Zu Beginn der neuen Geschäftsführungsperiode informierten ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz und die Mitglieder der ORF-Geschäftsführung - Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner, der Kaufmännische Direktor Mag. Richard Grasl, Hörfunkdirektor Mag. Karl Amon und der Technische Direktor Ing. Michael Götzhaber - am Montag, dem 12. März 2012, im Rahmen einer Informationsveranstaltung im ORF-Zentrum die ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter über die aktuelle Lage des Unternehmens und die wichtigsten Zukunftsprojekte.
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz:
"In den vergangenen Jahren ist es uns gemeinsam gelungen, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass der ORF die anstehenden Herausforderungen erfolgreich meistern kann: Der ORF ist Marktführer in Radio, Fernsehen und Online. Der ORF ist aufgrund unseres Strukturprogramms ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind abgesichert. Der ORF ist damit fit für die großen Zukunftsfragen!"
Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Noch vor drei Jahren schrieb der ORF dagegen aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise rote Zahlen, die gesetzlichen Grundlagen standen infrage und eine Filetierung des Unternehmens wurde diskutiert. Gemeinsam haben wir alle Kritiker eines Besseren belehrt, das Publikum vertraut dem ORF: Im Fernsehen halten wir bei einer täglichen Reichweite von rund vier Millionen Seherinnen und Sehern pro Tag, im Radio bei fünf Millionen Hörerinnen und Hörern und Online bei 51 Millionen Visits allein im Jänner. Damit liegen wir auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Durch ein engagiertes Kostensenkungsprogramm und eine positive Werbekonjunktur konnten wir historische Programminnovationen wie den Start der neuen Spartenkanäle ORF III und ORF SPORT +, den Einstieg ins HDTV-Zeitalter oder den Launch der ORF-TVthek realisieren. Wie alle klassischen Medienunternehmen steht der ORF in den kommenden Jahren aber auch vor großen Herausforderungen: Die Konkurrenz nimmt stetig weiter zu, die Programmkosten steigen weiter, die Werbekonjunktur entwickelt sich unter Plan und es wird einiger Anstrengungen bedürfen, auch weiterhin eine positive Ergebnisentwicklung abzusichern, und die Frage des ORF-Standorts ist zu beantworten. Dafür müssen wir die entsprechenden Organisationsmodelle und -strukturen schaffen. Weiters muss sich der ORF technischen Innovationen wie Smart-TV stellen und sich auf neue Marktteilnehmer wie Google, Apple oder Facebook einstellen. Daran wird der ORF mit der großen Kompetenz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten, bei denen ich mich namens des ORF für ihr großes Engagement sehr herzlich bedanke!"
"Der ORF steht finanziell auf einer soliden Basis und schreibt aus eigener Kraft wieder schwarze Zahlen", betonte der Kaufmännische Direktor des ORF, Mag. Richard Grasl, "dies ist allerdings kein Ruhepolster für die nächsten Jahre! Angesichts steigender Personalkosten, teurerer Sportrechte oder der zu erwartenden allgemeinen Inflation wird der ORF weiterhin sparen, Kosten senken und neue Geschäftsfelder erschließen müssen! Das ist unerlässlich, um ausreichenden Spielraum für die notwendigen Programminnovationen und -investitionen zu schaffen. Dazu wird der ORF unter anderem unter dem Titel 'Focus' einen Change-Prozess zur weiteren Effizienzsteigerung in allen Bereichen einleiten." Grasl informierte in seinem Statement auch über den aktuellen Planungsstand der anstehenden Sanierungsarbeiten im ORF-Zentrum: "Aufgrund der Baumängel im ORF-Zentrum werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Haupttraktes Mitte des Jahres ihre Büros übersiedeln müssen. Klar ist, dass die Programmbereiche im ORF-Zentrum bleiben, dafür wird es in den verschiedenen Gebäudetrakten zu Bürorochaden kommen und mehrere Containerstandorte am ORF-Gelände geben. Teile der Verwaltung werden in Alternativstandorten untergebracht."
Ing. Michael Götzhaber, Technischer Direktor des ORF, betonte im Rahmen der Informationsveranstaltung: "Die Technische Direktion arbeitet derzeit an einem Strategiekonzept für die technologischen Innovationen der kommenden Jahre. Es geht darum, sicherzustellen, dass die ORF-Technik auch in Zukunft in der Lage ist, den ORF-Programmmacher/innen jene Produktionsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die zur bestmöglichen und gleichzeitig rationellsten Realisierung der Programmvorhaben für unser Publikum im digitalen Zeitalter nötig ist. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Weiterentwicklung des 'Tapeless'-Projekts, des bandlosen Produzierens, der Einstieg in das Smart-TV-Zeitalter oder die Entwicklung einer ORF-Radiothek. Wir überprüfen dabei in der Technischen Direktion alle Workflows in Richtung einer noch besseren Dienstleitung für die ORF-Programme!"
"Programm. Programm. Programm." Dieses Motto gab ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner in ihrem Statement an die Belegschaft aus. "Der ORF steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Den budgetären und technischen Entwicklungen, die uns mittelfristig erwarten, begegnen wir mit dem gesunden ORF-Selbstbewusstsein, mit dem wir uns täglich aufladen. Ziel ist, die unverwechselbare Handschrift des ORF-TV-Programms dort weiterzuentwickeln, wo sie bereits erfolgreich umgesetzt wird und in allen Programmgefäßen, in denen sie deutlicher sein könnte, verstärkt zu etablieren. Nur die Unverwechselbarkeit des ORF-Programms ist Garant dafür, langfristig in der harten täglichen Konkurrenz reüssieren zu können. Deshalb arbeiten wir an einer noch größeren Eigenproduktionsdichte im Programm und an weiter geschärften Senderprofilen von ORF eins und ORF 2. ORF eins ist das modernste Vollprogramm Österreichs, ORF 2 DER Österreichsender mit dem Fenster zur Welt. Beide Programme stellen den Anspruch, Hochglanz-Triple-A-Sender zu sein. Ziel sind noch mehr Programme, mit denen sich die Österreicherinnen und Österreicher identifizieren. Dass wir hierbei unter den gegebenen finanziellen Umständen intern wie extern neue Wege beschreiten müssen, um gegen die Angebote deutscher Kommerzsender, die über Werbefenster Hunderte Millionen lukrieren, dennoch keinen einzigen Cent in österreichisches Programm investieren, reüssieren zu können, ist ein weiterer Ansporn an unser kreatives Potenzial."
"Die Ausgangssituation für die ORF-Radios ist mit einer Tagesreichweite von fast 70 Prozent sehr zufriedenstellend, damit das so bleibt müssen wir auch neue Wege gehen", stellt Hörfunkdirektor Mag. Karl Amon fest. "Die Entwicklung der letzten Jahre, vor allem aber der Blick auf die internationalen Trends zeigen deutlich, dass Radio zunehmend über das Internet konsumiert werden wird. Das Internet steht Tausenden Anbietern zur Verfügung, auch vielen kleinen und lokalen Anbietern. Für die ORF-Radios bedeutet dies, dass auch wir uns noch besser auf unser Publikum einstellen und die Hörerinnen und Hörer ganz spezifisch mit Programm beliefern werden, die noch zielgruppengenauer sind. Die Interaktion mit sozialen Netzwerken, die Interaktivität der ORF-Radios selbst sowie eine weitere Intensivierung der Bindung unserer Hörerinnen und Hörer sind unsere Herausforderungen der nächsten Jahre."




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