung weiterer maßgeblicher Zukäufe wäre ohne die vorgeschlagene Kapitalerhöhung auf Basis der aktuellen Finanzierungsstruktur der Gesellschaft derzeit nicht möglich. Der Gesellschaft steht zwar ein genehmigtes Kapital zur Verfügung; dieses soll jedoch primär zur Rückführung einer Brückenfinanzierung verwendet werden, die Teil der Akquisitionsfinanzierung für primacom ist und am 15. Dezember 2015 zur Rückzahlung fällig wird. Das genehmigte Kapital würde daher allenfalls teilweise für die Finanzierung weiterer Akquisitionen oder zur Reduzierung der Verschuldung zur Verfügung stehen.

    Sofern sich die Möglichkeit zu weiteren Zukäufen zeitnah ergibt, können die Einnahmen aus der Kapitalerhöhung unmittelbar zur Zahlung des Kaufpreises verwendet werden. Ansonsten können die Mittel vorgehalten oder dazu verwendet werden, bestehende Darlehen zurückzuführen, um so den Verschuldungsgrad der Gesellschaft zu reduzieren und dadurch die Aufnahme von neuem Fremdkapital zur Finanzierung von Akquisitionen zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen.

    Den Aktionären der Tele Columbus AG soll das Bezugsrecht eingeräumt werden. Der Bezugspreis, zu dem die Aktionäre die neuen Aktien zeichnen können, wird erst unmittelbar vor der Durchführung der Kapitalerhöhung anhand der dann aktuellen Marktsituation, des aktuellen Börsenkurses und eines im Vergleich mit anderen Bezugsrechtskapitalerhöhungen angemessenen Abschlags gegenüber dem Börsenkurs festgelegt. Die maximale Zahl der neuen Aktien wird die bereits bestehende Aktienzahl nicht übersteigen.

  6. #85
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    Wundersame Geldvermehrung bei Primacom

    Kommentar von Stefan Hofmeir, Herausgeber von digitalfernsehen:

    Tele Columbus zahlt für den Leipziger Wettbewerber aktuell 711 Millionen Euro. In einem KPMG-Gutachten war Primacom 2010 jedoch nur 1,3 Millionen Euro wert. Hat Tele Columbus zu viel bezahlt oder gab es damals Ungereimtheiten?

    Primacom und Tele Columbus standen in den vergangenen Jahren schon mehrmals vor dem Traualtar: 2007 wollte der damalige Großaktionär, der Finanzinvestor Orion/Escaline, die Unternehmen zusammenführen. Im Oktober 2013 schickte Primacom vergebens ein Kaufangebot an Tele Columbus, im November bekam Tele Columbus bei der Revanche ebenfalls einen Korb. Sinn macht der Zusammenschluss sicherlich, da beide Unternehmen die gleichen Regionen beackern und es ein hohes Einsparungspotential gibt.

    Einzig und allein: Ist der Kaufpreis von 711 Millionen Euro für den operativen Betrieb angemessen oder jenseits von Gut und Böse? Zumal Tele Columbus selbst nur eine Marktkapitalisierung von knapp 700 Millionen Euro besitzt und demnächst die Haltefristen einiger Aktionpakete enden. Hierdurch könnte der Aktienkurs stark unter Druck geraten. Nach eigenen Angaben will Tele Columbus die 711 Millionen zum Teil aus den Einnahmen von rund 370 Millionen Euro aus dem Börsengang, einem Bankkredit und einer Brückenfinanzierung über 125 Millionen Euro finanzieren. Ein riskantes Spiel, bei dem nichts anbrennen darf.

    Wir erinnern uns: Bis Mitte 2010 firmierte Primacom als Aktiengesellschaft. Auch damals fuhr man riskante Refinanzierungen für schnelles Wachstum und ging Knebelverträge mit Hedgefondes und der holländischen ING-Bank ein, die knapp an der Wuchergrenze lagen. Als dann 2010 die Kreditlinien zur Verlängerung anstanden, zogen die Fremdkapitalgeber den Strick zu. Federführend stellte die ING-Bank eine Kreditforderung in Höhe von gut 29 Millionen Euro vorzeitig, sie war sofort fällig und nahm der AG den hochprofitablen, operativen Betrieb, quasi das Tafelsilber, weg. Ziel der Fremdkapitalgeber war es, sich das Unternehmen möglichst billig anzueignen – und die Eigentümer quasi zu enteignen.

    Auf gar keinen Fall sollte das Unternehmen wie ursprünglich angekündigt am 5. Juli 2010 versteigert werden. Denn hier hätten auch Mitbewerber wie Kabel Deutschland oder Liberty die Chance gehabt, das attraktive Unternehmen zu ersteigern. Die Fremdkapitalgeber drängten deshalb den Insolvenzverwalter Hartwig Albers zu einem Verkauf wenige Stunden vor Versteigerungsbeginn.

    Hierzu erstellte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eine "fairness opinion", also ein Kurzgutachten zur Entlastung des Insolvenzverwalters, ob der Kaufpreis angemessen sei. Primacom war damals fiktiv mit 340 Millionen Schulden belegt, was passieren kann, wenn die Fremdkapitalgeber verrückt spielen und auf einmal knapp 20 Prozent Zinsen verlangen. Die KPMG kam im Gutachten zu der Meinung, dass ein Kaufpreis von 1,3 Millionen Euro brutto für den Kabelnetzetreiber angemessen sei. Nominell zahlten die Fremdkapitalgeber zwar 10 Millionen über eine Strohfirma auf den Cayman Islands, doch 8,7 Millionen wurden gleich wieder zurücküberwiesen.

    Laut seriösen Insidern war Primacom 2010 während der "gezielten Insolvenz" um die 400 Millionen Euro wert, der Insolvenzverwalter verschleuderte das Unternehmen an die Fremdkapitalgeber jedoch quasi für fast nichts. Seit dieser Zeit wuchs Primacom zwar. Ende 2013 übernahm das Unternehmen die Sy-Fra Antennentechnik in Plauen mit lediglich 22 000 Haushalten und 2014 die DTK Deutsche Telekabel von Roland Steindorf mit 270 000 versorgten Haushalten. Doch sind nun 711 Millionen Euro Kaufpreis gerechtfertigt oder hat sich Tele Columbus hier über den Tisch ziehen lassen? Die keinen Anstand kennenden Hedgefonds feiern den Verkauf ihrer aufgehübschten Braut sicherlich seit Tagen nonstop. Oder stimmte etwa der Verkaufspreis 2010 nicht, als die Fremdkapitalgeber eine quasi "kalte Enteignung" durchdrückten?

    Aktionäre sollte deshalb auch bei Tele Columbus die Finanzierung nicht nur bei der gerade angekündigten außerordentlichen Hauptversammlung am 14. September hinterfragen. Es will keiner, dass nochmal so wie bei der ebenfalls hochprofitablen Primacom AG Aktionäre auf der Strecke bleiben und über Leichen gehende Hedgefond-Monster den großen Reibach machen.

  7. #86
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    Tele Columbus setzt Wachstumskurs fort

    Die Tele Columbus AG, der drittgrößte deutsche Kabelnetz*betreiber, hat seine Erfolgsgeschichte im zweiten Quartal 2015 weiter fortgeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 2,3 Prozent auf 54,3 Millionen Euro. Verglichen mit dem hohen Normalisierten EBITDA von 25,4 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2014 legte das Unternehmen im 2. Quartal 2015 erneut ein starkes Wachstum um 9,2 Prozent auf 27,7 Millionen Euro an den Tag und steigerte damit auch seine EBITDA Marge um 3,2 Prozentpunkte auf 51,0 Prozent. Mit Investitionen (Capex) in Höhe von 23,4 Millionen Euro konnte Tele Columbus im 2. Quartal 2015 unter anderem die Zahl der an die eigene Signalversorgung angebundenen und internetfähig aufgerüsteten Haushalte um 15.000 auf 955.000 Haushalte steigern.

    „Wir setzen unsere Wachstumsstrategie für Tele Columbus weiterhin erfolgreich um: Für das zweite Quartal 2015 verzeichnen wir 2,3 Prozent Umsatzwachstum bei gleichzeitig enormer EBITDA Entwicklung”, so Ronny Verhelst, Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus AG. „Die große Zugkraft unseres aktuellen Produktangebots bestätigt uns darin, dass wir den Bedarf unserer Kunden und wohnungswirtschaftlichen Partner erfolgreich bedienen. Unsere Fortschritte bei der Unternehmensentwicklung werden vor allem durch unser Hochleistungs-Kabelnetz und unser mehr als wettbewerbsfähiges Produktportfolio getrieben. Diese Entwicklung werden wir durch den Zusammenschluss mit primacom und die Maximierung des gemeinsamen Potenzials auf die nächste Stufe heben.“

    Stabile Kundenbasis in Partnerschaft mit der Wohnungswirtschaft
    Im zweiten Quartal 2015 konnte Tele Columbus insbesondere durch die Akquisition von mehreren kleinen Kabelnetzbetreibern und Netzen die auslaufenden Großkundenverträge mehr als kompensieren und die Basis der angeschlossenen Haushalte um 9.000 auf 1,68 Millionen steigern.
    Im Mai 2015 erfolgte die Einstellung der Single-Internet-Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s und die Umstellung der entsprechenden Nutzer auf eine Doppel-Flatrate für Internet und Telefonie mit mindestens 16 Mbit/s. Aufgrund des attraktiven Produktangebots für Internet und Telefonie kam es dabei nur zu vereinzelten Abgängen, und die gebuchten Telefonieprodukte stiegen um 27.000 auf 202.000 – eine Zunahme um 15,3 Prozent im Vergleich zum vorhergehenden Quartal und um 26,0 Prozent im Jahresvergleich. Aufgrund dieser Tarifumstellung stieg der Anteil der Bündelpakete deutlich von 73,0 Prozent Ende Juni 2014 auf 82,7 Prozent Ende Juni 2015.
    Gleichzeitig erreichten die gebuchten Internetprodukte zum Ende des zweiten Quartals 2015 die Zahl von 213.000 (+12,3 Prozent im Jahresvergleich). Die Zahl der gebuchten Produkte pro Kunde erreichte ein Allzeit-Hoch von 1,50 verglichen mit 1,42 zum Ende des zweiten Quartals 2014. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) im Segment Internet und Telefonie sprang im Vergleich zum ersten Quartal 2015 um 0,60 Euro sowie im Jahresvergleich um 0,90 Euro auf 23,30 Euro. Der gesamte durchschnittliche monatliche Umsatz über alle Segmente zeigte ein stabiles Wachstum um 3,3 Prozent und erreichte 14,30 Euro im Vergleich zu 13,90 Euro im zweiten Quartal des Vorjahres.
    Dabei setzte das Unternehmen auch seine wichtigen Infrastrukturprojekte weiter um: Zum 30. Juni 2015 waren rund 57 Prozent oder 955.000 der angeschlossenen Haushalte von Tele Columbus an die eigene Signalzuführung angebunden und für Internet und Telefonie aufgerüstet – verglichen mit 54 Prozent oder 925.000 Haushalten zum 30. Juni 2014. Entsprechend der weiteren Wachstumsstrategie investierte das Unternehmen im zweiten Quartal 2015 23,4 Millionen Euro in seine Infrastruktur und Netze, verglichen mit 12,5 Millionen im zweiten Quartal 2014 (+ 86,4 Prozent).
    Insgesamt zeigte sich das Internet- und Telefoniegeschäft erneut als Wachstumsmotor für Tele Columbus und trug 15,1 Millionen Euro Umsatz zum Ergebnis bei – eine Steigerung von 20,3 Prozent im Jahresvergleich. „Im zweiten Quartal 2015 waren wir mit einem Normalisierten EBITDA-Wachstum von 9,2 Prozent im Jahresvergleich erneut eine der am schnellsten wachsenden Kabelgesellschaften in ganz Europa. Außerdem freuen wir uns im zweiten Quartal 2015 über einen positiven Nettogewinn in Höhe von 5,0 Millionen Euro“, erklärt Frank Posnanski, Finanzvorstand der Tele Columbus AG. „Mit der Akquisition der primacom Gruppe, deren Wachstumsstrategie sehr nahe an unserer eigenen Unternehmensausrichtung liegt, festigen wir darüber hinaus unsere Position als starke Nummer 3 im deutschen Markt.“ Die Ergebnisse von primacom werden vom 1. August an in der Tele Columbus Gruppe konsolidiert.

    Aktuelle Entwicklungen
    Im April 2015 startete Tele Columbus im Kabelnetz Potsdam als erster deutscher Anbieter ein Internet-Angebot mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 Megabit pro Sekunde und erreichte damit einen neuen Rekord im deutschen Verbrauchermarkt. Die Einführung des Angebots in weiteren Regionen ist in Planung.
    Im April und Mai 2015 erwarb die Tele Columbus Gruppe verschiedene Kabelnetze und Netzbetreiber mit insgesamt rund 30.000 angeschlossenen Haushalten vorwiegend im Osten Deutschlands.
    Im Mai 2015 stellte Tele Columbus seine Internet-Single-Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu
    16 Mbit/s ein. Den Nutzern wurde eine Internet- und Telefon-Doppelflatrate mit einer Geschwindigkeit von 16 Mbit/s oder höher angeboten.
    Im Mai 2015 startete das Unternehmen erstmals Geschäftskundentarife auf Basis seiner 50 Mbit/s und 150 Mbit/s Endkundenprodukte.
    Im Juni 2015 nahm das Unternehmen in Vorbereitung eines künftigen Wifi-Angebots erstmals zwei Hotspots in Halle/Saale in Betrieb.
    Am 22. Juni 2015 wurde die Tele Columbus AG von der Deutschen Börse, Frankfurt, in den SDAX aufgenommen.
    Am 16. Juli 2015 gab Tele Columbus den Erwerb des viertgrößten deutschen Kabelnetz*betreibers primacom mit Sitz in Leipzig bekannt. Die Transaktion im Umfang von 711 Millionen Euro wurde am 31. Juli 2015 erfolgreich abgeschlossen und bedeutet eine Erweiterung des Kabelnetzbestands der Tele Columbus Gruppe um rund 1,2 Millionen angeschlossene Haushalte auf rund 2,8 Millionen Haushalte.
    Am 6. August 2015 hat Tele Columbus die Einberufung einer Außerordentlichen Hauptversammlung für den 14. September 2015 in Berlin bekanntgegeben. Tele Columbus plant die Durchführung einer Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten. Die Kapital*erhöhung dient der Ermöglichung weiterer Zukäufe; angestrebt wird ein Bruttoemissionserlös von 240 Millionen Euro.

    Bestätigter Ausblick auf das Gesamtjahr 2015
    Der Vorstand der Tele Columbus AG bestätigt seinen Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr 2015 (ohne primacom):

    • Stabilisierung der Basis von angeschlossenen Haushalten auf dem Niveau von 2014
    • Umsatzwachstum am unteren Ende zwischen 4,0 und 6,0 Prozent
    • Steigerung der Normalisierten EBITDA-Marge auf mehr als 47,5 Prozent
    • Investitionen (Capex) zwischen 80 und 100 Millionen Euro (bislang 110 bis 120 Millionen Euro) und Verschiebung des verbleibenden Betrags in das Jahr 2016
    • Steigerung des Anteils von internetfähigen und an die eigene Signalzuführung angebundenen Haushalten am Gesamtnetz auf mehr als 60 Prozent bis zum Jahresende

    Der Ausblick für das gemeinsame Geschäft von Tele Columbus und primacom wird zu einem späteren Zeitpunkt im laufenden Jahr folgen.
    Im Zusammenhang mit dem im Juli bekanntgegebenen Erwerb von primacom erhöhte Tele Columbus seinen Verschuldungsgrad vorübergehend auf ein 5,0faches des Normalisierten EBITDA und erwartet einen Rückgang dieses Faktors auf ein 3,0 bis 4,0faches des Normalisierten EBITDA in den kommenden 18 bis 24 Monaten.
    In Anbetracht der geplanten Investitionen in den kommenden Jahren und im Hinblick auf den aktuellen Verschuldungsgrad plant Tele Columbus für das Geschäftsjahr 2015 keine Ausschüttung einer Dividende.

    Weitere Information:
    Zu Ende August 2015 wird die TC Management S.à r.l., die 10,15 Prozent der Anteile an der Tele Columbus AG hält, planmäßig liquidiert. Deren Aktien werden an die einzelnen Anteilseigner transferiert. Diese Maßnahme wird den Streubesitz der Gesellschaft auf nahezu 100 Prozent erhöhen.

  8. #87
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    Tele Columbus kündigt neue Set-Top-Box an - Coeno berät bei Entwicklung

    Der deutsche Kabelnetzbetreiber Tele Columbus vertraut auf die Münchener UX-Agentur Coeno. Das Unternehmen berät Tele Columbus bei der Entwicklung eines neuen Set-Top-Box-Interfaces hinsichtlich User Experience und Design, teilte Coeno am 24. August mit.

    UX- und Design-Beratung für neue Set-Top-Box
    Tele Columbus entwickelt eine neue Set-Top-Box und hat die Münchner UX-Agentur Coeno als Berater für die User Experience und das Design des Set-Top-Box-Interfaces engagiert. Coeno arbeitet eng mit dem technischen Dienstleister Espial zusammen, um das Standard-Framework von Espial hinsichtlich UX und Design für den deutschen Markt zu optimieren. Die neue Set-Top-Box soll Ende des Jahres auf den Markt kommen.

    Sandra Schmelich, UX Consultant bei Coeno, erklärt: „Tele Columbus holt uns in diesem Projekt bei jedem neuen Entwicklungsschritt hinzu, um sicherzustellen, dass die Benutzeroberfläche der neuen Set-Top-Box anwenderfreundlich wird. Als Berater freuen wir uns sehr über die konstruktive, gemeinsame Kollaboration mit Tele Columbus und Espial, die uns als Experten schätzen und wie wir die bestmögliche Lösung anstreben. Das motiviert uns noch einmal mehr.“

    Die Tele Columbus Gruppe steht mit bundesweit 1,7 Millionen angeschlossenen Haushalten auf Platz 3 der deutschen Kabelnetzbetreiber. Die börsennotierte AG mit Sitz in Berlin versorgt ihre Kunden mit Fernsehen, Internet, Telefon und Zusatzdiensten via Kabel und baut ihre Geschäfte zügig aus.

  9. #88
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    Tele Columbus startet Mobilfunkangebot

    Die Tele Columbus Gruppe, der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber, bietet ihren Kunden ab dem 1. September auch ein attraktives Mobilfunkangebot: Unbegrenzt telefonieren in alle deutschen Netze, ob Festnetz oder Mobilfunknetz, und in superschneller LTE-Geschwindigkeit mit bis zu 50 Mbit/s im Internet surfen – das ist mit der Tele Columbus Mobilfunk-Flat ab sofort zum günstigen Monatspreis von 19,99 Euro möglich. Das Angebot ist für Tele Columbus Kunden in Kombination mit den beliebten Double- und Triple-Play-Angeboten „2er Kombi“ und „3er Kombi“ buchbar.

    Fernsehen, superschnelles Internet, Telefon und nun auch Mobilfunk: Tele Columbus bietet seinen Kunden ab sofort alle Dienste aus einer Hand – ein Vertrag, eine Rechnung, ein Ansprechpartner. Wie bei den bestehenden Internet- und Telefonie-Angeboten über den Kabelanschluss liegt der Fokus dabei auf attraktiven Flatrate-Diensten. „Als einer der führenden deutschen Netzbetreiber ist es selbstverständlich unser Anspruch, unseren Kunden auch im Mobilfunkbereich eine leistungsstarke und attraktive Flatrate zu bieten“, so Ronny Verhelst, Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus Gruppe. „Mit dem neuen Angebot bieten wir nun ein komplettes Rundum-Sorglos-Paket – unsere Kunden erhalten nun den vollen Service rund um Kommunikation und Entertainment bequem und günstig aus einer Hand.“

    Das Mobilfunkangebot ist für Kunden und Neukunden in Kombination mit den Multimedia-Kabelnetz-Paketen „2er Kombi“ und „3er Kombi“ buchbar. Diese Pakete bieten den Kabelnutzern eine superschnelle Internet-Flatrate mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde und eine Telefon-Flatrate für unbegrenzt kostenlose Gespräche ins deutsche Festnetz zum günstigen Kombipreis ab 19,99 Euro monatlich. Für weitere 19,99 Euro monatlich erhalten Tele Columbus Kunden nun die günstige Mobilfunk-Flat: Mit der mobilen AllNet Flat können die Nutzer kostenlos und unbegrenzt in alle deutschen Netze telefonieren. Darüber hinaus ermöglicht der Mobilfunk-Tarif sorgenfreies und superschnelles Surfen in LTE-Geschwindigkeit mit bis zu 50 Mbit/s und 2 Gigabyte Datenvolumen. Vielsurfer können ihr Datenvolumen optional für nur 4,99 Euro im Monat um ein weiteres Gigabyte erweitern. Die Mitnahme der Rufnummer ist bei einem Wechsel von einem anderen Mobilfunkanbieter kostenlos. Der einmalige Eirichtungspreis beträgt 24,90 Euro. Die Mindestlaufzeit des Vertrags ist 24 Monate.

    Für das neue Mobilfunkangebot setzt Tele Columbus in Zusammenarbeit mit der Drillisch AG, einem der großen netzunabhängigen deutschen Telekommunikationsanbieter, auf die Mobilfunkinfrastruktur von Telefónica O2 – und damit auf die beiden Netze von O2 und E-Plus.

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    Tele Columbus AG erwirbt den Kabelnetzbetreiber pepcom

    Die Tele Columbus Gruppe, der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber, hat heute eine Vereinbarung zum Erwerb des viertgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers pepcom von Star Capital (Lead Luxembourg 2 S.à r.l) unterzeichnet. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 608 Millionen Euro vor Berücksichtigung der Nettoverschuldung, weiterer verschuldungsähnlicher Posten und des 30% Minderheitenanteils an der Beteiligungsgesellschaft KMS (sog. Enterprise Value) und nach Berücksichtigung dieser Positionen bei rund 505 Millionen Euro (sog. Equity Value). Nach dem Erwerb des Anbieters primacom im Juli stärkt Tele Columbus damit erneut seine Position als einer der führenden deutschen Kabelanbieter und als wichtige Plattform für die weitere Konsolidierung im deutschen Kabelmarkt mit nun rund 3,7 Millionen angeschlossenen Haushalten.

    „Die Erweiterung des Geschäfts von Tele Columbus um pepcom eröffnet uns ein zusätzliches Standbein im vielversprechenden Geschäftskundenmarkt, die Ausdehnung in neue Regionen und die Möglichkeit der Realisierung von Skaleneffekten und Synergien“, so Ronny Verhelst Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus AG. „Die nun erreichte Kundenbasis von etwa 3,7 Millionen angeschlossenen Haushalten verschafft uns neue Möglichkeiten zur Entwicklung und Vermarktung von attraktiven und wettbewerbsfähigen Multimediadiensten für unsere wohnungswirtschaftlichen Partner und die Nutzer in unseren Netzen. Auch in Zukunft werden wir wirtschaftlich und strategisch aussichtsreiche Wachstumsgelegenheiten verfolgen, um die Konsolidierung voranzutreiben und die Marktposition von Tele Columbus weiter zu stärken.“

    pepcom ist der viertgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber und bietet Kabelfernsehen, superschnelles Internet und Telefondienste mit mehr als 580.000 Vertragskunden in etwa 810.000 angeschlossenen Haushalten an. Das Unternehmen tritt bundesweit als Anbieter auf und hat eine starke Marktstellung in wirtschaftlich attraktiven Regionen wie München, Nürnberg, Leipzig oder Frankfurt am Main. Im Jahr 2014 erzielte pepcom einen Umsatz in Höhe von 126 Millionen Euro und ein Normalisiertes EBITDA in Höhe von 57 Millionen Euro, und erzielte damit eine EBITDA Marge von 45%. Das Unternehmen hält eine kontrollierende Mehrheitsbeteiligung von 70% an der bayerischen Kabel- und Breitbandgesellschaft KMS, während Vodafone Kabel Deutschland die verbleibenden 30% hält. Im Jahr 2012 hatte pepcom HL komm übernommen, einen Anbieter von Telekommunikationsdiensten für Geschäftskunden mit Sitz in Leipzig. Bei pepcom sind derzeit insgesamt rund 370 Mitarbeiter beschäftigt, das Unternehmen hat seinen Sitz in Unterföhring bei München. Der Kaufpreis von 608 Millionen Euro entspricht einem Multiple von 9,5x vor Synergien und 7,9x nach Synergien, basierend auf dem erwarteten Normalisierten EBITDA von pepcom für 2015.

    Der Zusammenschluss führt etwa 3,7 Millionen angeschlossene Haushalte auf einer Plattform zusammen, mit einer geographischen Ausweitung auf pepcoms Kernmärkte in München, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt am Main. Bei Tele Columbus und pepcom sind jeweils 57% beziehungsweise 58% der angeschlossenen Haushalte voll rückkanalfähig aufgerüstet und werden mit eigenen Signalen über ein unabhängiges Netz versorgt. Strategisches Ziel des Unternehmens ist es, den Anteil dieser Haushalte am Gesamtbestand deutlich zu steigern. Darüber hinaus bringt das nachhaltig im Markt etablierte Gewerbekundengeschäft von pepcom mehr als 1.600 Geschäftskunden in die Gruppe ein und verschafft Tele Columbus eine strategisch wichtige zusätzliche Säule für zukünftiges Wachstumspotenzial.

    Die Zusammenführung des dritt- und viertgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers bietet weit reichendes Synergie-Potenzial aufgrund von Skaleneffekten sowie der Bündelung von Erfahrung und fachlicher Expertise. Im Ergebnis werden jährliche Kostensynergien von 13 Millionen Euro sowie Investitionssynergien von 2 Millionen Euro, erwartet, die innerhalb von 24 Monaten nach Vollzug der Transaktion voll umgesetzt sein sollen. Darüber hinaus bietet die Transaktion weit reichendes Potenzial für ein beschleunigtes Wachstum bei Internet, Telefon- und Premium TV Diensten über die gesamte vereinte Kundenbasis von Tele Columbus, primacom und pepcom hinweg.

    Der Abschluss der Transaktion steht unter der Bedingung, dass die außerordentliche Hauptversammlung, die am 14. September stattfinden wird, der vorgeschlagenen Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoemissionserlös von 240 Millionen Euro zustimmt. Der Zeitpunkt des Vollzugs der Akquisition hängt davon ab, wann der Kapitalerhöhungsbeschluss eingetragen werden kann. Der Vollzug der Transaktion wird für Ende 2015, spätestens aber bis zum 30. April 2016 erwartet. Der Kaufpreis soll nach derzeitiger Planung aus vorhandener Liquidität, aus Mitteln durch Aufnahme einer weiteren besicherten Tranche unter dem bestehenden Kreditvertrag und einer Zwischenfinanzierung gezahlt werden. Die Zwischenfinanzierung und gegebenenfalls auch ein Teil der übrigen Finanzierung soll aus den Erlösen eines Bezugsangebots zurückgeführt werden, das auf der Grundlage des geplanten Kapitalerhöhungsbeschlusses durch die Hauptversammlung vom 14. September durchgeführt werden soll.

    Nach der Transaktion und Rückführung der Zwischenfinanzierung wird die Verschuldung von Tele Columbus voraussichtlich auf dem augenblicklichen Niveau des etwa 5,0fachen Normalisierten EBITDA bleiben (Stand August 2015), aber je nach Umfang der Kapitalerhöhung und/oder anderen Eigenkapitalmaßnahmen auch niedriger ausfallen. J.P. Morgan agierte für diese Transaktion als exklusiver Finanzberater des Unternehmens.

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    Tele Columbus: Letzte Hürde für Übernahme genommen

    Der geplanten Übernahme der Pepcom durch Tele Columbus steht von Seiten des drittgrößten Kabelnetzbetreibers nichts mehr entgegen. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte der benötigten Kapitalerhöhung nahezu einstimmig zu.

    Am Sonntag hatte die Tele Columbus den Kauf des Konkurrenten Pepcom bekannt gegeben - vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung zu einer dafür nötigen Kapitalerhöhung. Am Montag wurde diese Hürde erwartungsgemäß genommen.

    Mit 99,99 Prozent fiel die Entscheidung der außerordentlichen Hauptversammlung nahezu einstimmig aus. Die Kapitalerhöhung soll dem drittgrößten Kabelnetzbetreiber einen Bruttoemissionserlös von 240 Millionen Euro bringen. Damit soll die Übernahme der Pepcom für 608 Millionen Euro finanziert werden.

    Q:digitalfernsehen.de

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