ServusTV ordnet sein Programm neu und verpasst sich bei dieser Gelegenheit ab April auch gleich mal ein eigenes Frühstücksfernsehen. Damit bestätigte Programmdirektor Klaus Bassiner (vormals beim ZDF) das, worüber in der Branche bereits seit geraumer Zeit spekuliert wurde. Erst vor wenigen Tagen mutmaßte Der Standard (richtigerweise), aus der Einladung zur gestrigen Programmpräsentation die Neuerung herauslesen zu können.

Sehr viel ließ man noch nicht raus zu einer der wesentlichen Neuerungen, Bassiner verkündete nur sehr wenige Details. So soll etwa das Studio im Haus selbst angesiedelt werden (nicht etwa im Hangar 7), das man mit drei Außenreportern aus dem gesamten Servus-Raum live zuschalten wird, und es werden derzeit noch Moderatoren gesucht. Gefragt nach den Gründen, eine Morgenschiene zu öffnen, bei der eher nicht allzu viele Zuseher zu erwarten sind, wird Bassiner fernsehtragend: „Ich glaube, dass wir das den Zuschauern schuldig sind.“ Und sonst? Die weitere, wirklich wesentliche Neuerung ist, dass ServusTV sein Programm erstmals nach Wochentagen thematisch gliedert. „Jeder Tag soll eine bestimmte Stimmung kreieren“, so Bassiner zu den anwesenen Kunden und Journalisten über die neue Ausrichtung bei der programmlichen Gestaltung der Wochentage. So verspricht der Montag, den man unter das Motto „Menschen & Portraits“ stellen könnte, eine Mischung aus Dokutainment sowie Sport und Talk.

Ab 8. April begeben sich dafür etwa der ehemalige „Viva“-Moderator und bekennende Weinliebhaber Markus Kavka und Bierpapst Conrad Seidl in acht Episoden auf die Suche nach dem ‚perfekten Bier‘ („Bier on tour“, 20:15 Uhr), bevor in „Die Unalten“ drei „rüstige, alte Freunde“ eine Yacht von Chicago nach Wien überführen. Die „Sport-Talk“-Schiene aus dem Hangar-7 wird fortgesetzt. Der Dienstag steht künftig im Zeichen skandinavischer Krimispannung („Anna Phil – auf Streife in Kopenhagen“) sowie des europäischen Films. Bassiner dazu: „Wir präsentieren hier Schmankerl aus dem europäischen Independent-Kino und Krimis, aber nicht vom Fließband.“ Seinen Fixplatz am Mittwoch hat auch weiterhin die von Walter Köhler verantwortete Dokureihe „Terra Mater“ (gefolgt von „Kino-Meilensteinen“), bevor am Donnerstag Geschichtliches in den Vordergrund rückt. So gibt es ab dem Frühjahr die deutschsprachige Erstausstrahlung der BBC-Serie „Call the Midwife“ (20:15 Uhr) und im Anschluss Reportagen und Diskussionsrunden. Hier will ServusTV auch auf etwas zurückgreifen, was die anderen Sender mittlerweile links liegen ließen: Filme auch in Schwarz-weiß.

Auch Donnerstags finden die Zuseher auf ServusTV große Schicksale, fernsehgerecht präsentiert; die Programmpalette an diesem Abend reicht so von starken Frauen über anschließende Reportagen aus der Welt von heute und am Schluss die Mischung aus „Anspruch und Unterhaltung“ im Talk. Am Freitag soll die „eigene und fremde Heimat“ (Bassiner) dokumentarisch mit Eigenproduktionen sowie internationalen Zukäufen erkundet werden, tags darauf wird das „Red Bull TV“ um eine Stunde verlängert (9:00 bis 13:00 Uhr) und der Sonntag neben dem Eishockeyschwerpunkt mit Live-Spielen der heimischen sowie deutschen Liga mit Geschichts- und Wissenschaftsdokumentationen versehen.

Am Samstag, dem ersten Tag des Wochenendes, will man den Zusehern Entspannung und großes Kino bieten, wobei das Bouquet von Action über Komödie und Romantik bis zum Krimi reicht. Und am Sonntag, dem Ende der Woche, widmet man sich dem Thema Wissen und Wissenschaft.

Weitere Programme und Ideen habe man natürlich in der Pipeline, betonte Bassiner, „aber über ungelegte Eier spricht man nicht.“ „Feststehen bereits eine zwölf-teilige Dokureihe über die ‚Ärzte ohne Grenzen‘ ab Ende des Jahres sowie eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen; dafür inszeniert der Schweizer Adrian Marthaler Mozarts „Entführung aus dem Serail“ im Hangar-7. Bereits ab 25. Februar darf man Tobias Moretti und Gregor Bloeb immer montags um 20:15 Uhr auf ihrem „African Race“ begleiten, bestritt das Brüderpaar doch die Strecke der alten Rallye Dakar.