Der Stadtsender W24 verpasst sich neue Kleider und will ein richtiger Fernsehsender für die Wiener werden. Neben einer Stunde Live-Information wird es täglich wechselnde Sendungen geben, wobei der Sender eine Art Grätzel-TV werden will: "So nah' an die Stadt kommt in Wien keiner", betonte Geschäftsführer Marcin Kotlowski bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Der Sender steht zwar im Eigentum der Stadt Wien, soll aber redaktionell unabhängig agieren dürfen, sagte Kotlowski.

Bei der Präsentation des Programms war die Politikerdichte aus dem roten Teil der Wiener Regierungsmannschaft recht hoch, und auch sonst wird um die Repräsentanten und Unternehmungen der Stadt - wohl zwangsläufig - nicht unbedingt ein Bogen gemacht, wie auch Kotlowski einräumt. "Wir sind als Dienstleister der Stadt Wien unterwegs." Die täglichen Nachrichten werden jedenfalls redaktionell unabhängig gestaltet, betonte Chefredakteur Kurt Raunjak, der auch noch keine Einflussnahme wahrgenommen hat, wie er sagte.

Alle Sendungen wurden neu verpackt, alle Sendungskonzepte überarbeitet und insgesamt 14 neue Formate geschaffen. Die wichtigste Neuerung für W24 stellt wohl der Einstieg in das Live-Fernsehen dar, das täglich mit "Guten Abend Wien" (18.30 Uhr bis 19.15 Uhr) on air geht. In der Sendung werden aktuelle Themen aus der Stadt behandelt und auch Studiogäste befragt. In der Früh setzt W24 ebenfalls auf Information und beginnt ab 6.00 Uhr die Morgenschiene mit Nachrichten, die wiederholt und bei Bedarf aktualisiert werden.

Moderiert werden die Sendungen von neuen und etablierten TV-Gesichtern, unter denen sich auch ehemalige ORF-Stars befinden: Eine Rückkehr auf den TV-Bildschirm feiern etwa Josef Broukal und Markus Pohanka.

Empfangbar ist der Sender weiterhin über das Wiener Kabelnetz von UPC, womit rund die Hälfte aller Wiener Haushalte erreicht wird. Derzeit wird der Sender täglich von rund 50.000 Zuschauern gesehen.

(Quelle: APA)