Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat am 18.12.2013 die Netzzugangspreise für die Jahre 2012/13 verfügt und diese erneut nicht wesentlich gesenkt. Die festgesetzten Preise für die Miete der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) sind nach wie vor zu hoch, gerade im Vergleich zum europäischen Mittel. Die überhöhten Preise resultieren aus der nicht mehr zeitgemässen Kostenberechnungsmethode, welche zu einer Diskriminierung der privaten Telekomdienstleister führt und damit Investitionen und wirksamen Wettbewerb verhindert. Dies ist nicht im Interesse aller Kunden und Konsumenten.
Sunrise ist enttäuscht über die von der ComCom für die Jahre 2012 und 2013 verfügten Netzzugangspreise. Die Preise wurden kaum gesenkt, obwohl sie im internationalen Vergleich nach wie vor als sehr hoch gelten. Dies erklärt sich einerseits aus der Tatsache, dass die ComCom die zunächst angekündigte Umstellung des Kostenmodells auf die moderne IP-basierte Glasfasertechnologie erneut verschoben hat. Andererseits verzögert sich auch die vom UVEK ins Auge gefasste Anpassung der nicht mehr zeitgemässen Kostenrechnungsmethode, obschon der Bundesrat bereits im Jahre 2010 in einem Evaluationsbericht Handlungsbedarf aufgezeigt hat.
Die Problematik wird besonders beim TAL-Preis deutlich. Hier senkt die ComCom den von Swisscom für das Jahr 2012 offerierte Preis lediglich um 30 Rappen auf CHF 15.50 und für das Jahr 2013 von CHF 15.80 auf CHF 15.20. Der europäische Durchschnitt beträgt knapp 10 CHF. Das hohe Preisniveau bzw. die Preisentwicklung in der Schweiz ist für eine auslaufende Technologie wie Kupfer nicht sachgerecht und das tatsächliche Kostenniveau von Swisscom dürfte um einiges tiefer liegen. Das führt zu einer Diskriminierung der Konkurrenz.
Sunrise wird die ComCom-Verfügung im Detail prüfen und behält sich das Recht vor, einzelne Punkte beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten.
Sunrise fordert seit Jahren eine Anpassung der Preisberechnungsmethode beim regulierten Netzzugang. Die Anpassung ist aufgrund der technischen Entwicklungen und der veränderten Marktverhältnisse überfällig. Seit Jahren profitiert Swisscom von einer Kostenmethodik, die zu überhöhten Netzzugangspreisen führt. Swisscom verrechnet ihrer Konkurrenz Kosten, die ihr selber nicht anfallen, da sowohl die Kabelkanalisationen als auch die Kupferkabel der letzten Meile grösstenteils bereits vor Jahrzehnten gebaut wurden und längst abgeschrieben sind. Im Kostenmodell bewertet Swisscom diese Infrastruktur als vollständig neu und dies zu aktuellen Baukosten. Die vom UVEK am 17. April 2013 präsentierte Vorlage will solche Marktverzerrungen beseitigen. Diverse Verzögerungen führten dazu, dass die Verordnung noch immer nicht angepasst wurde und nicht wie geplant auf Januar 2014 in Kraft treten kann.
Günstigere Netzzugangspreise ermöglichen alternativen Anbietern wie Sunrise, mehr in die eigene Ausrüstung und in die Entwicklung attraktiver Dienste wie etwa IPTV zu investieren. Aufgrund der erforderlichen Bandbreiten wird damit auch der Glasfaserausbau begünstigt. Umgekehrt könnten zu hohe Preise für Swisscom Anreiz sein, wegen der hohen Renditen den Technologiewechsel hinauszuzögern. Ohnehin ist aber davon auszugehen, dass der Glasfaserausbau in der Schweiz durch die starke Konkurrenz der Kabelnetzbetreiber bzw. durch die Nachfrageseite getrieben wird. Schon deshalb ist nicht anzunehmen, dass günstigere Preise bei der auslaufenden Kupfertechnologie einen negativen Einfluss auf die Glasfaserinvestitionen hätten, wie dies von den Reformgegnern behauptet wird.
Sunrise investiert jährlich weit über 250 Millionen Franken in eigene Netzinfrastrukturen und betreibt dabei neben einem landesweiten Mobilfunknetz auch ein glasfaserbasiertes Verbindungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 10'000 km. Seit der Gründung im Jahr 1996 hat Sunrise über 4 Milliarden Franken in ihre Infrastruktur investiert.
Trotzdem sind alternative Anbieterinnen wie Sunrise weiterhin darauf angewiesen, auf der letzten Meile zu ihren Kunden zu nicht diskriminierenden Konditionen auf die Infrastruktur der Swisscom zugreifen zu können.




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