Der Weltfußballverband FIFA hat die Übertragungsrechte für Deutschland an der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 an ARD und ZDF vergeben. Dies teilten ARD und ZDF am 30. März mit. Damit sei sichergestellt, dass alle wichtigen Spiele der in Russland stattfindenden FIFA-WM live im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden. Hierüber haben sich die FIFA und SportA, die Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, verständigt. Der Abschluss stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien, hieß es. Der Vertrag räumt ARD und ZDF das exklusive Recht zur Live- und zeitversetzten Verwertung aller 64 Spiele der Fußball-WM 2018 ein. ARD/ZDF hätten daneben die Möglichkeit, kommerzielle Free- und Pay-TV-Sender einzubinden und einzelne Spiele zu sublizenzieren. Über die Konditionen des Vertrags wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Präsident des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, kritisierte am 1. April eine Schieflage zu Lasten der Privaten bei der Vergabe von Sport- und Fußballrechten in Deutschland. „Wir haben mittlerweile in Deutschland ein öffentlich-rechtliches Fußballmonopol und ein Marktversagen bei den Sportrechten auf Grund der Gebührenausstattung von ARD und ZDF zu Lasten der privaten Sender. Das bedeutet immense Kosten für die Gebührenzahler, ohne dass sie einen Mehrwert haben, wenn diese Spiele nur bei ARD und ZDF und nicht bei den Privaten gezeigt werden. Für die privaten Fernsehsender bedeutet es eine eklatante Wettbewerbsverzerrung, weil sie bei der Rechtevergabe gegen die Gebote aus dem Gebührentopf nicht mehr mithalten können.“

Doetz fordert eine gemeinsame Organisation von Produktion und Redaktion mit einem gemeinsamen Team von ARD und ZDF. „Es kann nicht sein, dass wie bei anderen Großereignissen der letzten Jahre die Gebührenzahler die Kosten dafür tragen müssen, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihre Übertragung von einem und demselben Event verteuert doppelt organisieren.“