Bei Kunden von Unitymedia und Kabel BW zieht im Spätsommer Ordnung ins Wohnzimmer ein: Dann steht optional eine neue Set-Top-Box namens Horizon zur Verfügung, die gleich drei Geräte in sich vereint. Der von Samsung hergestellte Triple-Play-fähige Receiver ist als Gateway mit TV-Empfänger, Internet-Router und Telefon-Modem in einer Box konzipiert. Auf der Fachmesse Anga Com in Köln führte Unitymedia die Horizon am Dienstag erstmals live vor.

Die Horizon als Kabelreceiver

Die Horizon ist mit sage und schreibe sechs HD-fähigen DVB-C-Tunern ausgestattet. So kann ein Programm angeschaut werden, während gleichzeitig vier weitere Programme aufgezeichnet werden können. Einer der Tuner ist laut Unitymedia reserviert, um die Umschaltzeiten zwischen den Sendern zu verkürzen, indem er automatisch auf den nächsthöheren Kanal eingestellt ist. Bei der Vorführung in Köln ging der Kanalwechsel tatsächlich deutlich zügiger vonstatten als beim bisherigen Unitymedia-Receiver von Echostar (was allerdings auch nicht schwer ist).
Zeitversetztes Fernsehen unter Benutzung der Pause-Taste ist natürlich ebenfalls möglich. Für Timeshift und Aufnahmen besitzt die Samsung Horizon eine eingebaute 500-Gigabyte-Festplatte. Nach Ansicht des Anbieters "sollte das ausreichen", doch angesichts der kürzlich vorgestellten 2-Terabyte-Erweiterung von Sky (inside-digital.de berichtete) denkt man bei den Kölnern bereits über einen größeren Speicher in der Zukunft nach. Externe Festplatten kann man an die Horizon nämlich nicht anschließen: Anschlüsse für eSATA und USB sind zwar vorhanden, aber ohne Funktion.


Samsung Horizon für Unitymedia: Anschlüsse



Das Samsung-Gateway kommt mit einer neuen Benutzeroberfläche und Menüführung daher; die Bedienung der wichtigsten Funktionen kann man als intuitiv bezeichnen. Neben dem elektronischen Programmführer (EPG), aus dem heraus auch programmiert werden kann, gibt es eine Empfehlungsfunktion für vermeintlich interessante, gerade oder demnächst laufende Sendungen. Außerdem steht weiterhin die Unitymedia-Videothek mit Filmen zum Leihen oder Kaufen zur Verfügung.

Neue Features

Das Aufnahme-Menü zeigt die aufgezeichneten Sendungen an, außerdem heruntergeladene VOD-Titel und Inhalte aus dem Heimnetzwerk. Neu ist die Suchfunktion, die im Fernsehprogramm, auf der Festplatte und im Video-on-Demand-Angebot nach Titeln sucht. Außerdem bastelt Unitymedia gerade an einem App-Store, um Online-Dienste aus dem Internet auf die Box zu holen. Bereits vorhanden sind gängige Apps wie Youtube, Facebook, Skype, Wikipedia oder auch Bild.de. Mit weiteren Anbietern sei man derzeit in Verhandlung, hieß es.


Horizon-Menü: Medien-Übersicht


Mobile Geräte werden nicht vergessen: So soll kurz nach dem Launch der Horizon auch eine Android-App bereitstehen, mit der man die Box steuern kann. Für iOS-Geräte scheint dies schon zu funktionieren. So konnte der Receiver in Köln über ein iPad bedient werden inklusive Timer und EPG. Das Tablet diente dabei auch als "Second Screen" und zeigte das TV-Bild ebenfalls an. Als nützliche Innovation kommt die Horizon außerdem mit einer neuen Fernbedienung, die auf ihrer Rückseite mit einer QWERTZ-Tastatur ausgestattet ist, um leichter Suchbegriffe eingeben zu können.


Tastatur-Fernbedienung der Horizon



Verfügbarkeit & Preis

Einen genaueren Marktstart der Samsung Horizon als "im Spätsommer" konnte Unitymedia in Köln nicht entlockt werden. Die Entwicklung sei schließlich noch nicht abgeschlossen und man wolle sich noch einige Ankündigungen für den Launch offen lassen, hieß es. Zum Preis gibt es noch überhaupt keine Infos. Das Gateway dürfte in der monatlichen Miete allerdings deutlich mehr kosten als die bisherigen Receivermodelle.
Vorab-Fazit

Bisher stehen beim Unitymedia-Kunden ein TV-Receiver von Echostar, ein Kabel-Modem von Motorola und ein Internet-Router von D-Link herum - drei verschiedene Geräte von drei verschiedenen Herstellern, was zu vielfältigen Problemen führen kann. Insofern ist das Samsung-Gateway als 3-in-1-Gerät schon an sich eine Verbesserung für den Kunden. Schick ist die Box außerdem.

Die integrierte Festplatte ist mit 500 GB zwar etwas größer als die 320 GB des Echostar-Receivers, doch auch sie dürfte angesichts des wachsenden HDTV-Angebots der Sender schnell zu klein sein. Mindestens 1 TB wären angemessen und auch zeitgemäß gewesen, zumal externe Speichermedien - natürlich auch aus Kopierschutzgründen - nicht erwünscht sind.
Über den Erfolg der Horizon werden vermutlich die Einfachheit der Bedienung im tagtäglichen Gebrauch, die tatsächliche Nützlichkeit der neuen Features sowie der Aufpreis entscheiden, den Kunden monatlich zahlen müssen.

Q:inside-digital