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Thread: Kabel Deutschland übernimmt offenbar Tele Columbus

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    Strict but fair Andrushenka's Avatar
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    Kabel Deutschland übernimmt offenbar Tele Columbus

    Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD, Ausgabe vom 14. Mai) zufolge wird Kabel Deutschland (KDG) offenbar den Netzbetreiber Tele Columbus übernehmen. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus: Man wolle Marktspekulationen nicht kommentieren, hieß es bei der KDG auf Nachfrage der FTD. Angaben zum Preis seien nicht zu erfahren, die Eigner von Tele Columbus hätten zuvor 600 Millionen Euro gefordert – das entspreche in etwa dem Schuldenstand von Tele Columbus, hieß es. Tele Columbus ist vor allem im Osten Deutschlands aktiv und zählt eigenen Angaben zufolge mit rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten zu den wichtigsten Kabelnetzbetreibern in Deutschland.

    Ein etwaiger Deal würde aber noch die Zustimmung des Bundeskartellamts benötigen. Übernahmen in der Kabelbranche betrachten die Wettbewerbshüter mitunter sehr skeptisch. „Die werden sicher ein paar Auflagen kriegen“, zitiert die Zeitung einen Branchenexperten. Kabel Deutschland werde dem Kartellamt entgegenkommen müssen. Die Bonner Wettbewerbshüter hatten zuvor bei der Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia auf weitreichende Zugeständnisse – etwa den Verzicht auf exklusive Verträge mit der Wohnungswirtschaft und der Aufhebung der so genannten „Grundverschlüsselung“ privater SD-Sender – bestanden.

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    Re: Kabel Deutschland übernimmt offenbar Tele Columbus

    Wer ist Tele Columbus ???
    Noch nie gehört ...

  4. #3
    Strict but fair Andrushenka's Avatar
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    Tele Columbus bestätigt Übernahme durch Kabel Deutschland

    Die Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat die geplante Übernahme durch Kabel Deutschland bestätigt. Eine entsprechende vertragliche Übereinkunft wurde am 21. Mai unterzeichnet, teilte Tele Columbus mit. Die Vereinbarung sieht vor, dass sowohl der Geschäftsbetrieb als auch sämtliche Beteiligungen der Tele Columbus-Gruppe durch Kabel Deutschland erworben werden. Die Durchführung der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Das geplante Zusammengehen der beiden Unternehmen schaffe die Voraussetzung zur Überwindung der teilweise bestehenden Trennung zwischen den verschiedenen Netzebenen im Tele Columbus-Verbreitungsgebiet – entsprechend dem Vorbild der Verbreitungsgebiete von Unitymedia und Kabel Baden-Württemberg – und damit die Möglichkeit einer noch besseren Versorgung der Kunden, vor allem im Bereich neuer TV-Dienstleistungen sowie des Hochgeschwindigkeitsinternets. Zugleich ermögliche es Tele Columbus eine vollständige Rückzahlung sämtlicher bestehender Finanzverbindlichkeiten, hieß es. „Wir freuen uns sehr über diese Vereinbarung“, erläutert Ronny Verhelst, CEO der Tele Columbus-Gruppe. „Unser geplanter Zusammenschluss mit Kabel Deutschland ist ein weiterer Schritt zur Überwindung der ineffizienten unterschiedlichen Netzebenen der deutschen Kabelnetzinfrastruktur, die international einzigartig und nur aus den Monopolregulierungen zu erklären war. Er wird es uns ermöglichen, die Breitbandversorgung signifikant zu verbessern sowie neue und noch bessere Produkte anzubieten und so für unsere Kunden einen spürbaren Mehrwert zu schaffen.“ Frank Posnanski, CFO von Tele Columbus, ergänzt: „Gezielt haben wir uns nach umfangreichen Gesprächen und sorgfältiger Vorbereitung für Kabel Deutschland als strategischen Partner entschieden. Aufgrund seines hervorragenden Produktportfolios, komplementärer Netzstrukturen und seiner Finanzkraft ist dieser Anbieter für die zukünftige Zusammenarbeit besonders geeignet und bietet uns auch langfristig beste Perspektiven.“

  5. #4
    Strict but fair Andrushenka's Avatar
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    Bundeskartellamt untersagt Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland

    Das Bundeskartellamt hat das Vorhaben der Kabel Deutschland Holding AG (KDG), den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus GmbH zu erwerben, untersagt: „Nach intensiver Prüfung, insbesondere auch der von KDG angebotenen Zusagen, hat das Bundeskartellamt die wettbewerblichen Verschlechterungen durch den Zusammenschluss als so schwerwiegend angesehen, dass eine Freigabe des Vorhabens nicht möglich war,“ sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, am 22. Februar. „Tele Columbus ist in den neuen Bundesländern der wichtigste Wettbewerber von KDG. Beide Unternehmen stehen insbesondere in Berlin wie in fast allen weiteren Ballungsräumen Ostdeutschlands in direktem Infrastrukturwettbewerb zueinander. Für die Wohnungswirtschaft würde nach dem Zusammenschluss in Zukunft vielerorts eine wettbewerbliche Alternative entfallen. Der Wegfall von Tele Columbus würde damit das bundesweite Oligopol der beiden großen regionalen Kabelnetzbetreiber weiter verfestigen“, erläuterte Mundt.

    KDG ist mit rund 8,5 Millionen Kunden der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Tele Columbus ist der bundesweit drittgrößte Kabelnetzbetreiber und betreibt Kabelnetze schwerpunktmäßig in den neuen Bundesländern (rund 1,2 Millionen Kunden) und zu einem kleineren Teil in Nordrhein-Westfalen und Hessen (rund 400.000 Kunden). Das Bundeskartellamt sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das derzeitige Oligopol von Unitymedia Kabel BW und KDG auf dem deutschlandweiten Gestattungsmarkt durch den Zusammenschluss verstärkt würde. Auf dem Gestattungsmarkt konkurrieren die Kabelnetzbetreiber um die Belieferung von Liegenschaften mit einer Vielzahl von Wohneinheiten, insbesondere von Wohnungsbaugesellschaften, mit dem TV-Signal über das Breitbandkabelnetz, erläuterten die Kartellwächter.

    Kabel Deutschland hatte geltend gemacht, über den Erwerb von Tele Columbus in NRW und Hessen in vorstoßenden Wettbewerb gegenüber Unitymedia Kabel BW treten zu können. Die Ermittlungen des Bundeskartellamtes ergaben, dass damit bei objektiver Betrachtung in naher Zukunft voraussichtlich nicht zu rechnen ist. Nach dem Zusammenschluss wäre nur ein kleiner Teil der erworbenen Bestände direkt an Netze von Kabel Deutschland angeschlossen worden. Der überwiegende Teil der Wohneinheiten wäre wegen laufender Verträge zunächst gar nicht an Kabel Deutschland anschließbar gewesen. Der Erwerb von Tele Columbus hätte Kabel Deutschland den Markteintritt in NRW und Hessen daher nur geringfügig erleichtert, teilte das Bundeskartellamt mit. Im Übrigen wäre Kabel Deutschland auch ohne den Zusammenschluss mit geringem wirtschaftlichem Aufwand in der Lage, in NRW und Hessen tätig zu werden, ergänzten die Kartellwächter ihre Argumentation.

    Neben dem Gestattungsmarkt wären auch der Einspeisemarkt, d. h. das Verhältnis der Kabelnetzbetreiber zu den TV-Sendern, aufgrund des Reichweitenzuwachses für KDG infolge des Zukaufs, sowie der Signallieferungsmarkt (Bereitstellung des TV-Signals durch sogenannte Netzebene 3-Netzbetreiber an Netzebene 4-Betreiber) negativ durch den Zusammenschluss betroffen gewesen, teilte das Kartellamt mit.

    Der Zusammenschluss zwischen KDG und Tele Columbus hätte allerdings auch gewisse Verbesserungen beim Angebot von Telefonie und Internetzugang im Wettbewerb zur Deutschen Telekom mit sich gebracht, räumten die Wettbewerbshüter ein. Diese würden allerdings gering im Vergleich zu den erheblichen Struktur- und Wettbewerbsverschlechterungen in der TV-Versorgung wiegen. Die kartellrechtliche Abwägungsklausel sei deshalb hier nicht zum Tragen gekommen. „Zu effektiven strukturellen Verbesserungen hätte der Zusammenschluss nur in einem begrenzten Ausmaß geführt,“ sagte Andreas Mundt. „In bestimmten Regionen hätte KDG nach dem Zusammenschluss verschiedene Netzebenen zusammenführen und anschließend Breitbandanschlüsse über das Kabel anbieten können. Allerdings besteht in den betroffenen Gebieten zu einem guten Teil schon heute Internetverfügbarkeit mit mindestens16 Mbit/s, so dass auch diese mögliche Veränderung zu relativieren ist. Alle weiteren behaupteten Verbesserungen sind von den Unternehmen auch ohne den Zusammenschluss und mit begrenztem finanziellem Aufwand erreichbar. Von einem angeblich nur durch den Zusammenschluss möglichen Breitbandausbau für 900.000 Haushalte kann deshalb keine Rede sein.“

    Um die negativen wettbewerblichen Auswirkungen zu beseitigen, war KDG letztlich nicht bereit, die aus Sicht des Bundeskartellamtes besonders kritischen städtischen Netzgebiete von Tele Columbus an Dritte zu verkaufen. KDG bot als Zusage nur den Verkauf der TC-Netze in Berlin, Dresden und Cottbus an; dies hätte weniger als der Hälfte des erforderlichen Volumens entsprochen, teilten die Kartellwächter am 22. Februar mit. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen haben einen Monat Zeit Beschwerde einzulegen, über die dann das OLG Düsseldorf entscheiden würde, hieß es abschließend.

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