Die österreichischen Privatradios wollen ihre Blockade gegen den Digitalstandard DAB+ aufgeben. "Das war eine intensive Diskussion über den Sommer und darauf haben wir uns verständigt", sagte der Vorsitzende des Österreichischen Privatsenderverbandes (VÖP), Klaus Schweighofer, in einem Interview mit dem Branchendienst "Horizont". "Was die Einführung von DAB+ betrifft, *haben wir lange zugewartet, und das war auch gut so. Aber es ist eine Illusion, zu glauben, dass es UKW für immer geben wird. Jetzt ist es an der Zeit, offensiv zu werden". Wichtig sei, dass aus dem Digitalisierungsfonds nicht nur neue Programmangebote und ihre Verbreitung gefördert werden, sondern auch die Bewerbung dieser neuen Programme durch gezieltes Marketing, so Schweighöfer. Noch in diesem Jahr soll ein erster Multiplex in Wien im Rahmen eines einjährigen Betriebsversuchs auf Sendung gehen. Die Kosten hierfür werden auf rund 550.000 Euro geschätzt. in einem Folgeschritt könnten Multiplexe in Salzburg und Vorarlberg auf Sendung gehen. Hier sind bereits Sender aus Deutschland oder der Schweiz im Digitalradio zu empfangen, so dass die Markteinführung leichter über die Bühne gehen könnte.
Spannend ist, ob das deutsche Pendant, der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), ebenfalls seine Haltung gegenüber DAB+ revidiert. Der Verband sieht die Einführung des digital-terrestrischen Radios nach wie vor kritisch, überlässt die Beteiligung an der Technik aber seinen Mitgliedern. Nur wenige große deutsche Privatradios beteiligen sich bisher an DAB+.




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