Die Liste der von ATV entwickelten und ins Ausland verkauften Formate wächst: Am 18.2.2013 startet etwa die deutsche Version von „Saturday Night Fever“ auf RTL2 unter dem Titel „Saturday Night Fever – so feiert Deutschlands Jugend“. Ebenso wird demnächst auch die Ausstrahlung einer adaptierten Version von „Pfusch am Bau“ auf RTL2 unter dem Titel „Bauexperten im Einsatz“ zu sehen sein. Weiters auf der Liste der verkauften Formate: „Schwer verliebt“, „SNF – Beachparty, Oida“, „Teenager werden Mütter“ und „Das Geschäft mit der Liebe“.

ATV international gefragt
Für Martin Gastinger, Programmchef ATV, sind die Weiterverkäufe von Eigenproduktionen an ausländische Sender eine Bestätigung der guten Arbeit von ATV. „Mir ist kein österreichischer Sender bekannt, dessen Formate in diesem Umfang international gefragt sind. Das spricht schon für sich“, so Gastinger. Ein Patentrezept für Formate, die besonders gut zu verkaufen sind, gibt es nicht. Der Markt ist offen und interessiert an allem, was neu und erfolgreich ist. Frische Ideen, die sich durchsetzen, sind gefragt.

Mit Eigenentwicklungen möchte sich ATV von der Konkurrenz abheben, den Sehern ein unverwechselbares Programm liefern und den internationalen Einkäufern neue Brands bieten. Der große Vorteil an der Entwicklung von Eigenformaten ist die Ersparnis der Formatlizenzgebühren und der überaus wichtige Punkt, dass man sich alle Rechte an den ausgestrahlten Sendungen damit sichert.
Heimischer Markt als Ziel

Bei der Entwicklung von Eigenformaten spielt für Programmdirektor Martin Gastinger das Potenzial, diese dann auch international weiterverkaufen zu können, nicht vorrangig eine Rolle: „Die Formate werden in erster Linie für den österreichischen Seher konzipiert. Erst wenn ein Format hier erfolgreich ist, dann denken wir an die Vermarktung. Mittlerweile beobachten uns aber viele ausländische Produktionsfirmen und Sender. Die Kollegen schauen regelmäßig vorbei und fragen, ob wir Neues planen.“

Neben Reality-Formaten mit zwischenmenschlicher Beziehung im Fokus gewinnen Formate mit Servicegedanken wie bei „Pfusch am Bau“ immer mehr an Bedeutung. Im Hinblick auf den zukünftigen Trend gibt es für Gastinger jedoch kein Ablösen des inhaltlichen Aspekts. Es wird beides funktionieren – sowohl Sendungen mit Service-Charakter, als auch solche, die Liebe und Dating zum Inhalt haben.

Scripted Reality-Formate mit gecasteten Laiendarstellern und Aktionen nach Drehbuchangaben spielen keine große Rolle bei der Planung neuer Eigenproduktionen. In diesen Formaten sieht Gastinger nicht die Zukunft von ATV. Ehrliche Inhalte und Menschen werden weiterhin im Vordergrund stehen; die Quoten und Rückmeldungen der Zuseher über Facebook und Co bestätigten Gastinger in dieser Entscheidung.

Auf der diesjährig 50sten Programmmesse MIPTV im April in Cannes ist ATV über die Tele München-Gruppe vertreten und bietet seine Formate und Produktionen dem internationalen Markt an.